Dänischer Roboter zeigt, wie man weniger Herbizide einsetzt
Dänische Forscher haben einen Roboter entwickelt, der Landwirten helfen kann, rund 70 Prozent weniger Herbizide auf ihren Feldern zu versprühen, und Herbizide eventuell ganz überflüssig machen könnte. Im Einsatz fährt der Roboter über das Feld, sucht den Boden nach Unkraut ab und speichert dessen Lage. Auf Grundlage der vom Roboter gelieferten Daten kann der Landwirt das Unkraut anschließend selektiver bekämpfen. Versuche eines Teams vom dänischen Institut für Landwirtschaftsforschung und der Universität Aalborg ergeben, dass der Herbizideinsatz durch zielgenaue Sprühtechniken um bis zu 70 Prozent gesenkt werden könnte. Da Herbizide sehr billig sind, sind die Auswirkungen solcher Einsparungen aus wirtschaftlicher Sicht eher unbedeutend. Am meisten profitieren würde die Umwelt, so Svend Christensen, einer der Entwickler. Die Pläne für die nächste Generation des vierrädrigen Wagens mit Batterieantrieb liegen bereits in der Schublade. Diese Version soll Unkraut, sobald es erkannt wurde, mit einer kleinen Menge Herbizid vernichten. Auf lange Sicht will das Team ganz auf Pflanzenschutzmittel verzichten können, indem ein Roboter entwickelt wird, der Unkraut ausreißt statt besprüht. Die wichtigste Innovation, die mit dem Roboter umgesetzt wurde, ist der Einsatz einer Software auf Grundlage der Gesichtserkennungstechnologie: Die Pflanze wird mit einer Kamera betrachtet, und die Software erkennt, ob es sich um Unkraut handelt. "Statt Gesichtern beschreiben wir die Gestalt verschiedener Unkrautarten mit Hilfe von 15 Parametern, z. B. der Größe und Anordnung der Blätter", erklärt Dr. Christensen. Der Roboter nutzt GPS, um die Lage des Unkrauts auf dem Feld zu bestimmen, und der Landwirt greift beim Herbizideinsatz auf diese Angaben zurück. Damit der Einsatz des Roboters eine praktikable Alternative wird, ist die nächste Aufgabe des Teams die Modellierung der ca. 40 restlichen breitblättrigen Unkrautarten, die es in Dänemark gibt - eine simple, aber sehr zeitaufwändige Aufgabe. Schwieriger wird die Modellierung von grasartigen Unkrautarten, die allerdings der Hauptgrund sind, warum Landwirte in aller Welt Herbizide versprühen.
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