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Developing a Pilot Case aimed at establishing a European infrastructure project for CO2 transport

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Pilotprojekt zur Beschleunigung von Kohlendioxidabscheidung, -transport und -speicherung in Europa

Kohlendioxidabscheidung, -transport und -speicherung (Carbon capture, transport and storage, CCS) ist der Schlüssel zur Abmilderung der globalen Erwärmung, allerdings gilt es, einige Hürden zu überwinden. CCS ist unter dem derzeitigen Energiesystem nicht rentabel, und der künftige Einsatz wird von Regulierungsrahmen, Anreizen und Emissionskosten abhängen.

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CCS verhindert, dass große Mengen an Kohlendioxid (CO2) aus fossilen Brennstoffen in die Atmosphäre gelangen. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur ist CCS die drittwichtigste Maßnahme, um den Anstieg der globalen Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. In vielen Branchen ist die CO2-Abscheidung die einzige Technologie, die in bestehenden Anlagen nachgerüstet werden kann, um ihren CO2-Fußabdruck zu verbessern. Die Grenzen für Energieeffizienz und Elektrifizierung von industriellen Prozessen bedeuten, dass CO2-Abscheidung erforderlich ist, bis neue, überarbeitete Prozesse und kohlenstoffarme Materialien für die Gesellschaft verfügbar sind. Um die vereinbarten längerfristigen Klimaziele einer CO2-Reduktion von 80% -95% im Vergleich zu 1990 zu erreichen, wird CCS weiterhin eine wichtige Lösung für die Schadensbegrenzung im Industrie- und Stromsektor bleiben. „Das GATEWAY-Projekt zeigt, wie CO2 aus Quellen in Europa zu einem zentralen Speicher in der Nordsee auf einfachem, sicherem und kostengünstigem Weg befördert werden kann“, sagt Marie Bysveen, Projektkoordinatorin des EU-finanzierten Projekts GATEWAY. Startschuss für den CCS-Einsatz in Europa GATEWAY entwickelte einen Geschäftsfall für ein potenzielles Vorhaben von gemeinsamem Interesse (Project of Common Interest, PCI). Dazu ging man auf Risiken ein, schlug Maßnahmen zur Risikoreduzierung vor, bewertete die Technologien, politische und regulatorische Aspekte, die öffentliche Wahrnehmung und den Finanzierungsbedarf und schlug mögliche Finanzierungsmechanismen vor. Dies sind Schlüsselfaktoren, die auf andere ähnliche Projekte angewendet werden können und die CCS-Entwicklung fördern. „Zum ersten Mal wird der Industrie und den Regierungen ein Geschäftsfall für eine grenzüberschreitende Infrastruktur für die CO2-Beförderung zur Verfügung stehen“, erklärt Bysveen. Diese Bemühungen führten zur Vorlage der Rotterdam-Nucleus-PCI-Anwendung - GATEWAYs wichtigster Leistung. Im Oktober 2017 ist PCI der Sprung auf die Prioritätenliste der Europäischen Kommission gelungen. „Dies könnte ein entscheidender Schritt für den Einsatz von CCS in Europa sein“, betont Bysveen. Der Rotterdamer Nucleus wird die Grundlage für ein großvolumiges CO2-Beförderungssystem von Kontinentaleuropa aus zu CO2-Speicherstandorten in den niederländischen und britischen Hoheitsgewässern der Nordsee bieten. Die Infrastruktur ist überdimensioniert konzipiert und kann die CO2-Transportkapazitäten für den CCS-Einsatz in der vorkommerziellen und kommerziellen Phase in Rotterdam sowie mögliche zukünftige Verbindungen zu Industriegebieten von Drittländern bereitstellen. Bysveen fügt hinzu, dass die Infrastruktur „ erheblich Auswirkungen auf die Geschwindigkeit des Einsatzes von CCS in den Nachbarländern haben wird, während die Grundlagen für CO2-Transport und -Speicherung mit hoher Kapazität in der Nordsee gelegt werden.“ Dem Bedürfnis für eine CO2-Transportinfrastruktur in der Nordsee entsprechen Bysveen und die Projektpartner erkannten, dass Koordinierungs- und Unterstützungsprojekte äußerst effizient und wirkungsvoll sein können. „Workshops und bilaterale Gespräche mit Interessenvertretern haben zum gegenseitigen Verständnis sowohl von Herausforderungen als auch von praktikablen Lösungen für grenzüberschreitende Infrastrukturen für die CO2-Beförderung, die in der Nordseeregion entwickelt werden sollen, erheblich beigetragen.“ Der offizielle Status des Rotterdamer Nucleus als PCI-Projekt ist wichtig, um den eigentlichen Aufbau einer CO2-Infrastruktur in der Region zu planen. Dies trägt zu beschleunigten Genehmigungsverfahren, verbesserten Regulierungsbedingungen und möglicherweise zur Gewährung finanzieller Unterstützung durch die Fazilität „Connecting Europe“ bei. „GATEWAY ebnet Weg, um CCS auf dem europäischen Kontinent in naher Zukunft einzusetzen“, schließt Bysveen. „Damit wurde auch der Grundstein für ein großvolumiges Infrastruktursystem für den Transport von CO2 vom europäischen Festland zu CO2-Lagerstätten in der Nordsee gelegt.“

Schlüsselbegriffe

GATEWAY, CO2-Abscheidung, Transport und Speicherung, Kohlendioxid, globale Erwärmung

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