VK startet Untersuchung über gegenseitige Prüfung wissenschaftlicher Ergebnisse
Wissenschaftler, Journalisten und die Öffentlichkeit können bis zum 26. September der britischen Royal Society vorschlagen, wie die gegenseitige Prüfung wissenschaftlicher Ergebnisse verbessert werden kann. Diese Stellungnahmen sollen im Rahmen einer Untersuchung der Royal Society, der nationalen Akademie der Wissenschaften des VK, abgegeben werden, die sich mit der Art und Weise befasst, in der Forschungsergebnisse öffentlich bekannt gemacht werden. Anlass für die Untersuchung waren mehrere Kontroversen darüber, wie und wann Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit mitteilen und ob Wissenschaftler ihre Arbeiten vor der Veröffentlichung gegenseitig prüfen sollten. "Wissenschaftliche Forschungsergebnisse können sehr tiefgreifende Auswirkungen auf die öffentliche Meinung und die Politik haben. Daher ist es wichtig, dass die Wissenschaftler höchste Maßstäbe an Professionalität und Integrität anlegen, wenn sie ihre Ergebnisse vorlegen", so Sir Patrick Bateson, Vorsitzender der Arbeitsgruppe der Untersuchung und Vizepräsident der Royal Society. Zurzeit verlassen sich die Wissenschaftler fast ausschließlich auf die gegenseitige Prüfung durch Fachkollegen, bei der andere Experten die Qualität der Ergebnisse, Analyse und Interpretation prüfen, bevor sie veröffentlicht werden. Dadurch soll die Bekanntgabe schlecht durchgeführter Forschungsarbeiten verhindert werden. "Es liegt jedoch auf der Hand, dass die Kollegenbewertung nicht perfekt ist", fuhr Sir Patrick fort. In führenden Fachzeitschriften sind von Experten anerkannte Beiträge erschienen, bei denen sich später jedoch herausstellte, dass sie auf falschen oder unzureichend interpretierten Ergebnissen basierten. "[F]orscher können [auch dann] noch das Interesse der Öffentlichkeit auf höchst fragwürdige Ergebnisse ziehen, selbst wenn sie nicht nachweisen können, dass ihre Forschungsarbeit geprüft wurde, so wie dies Anfang dieses Jahres mit der angeblichen Geburt menschlicher Klone der Fall war", so Sir Patrick. Die Arbeitsgruppe, deren Mitglieder aus der Verbraucherberatung, dem Journalismus, dem wissenschaftlichen Verlagswesen und der akademischen und industriellen Wissenschaft stammen, wird auch die an dem Kollegenbewertungsverfahren geäußerte Kritik untersuchen, es sei zu abgeschottet. "Es wurde ferner behauptet, dass damit eine Möglichkeit für das Establishment gegeben sei, die Veröffentlichung unorthodoxer Ideen, Verfahren und Ansichten ungeachtet ihrer Verdienste zu unterdrücken. Wir würden gerne wissen, ob es Beweise für eine solche Behauptung gibt", so Sir Patrick.
Länder
Vereinigtes Königreich