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Inhalt archiviert am 2023-01-13

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Europaparlamentarier verlangen zusätzliche Forschung in Fragen der Koexistenz

Den Teilnehmern einer öffentlichen Anhörung über die Koexistenz von genetisch veränderten Organismen (GVO) und traditionellen Kulturen wurde mitgeteilt, dass weitere Forschungsarbeiten über die Kontamination von konventionellen Pflanzen durch GVO notwendig seien, bevor wirksam...

Den Teilnehmern einer öffentlichen Anhörung über die Koexistenz von genetisch veränderten Organismen (GVO) und traditionellen Kulturen wurde mitgeteilt, dass weitere Forschungsarbeiten über die Kontamination von konventionellen Pflanzen durch GVO notwendig seien, bevor wirksame Schutzmaßnahmen eingeführt werden könnten. Die Anhörung wurde vom Agrarausschuss des Europäischen Parlament am 12. September in Brüssel veranstaltet. Die Veranstaltung ist Teil der laufenden Diskussion über Fragen der Koexistenz und schließt sich an die vor kurzem vorgelegten Vorschläge der Kommission an, in denen eine Toleranzschwelle für das zufällige Vorhandensein von GVO in konventionellem Saatgut je nach Kultur zwischen 0,3 und 0,7 Prozent angeregt wird. Einer der Fachleute, die auf der Anhörung zugegen waren, war Jeremy Sweet vom britischen National Institute of Agriculture Botany. "Uns fehlen immer noch viele Angaben darüber, wie sich Pollen verteilen, bewegen und Felder kontaminieren [.]", sagte Sweet auf Fragen der MdEP. "GVO können sich in einem Feld ein ganzes Jahr oder sogar ein ganzes Jahrzehnt lang halten. Ein einziges Saatkorn pro Quadratmeter genügt für eine vollständige Kontaminierung." Rikke Bagger Jørgensen schloss sich Sweets Äußerungen an: "Was bestimmte Kulturen angeht, ist der Wissensstand im Moment noch zu niedrig, um Schwellenwerte zu nennen." Die Diskussion betraf auch die Frage, ob Maßnahmen zur Erhaltung der Koexistenz auf der Ebene der Mitgliedstaaten oder der EU eingeführt werden sollten. Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf, MdEP, der derzeit für das Parlament einen Bericht über die Koexistenz ausarbeitet, sagte: "Aus den Leitlinien der Kommission geht hervor, dass die Festlegung von Koexistenz-Schwellenwerten Sache der Mitgliedstaaten ist. Dies wird jedoch schwieriger, wenn nach der Erweiterung 25 verschiedene nationale Systeme harmonisiert werden müssen." Da die Gefahr der Kontamination je nach lokalen Bedingungen und Praktiken ganz unterschiedlich ausfällt, befürworten viele Experten indes eine individuelle Vorgehensweise. "Um die Folgen von GVO zu überwachen und zu verfolgen, sind lokale Instrumente notwendig. Europaweite Empfehlungen zu geben ist unmöglich", erklärte Antoine Messean vom französischen Forschungsinstitut INRA. Olivier Pageard, ein Vertreter einer französischen Getreidekooperative, schlug eine Lösung für das Problem vor: "Die Koexistenz [...] ist technisch möglich, wenn auch in bestimmten Grenzen. Viel einfacher wäre es jedoch, GVO und traditionelle Kulturen in unterschiedlichen Regionen anzubauen", erklärte er. Auf die Frage, wer die Kosten der Maßnahmen zur Gewährleistung der Koexistenz letztendlich tragen soll, hatte nur Jørgensen eine eindeutige Antwort parat: "Die Zusatzkosten [der Koexistenz] würden sich zwischen 0 und 21 Prozent bewegen. Sollten Schwierigkeiten bei der Koexistenz auftreten, hätte der Landwirt, der GVO anbaut, die volle Verantwortung. Würden die Empfehlungen, was Sicherheitsabstände, Fruchtwechsel, die Bekämpfung von durchwachsenden Pflanzen usw. nicht befolgt, müsste der GVO-Landwirt seinen mit konventionellen Kulturen arbeitenden Nachbarn Entschädigung leisten."

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