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Neuer ESA-Satellit soll präzisere Wettervorhersagen liefern

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat Unternehmen im VK, Frankreich und Deutschland Aufträge zum Bau von Aeolus erteilt, dem ersten Satelliten, der die Windmuster auf der Erde vom Weltraum aus untersuchen soll. Aeolus soll 2007 zu einer dreijährigen Mission starten. ...

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat Unternehmen im VK, Frankreich und Deutschland Aufträge zum Bau von Aeolus erteilt, dem ersten Satelliten, der die Windmuster auf der Erde vom Weltraum aus untersuchen soll. Aeolus soll 2007 zu einer dreijährigen Mission starten. Gebaut wird der Satellit von EADS Astrium UK, dem Unternehmen, das auch für die Entwicklung zuständig war. EADS Astrium France wird gleichzeitig das mitgeführte "Atmosphärische Laser-Doppler-Instrument" (ALADIN) bauen, während EADS Astrium Deutschland für die elektrischen Subsysteme des Satelliten zuständig ist. Bisher stützen sich Wettervorhersagen auf Windmessungen von Wetterballons und Radarmessungen von Flugzeugen und Stationen am Boden. Dies führt zu stark voneinander abweichenden Windprofilen über den Weltmeeren und den Tropen. "Unmittelbare Windmessungen über den Weltmeeren und den Tropen könnten einen Durchbruch bei der Vorhersage von Hurrikanen und Taifunen bringen", erklärte Martin Jones, der Leiter der Raumfahrtprogramme am britischen Meteorological Office. ALADIN ist eine so genannte Lidar (light detection and ranging) -Anwendung. Dabei werden Laserimpulse Richtung Erde geschickt und anschließend der Dopplereffekt des zurückgesendeten Signals gemessen, um den Wind in unterschiedlicher Höhe zu berechnen. Wenn Aeolus sich auf seiner sonnensynchronen Umlaufbahn in einer Höhe von 400 Kilometer befindet, kann ALADIN globale Daten liefern. Für einen solchen Umfang an Messungen müsste drei Jahre lang alle 28 Sekunden ein Wetterballon gestartet werden. José Achache, ESA-Direktor für Erdbeobachtungsprogramme, erklärte: "Die Wind-Lidar-Mission befindet sich nun seit rund 20 Jahren in der Planung, aber bisher waren wir in technischer Hinsicht noch nicht so weit, dass wir sie umsetzen könnten. Inzwischen hat Europa endlich die schwierige Technologie entwickelt und kann daher mit einem umfassenden Satellitenprogramm beginnen." Die Kosten der Aeolus-Mission werden auf rund 300 Millionen Euro in einem Zeitraum von ungefähr acht Jahren beziffert. Wenn es erfolgreich ist, könnte eine Serie von Aeolus-Nachfolgern gestartet werden, die für Routine-Wettervorhersagen genutzt werden.

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Deutschland, Frankreich