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Prodi deutet höheren EU-Haushalt für Forschung und Innovation an

Kommissionspräsident Romano Prodi hat angedeutet, dass mehr Geld auf EU-Ebene für Forschung und Innovation bereitgestellt werden müsse. In seiner Rede vor dem Economic Club of New York am 3. November in den USA stellte Prodi die Innovationsstrategie der EU vor und betonte, da...

Kommissionspräsident Romano Prodi hat angedeutet, dass mehr Geld auf EU-Ebene für Forschung und Innovation bereitgestellt werden müsse. In seiner Rede vor dem Economic Club of New York am 3. November in den USA stellte Prodi die Innovationsstrategie der EU vor und betonte, dass weder die Angebots- noch die Nachfrageseite der Innovation vernachlässigt werden sollte. Finanzielle Ressourcen seien von zentraler Bedeutung für die Bereitstellung des Humankapitals, Wissens und der Infrastruktur, die für die Innovation notwendig sind. Die Kommission sei sich dessen voll und ganz bewusst, bestätigte ihr Präsident. "Innerhalb der Kommission haben wir jetzt eine Debatte über den künftigen finanziellen Rahmen des zentralen EU-Haushalts eingeleitet. Wir sind der Ansicht, dass der EU-Haushalt die Prioritäten - wie höhere Investitionen in F&E [Forschung und Entwicklung] sowie Bildung - besser reflektieren muss, zu denen sich die Staats- und Regierungschefs der EU verpflichtet haben", so Prodi. Außerdem sollten Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) besser genutzt werden, um die finanzielle Realisierbarkeit längerfristiger Investitionen sicherzustellen. "Aber das ist noch nicht genug", fügte Prodi hinzu. "Wir müssen sicherstellen, dass die europäischen Unternehmen gewillt sind, die Chancen zu ergreifen, die durch eine gut ausgebildete Erwerbsbevölkerung geboten werden. Wir müssen gewährleisten, dass die Unternehmer gewillt sind, die Kreativität der Forscher in ausgezeichnete Investitionsmöglichkeiten umzuwandeln - das heißt in innovative und vermarktbare Produkte." Prodi argumentierte zugunsten der Konzentration von Forschung und bezog sich auf die Vorteile für alle, die sich ergeben würden, falls "die vielen ausgezeichneten Wissenschaftler, die in der Union tätig sind, die Gelegenheit erhielten, ihre Forschung in europäischen Spitzenforschungszentren durchzuführen". Eine weitere Konzentration wäre möglich, falls öffentliche Finanzierungsmittel für die Forschung nicht durch nationale Grenzen bestimmt würden, was Prodi als eine Rechtfertigung für die Schaffung eines Europäischen Forschungsraums ansieht. Prodi behauptete, dass Europa "noch mehr tun könnte", und empfahl außerdem, die Einrichtung einer "Europäischen Forschungsagentur" in Betracht zu ziehen. Die US National Science Foundation sei ein gutes Beispiel, fügte er hinzu. Prodi stellte eine Reihe von Initiativen heraus, die derzeit auf EU-Ebene durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Nachfrage nach Innovation präsent und ausreichend ist. Die Kommission untersucht potenzielle gesetzliche Maßnahmen, die die Risikokapitalindustrie unterstützen würden. Zu den möglichen Maßnahmen gehören die Beseitigung der Hindernisse, die Pensionsfonds derzeit davon abhalten, in Risikokapitalmärkte zu investieren. Es wird außerdem davon ausgegangen, dass die Neuorganisation einiger europäischer Wertpapierbörsen öffentlich gehandelte Wertpapiere als ein akzeptiertes und vertrauenswürdiges Mittel zur Finanzierung junger Unternehmen in Europa fördert. Eigenkapitalinvestoren werden eher gewillt sein, Mittel bereitzustellen, wenn sie zufriedenstellende Ausstiegsmöglichkeiten haben. Die Sicherstellung eines günstigeren und effizienten Patentsystems sei ebenfalls von entscheidender Bedeutung für die Förderung von Innovation, fuhr Prodi fort. Man hofft, dass das Gemeinschaftspatent, das die europäischen Staats- und Regierungschefs 2003 vereinbart haben, diese Anforderungen erfüllen wird. Die Kommission schätzt, dass das neue System nach seiner Umsetzung die Kosten für die Anmeldung eines Patents um über 50 Prozent reduzieren wird. Der Kommissionspräsident äußerte seine Hoffnung, dass die Innovationsstrategie der EU zu einem schnelleren Wachstum in Europa führen wird. Er geht davon aus, dass die EU ihr potenzielles Wachstum nächstes Jahr oder spätestens 2005 erreichen wird.