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Anfangsprobleme mit neuen RP6-Instrumenten für Automobilindustrie keine Überraschung

Auf seiner Jahrestagung am 13. November bezeichnete EUCAR, der Europäische Rat für Kraftfahrzeugforschung und -entwicklung, die Erfahrungen der Verkehrsbranche mit den neuen Instrumenten des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) als "sowohl Alptraum als auch Traum". Mit dieser Aussa...

Auf seiner Jahrestagung am 13. November bezeichnete EUCAR, der Europäische Rat für Kraftfahrzeugforschung und -entwicklung, die Erfahrungen der Verkehrsbranche mit den neuen Instrumenten des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) als "sowohl Alptraum als auch Traum". Mit dieser Aussage fasste Dr. Horst Soboll, Direktor der Forschungsabteilung bei DaimlerChrysler und Mitglied des Europäischen Forschungsbeirats (EURAB), die unterschiedlichen Erfahrungen der Anwesenden mit Integrierten Projekten (IP) und Exzellenznetzen zusammen. Ein "Alptraum" sind für Dr. Soboll die Überbelegung der Programme, die Senkung des vorgeschlagenen Budgets um 20 bis 30 Prozent bereits in der Verhandlungsphase, die schwammige Definition der "Exzellenznetze" und der Zeitaufwand für Prüfungen. Ein "Traum" hingegen sei die Unterstützung seitens der Kommission. Mehrere Teilnehmer sagten, dass allein schon auf Grund der Neuartigkeit der Instrumente Anfangsprobleme zu erwarten seien, während viele andere auf das Potenzial verwiesen, das die neuen Instrumente bieten. Christos Tokamanis, der Leiter des Referats "Land- und Seeverkehr", betonte im Namen der Kommission, dass erst dann Aussagen über die Wirksamkeit der neuen Instrumente getroffen werden könnten, wenn die zugrundeliegenden Politiken verstanden worden seien. Wie er erläuterte, wurden die neuen Instrumente geschaffen, um auf die Fragmentierung zu reagieren, die Nachprüfbarkeit zu gewährleisten und die Verwaltung der Forschung in der EU auf eine neue Ebene zu bringen, in der führende Vertreter der Wirtschaft einbezogen sind. "Wenn Sie sich die Ziele des Programms (integrierte Sicherheit und die neue Generation von Antrieben) ansehen, werden Sie feststellen, dass wir unsere Finanzierungsmöglichkeiten stark ausgebaut haben. Die Projekte, die mit mehr als 30 Millionen Euro ausgestattet sind, beginnen am 1. Januar. Wir konnten mobilisieren und unsere Mittel auf Ziele ausrichten und haben dabei kritische Technologien nicht vergessen." Dr. Soboll erinnerte die Teilnehmer daran, dass die von der EU finanzierten Rahmenprogramme nur einen sehr kleinen Teil der öffentlich finanzierten Forschung darstellen, und forderte die Forschergemeinschaft auf, sich allgemein mehr mit der Forschungszusammenarbeit zu beschäftigen. Für Dr. Soboll ist die offene Koordinierungsmethode die Antwort. Dem schloss sich Paul Mehring von Eureka an, der hinzufügte, dass mehr Zusammenarbeit ein entscheidender Beitrag zur Lösung der wichtigsten Frage - "Wer wird im Wettbewerb bestehen?" - darstellt. "Wir sollten ein Gremium schaffen, in dem wir zusammen etwas erreichen und kritische Masse erzeugen", sagte er. Der britische EU-Parlamentarier Malcolm Harbour schloss sich dieser Meinung ebenfalls an, wobei er als Beispiel auf den Bereich der Brennstoffzellen verwies, wo aus seiner Sicht auf globaler Ebene viel effizientere Arbeit als in vielen kleineren Projekten auf nationaler Ebene geleistet werden könnte. Wie er hinzufügte, haben die Regierungen der Einzelstaaten oft ihre eigenen Gründe, um nationale Programme ins Leben zu rufen: "Nationale Programme werden oft aus politischen Gründen aufgestellt, um zu zeigen, dass die Regierung nicht untätig ist. Dies ist leider manchmal so." Harbour nutzte die Gelegenheit auch, um den Vertretern der Kommission und der Wirtschaft zu verdeutlichen, dass das Europäische Parlament sich im Verlauf der Verhandlungen über das RP6 viel stärker in der Forschungspolitik engagiert hat und daher ein Interesse am Verlauf und dem Erfolg des Programms besitzt. "Wir wollen nicht untätig sein", sagte er. "Wir wollen uns formell oder informell mit den anstehenden Problemen auseinandersetzen."