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Inhalt archiviert am 2023-01-13

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Europa muss aktiv werden, um auf dem globalen Markt für Forscher zu bestehen

Neben der Anerkennung herausragender europäischer Leistungen in der gemeinsamen Forschung gab die Verleihung des Descartes-Preises 2003 am 20. November in Rom Politikern und Wissenschaftlern auch Gelegenheit, über ein Problem zu diskutieren, das als entscheidend für die Wettbe...

Neben der Anerkennung herausragender europäischer Leistungen in der gemeinsamen Forschung gab die Verleihung des Descartes-Preises 2003 am 20. November in Rom Politikern und Wissenschaftlern auch Gelegenheit, über ein Problem zu diskutieren, das als entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit Europas erachtet wird: Die Mobilität der Forscher. Nach Schätzungen der Kommission sind 700.000 zusätzliche Forscher notwendig, wenn die EU ihr Ziel, die Forschungsinvestitionen bis 2010 auf drei Prozent des BIP anzuheben, erreichen will. In diesem Zusammenhang gilt die Verbesserung der europäischen Dimension von Forscherlaufbahnen als Möglichkeit zur Schaffung von Arbeitsplätzen, Erhöhung des Wettbewerbs und Verbesserung der Löhne und der Arbeitsbedingungen. Die Erhöhung der Mobilität der Forscher innerhalb Europas werde außerdem dazu beitragen, den wichtigsten Herausforderungen an den Forschungssektor gerecht zu werden, so Jimmy Jamar von der GD Forschung der Kommission. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Abwanderung von Wissenschaftlern aus der EU in andere Teile der Welt und insbesondere die USA, den so genannten Brain Drain. Umgekehrt sollen Forscher von außerhalb der EU dazu ermuntert werden, eine Stelle in Europa anzunehmen, schlug er vor. "Eines ist sicher: Das Problem des "Brain Drain" lässt sich nicht mit einem Aktionsplan lösen. Forscher gehen dorthin, wo sie die besten Bedingungen antreffen, und wir müssen darauf mit einer integrierten Strategie reagieren", sagte Jamar. Die EU fördere zwar Wissenschaftler, die ins Ausland gehen, um ihre Berufserfahrung zu ergänzen, doch ein Mechanismus, der sie wieder nach Europa bringt, sei nicht vorhanden, so Jamar weiter. Wie er ferner mitteilte, plane die Kommission eine neue Richtlinie zur Verbesserung der Einreisebedingungen für Forscher aus Drittländern. Sieglinde Grube, die ebenfalls die GD Forschung vertrat, sagte, die Verabschiedung der Entschließung des Rates über die Karrieren von Forschern im Europäischen Forschungsraum (EFR) habe der EU ein klares Mandat für Maßnahmen gegeben. Initiativen seien in vier Schlüsselbereichen vorgesehen: Ausbildung von Forschern, Einstellungsverfahren, Arbeitsverträge und Bewertungsmechanismen. Wie Grube hinzufügte, plane die Kommission darüber hinaus im Jahr 2005 ein Europäisches Jahr der Forscher. Dr. Gian Mario Maggio, ein italienischer Forscher an der University of California, sagte, er habe die Erfahrung gemacht, dass eine der großen Stärken des US-amerikanischen Forschungssektors seine Fähigkeit ist, Talente aus Entwicklungsländern anzuziehen. "Europa tut sich in dieser Hinsicht schwer; daher sollten wir uns fragen, ob Europa offen genug ist, um bei ausländischen Forschern Anklang zu finden.'' Als wichtigste Gründe für den Vorsprung der Vereinigten Staaten, was die Anziehung von Talenten aus aller Welt anbelangt, nannte Dr. Maggio die hohe Qualität der öffentlichen und privaten Forschung, das relative geringe Maß an Bürokratie und einen besseren Ansatz an geschlechterspezifische Fragen. Auf die Frage, wie er über das Thema "Brain Drain" denkt, fand der diesjährige Descartes-Preisträger Professor Richard Friend deutliche Worte: "Es gibt einen freien Markt, nämlich die USA. Die einzige Möglichkeit, um diese Situation umzukehren, ist Jobs in Europa genauso attraktiv wie in anderen Teilen der Welt zu machen." Der frühere portugiesische Minister für Wissenschaft und Technologie José Mariano Gago erläuterte abschließend eine Strategie, die auf den vorhandenen Stärken Europas aufbaut: "In bestimmten wissenschaftlichen Bereichen wie etwa der Kernforschung bei der CERN [der Europäischen Organisation für Kernforschung] weist Europa einen deutlichen "Brain Gain" gegenüber den USA auf, und es gibt keinen Grund, warum dies in anderen Bereichen nicht möglich sein sollte."

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