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MdEP fordert mehr Investitionen statt Bekundungen auf Papier

Das deutsche MdEP Ralph Linkohr forderte in einer gemeinsamen Besprechung mit dem Berichterstatter des Ausschusses der Regionen Lars Nordström am 26. November mehr Maßnahmen durch die Mitgliedstaaten in Bezug auf Forschungsinvestitionen. Laut Linkohr, dessen Bericht zu Invest...

Das deutsche MdEP Ralph Linkohr forderte in einer gemeinsamen Besprechung mit dem Berichterstatter des Ausschusses der Regionen Lars Nordström am 26. November mehr Maßnahmen durch die Mitgliedstaaten in Bezug auf Forschungsinvestitionen. Laut Linkohr, dessen Bericht zu Investitionen in die Forschung am 18. November vom Parlament angenommen wurde, ist es das "Trauma Europas", dass "wir Beschlüsse fassen und auf dem Papier mutig sind, jedoch nichts geschieht". Er äußerte die Vermutung, dass der Grund hierfür in einem Mangel an Lobbyarbeit vonseiten der Forschung liegt: "Diejenigen, die einen Arbeitsplatz haben, protestieren nicht und diejenigen ohne Arbeitsplatz sind es nicht gewohnt, zu protestieren. Die Forschung ist zu höflich und wandert einfach ins Ausland ab", sagte er. Dabei stellte er einen Vergleich zwischen Forschung und Landwirtschaft an. Linkohr warnte außerdem vor einer "tödlichen Stimmung" in Europa. "Europa konsumiert und investiert nicht in die Zukunft", führte er aus. Die Annahme seines Berichts durch das Parlament werde zwei grundlegende Folgen haben, so Linkohr. Die erste: Durch die Forderung nach einer Erhöhung des Haushalts auf 30 Milliarden Euro für das Siebte Rahmenprogramm (RP7) seien die "[MdEP im] Europäischen Parlament nun gezwungen, für eine beträchtliche Erhöhung zu kämpfen. Die Botschaft an das Parlament lautet, gegenüber dem Rat standhaft zu bleiben", sagte der Berichterstatter des Parlaments. Die zweite Konsequenz bezieht sich auf die Gründung eines Europäischen Forschungsrats. "Das hat nur dann einen Sinn, wenn er eine solide finanzielle Grundlage hat", sagte Linkohr, der daher die Vergabe von fünf Milliarden Euro an EU-Fördermitteln über einen Zeitraum von vier Jahren gefordert hat. Um diese Fördermittel verfügbar zu machen, sei ein neues Instrument erforderlich, erläuterte das MdEP, da laut Vertrag die gesamte Forschungsförderung durch die Rahmenprogramme realisiert werden muss. Linkohr hat daher die Kommission aufgefordert, einen Vorschlag dazu auszuarbeiten, wie ein Europäischer Forschungsrat mit den Rahmenprogrammen verbunden werden kann. Ein Europäischer Forschungsrat müsste jedoch unabhängig bleiben und außerdem viel flexibler als die Rahmenprogramme sein, sodass kleine Förderbeträge verteilt werden können, wie und wo sie benötigt werden, betonte Linkohr. Der Berichterstatter des Ausschusses der Regionen zum Thema Investitionen in die Forschung, Lars Nordström, wiederholte Linkohrs Forderung nach mehr Forschungsausgaben. Dies sei der einzige Weg, um junge Menschen davon zu überzeugen, dass es eine Zukunft für sie in der Forschung gibt und sie so dazu zu bewegen, eine Laufbahn in der Forschung anzustreben. Nordström fügte hinzu, dass Geld jedoch nicht die einzige Antwort sei. Er führte aus, dass das Forschungssystem Europas weitaus abgeschotteter als das der USA sei und dass es enger mit der Gesellschaft sowie mit der Privatwirtschaft verknüpft werden müsse.