Skip to main content
Weiter zur Homepage der Europäischen Kommission (öffnet in neuem Fenster)
Deutsch de
CORDIS - Forschungsergebnisse der EU
CORDIS

Article Category

Inhalt archiviert am 2023-01-13

Article available in the following languages:

Experten untersuchen die Schranken für die öffentliche Akzeptanz von Nanotechnologien

Eine mangelnde Definition, mangelnde spezifische Ziele und eine mangelnde Abgrenzung wurden von den Rednern beim EuroNanoForum am 10. Dezember in Triest (Italien) als Gründe für das öffentliche Misstrauen gegenüber der Nanotechnologie angeführt. Es haben sich bereits Lobby-Gr...

Eine mangelnde Definition, mangelnde spezifische Ziele und eine mangelnde Abgrenzung wurden von den Rednern beim EuroNanoForum am 10. Dezember in Triest (Italien) als Gründe für das öffentliche Misstrauen gegenüber der Nanotechnologie angeführt. Es haben sich bereits Lobby-Gruppen, die die Nanotechnologie kritisieren, gebildet und Horrorgeschichten in den Medien über Nano-Roboter, die in Menschen eindringen und die Welt übernehmen, haben den Nanotechnologen nicht gerade geholfen, ihre Sache zu vertreten. "Der Durchschnittsmensch versucht immer noch, mit seiner Rolle als Maß aller Dinge und Hüter der Welt Schritt zu halten", so Alfred Nordmann von der University of South Carolina in den USA. Er fügte hinzu, dass sowohl Wissenschaftler als auch Laien, die nicht in der Lage seien zu sagen, was künftig möglich sein wird, für die Nanotechnologie werben. Im Gegensatz zu anderen Technologien sei die "Nanotechnologie nicht auf gut definierte soziale Ziele ausgerichtet. Sie scheint außerdem alles zu versprechen, jedoch nichts im Besonderen", so Professor Nordmann. Zu den Versprechen gehören ein Ende aller Schmerzen und allen Leidens sowie ein computerähnlicher Zugang zu Informationen durch einen im Gehirn eingepflanzten Chip. Die mangelnde Spezifizität kann durch die Tatsache erklärt werden, dass Nanotechnologie auf viele Wissenschaftsgebiete angewandt werden kann, von Biotechnologie über Werkstoffwissenschaft bis hin zu Informationstechnologie. Eine einzige Erklärung des Potenzials der Nanotechnologie wird daher problematisch. Aus diesem Grund sollte man anfangen, über Nanotechnologien und nicht über Nanotechnologie zu sprechen, war sich eine Reihe von Rednern einig. Und weil es mehr als eine Nanotechnologie gebe, gebe es auch mehr als eine ethische Auswirkung, so Göran Hermeren, Professor für medizinische Ethik an der schwedischen Universität Lund. Wenn akzeptiert werde, dass die Auswirkungen jeder Nanotechnologie unterschiedlich sein werden, so könne dies der Öffentlichkeit helfen, die wahrscheinlichen Risiken zu bewerten, fügte er hinzu. Ebenso könnte eine Ausrichtung der Diskussionen über Nanotechnologie auf politische und soziale Fragen hilfreich sein. Während viele Unwissenheit für den Grund der öffentlichen Besorgnis halten, lehnte Bryan Wynne von der Lancaster University im VK dieses Argument ab: "Die Unwissenheit der Öffentlichkeit ist nicht der Grund für das Misstrauen und die Skepsis, dies haben Eurobarometer-Studien gezeigt. Der Grund ist das, was als eine Verleugnung der wissenschaftlichen Ignoranz durch Wissenschaftler angesehen wird." Die neuartige Natur der Nanotechnologie bedeute, dass es viele Wissenslücken gebe, und das "wohlmeinende, aber missverstandene Verhalten von Nanotechnologie-Einrichtungen" führe zu Zweifeln, führte Professor Wynne aus. Das Vertrauen könne außerdem verloren gehen, wenn die Ergebnisse der Risikobewertungen nicht konsistent seien. Dies sei eine Gefahr, da verschiedene Länder und Gesellschaftsschichten Risiken unterschiedlich bewerten. Wenn die Schlussfolgerungen variieren, "geht die Illusion der objektiven Risikobewertung verloren", so Professor Hermeren. Man hört zwar häufig, Transparenz sei der Schlüssel zu Verständnis und Akzeptanz der wissenschaftlichen Forschung durch die Gesellschaft, Professor Hermeren schreckte jedoch vor dieser Forderung zurück und sagte, die Weitergabe sämtlicher Informationen an die Öffentlichkeit würde zu einer Situation führen, in der es unmöglich würde, eine Entscheidung zu treffen. "Die Öffentlichkeit sollte genug erfahren, sodass zusätzliche Informationen ihre Entscheidungen nicht beeinflussen würden. Der Gedanke ist Sättigung", sagte er. Die Sitzung zum Thema "gesellschaftliche Aspekte und Kommunikation" wurde von Mihail Roco, dem Koordinator der nationalen Nanotechnologie-Initiative der USA, geschlossen. Er bedauerte die häufig polarisierte Debatte, insbesondere in den Medien, die von denjenigen dominiert werde, die über wenig Kenntnisse verfügen. Er forderte daher die Experten in diesem Bereich auf, sich Gehör zu verschaffen und andere zu ermutigen, ihre Meinung deutlich zu vertreten.

Mein Booklet 0 0