Kommission möchte unternehmerische Initiative durch neuen Aktionsplan fördern
Die Europäische Kommission hat am 3. März einen neuen Aktionsplan Unternehmergeist verabschiedet. Im Plan werden fünf vorrangige Themenbereiche benannt: Förderung des Unternehmergeistes bei jungen Menschen, Abbau der Stigmatisierung unternehmerischen Scheiterns, Unterstützung von Frauen und ethnischen Minderheiten, Vereinfachung der Steuergesetzgebung und Vereinfachung von Unternehmensübertragungen an neue Eigentümer. Der Aktionsplan wurde nach umfassenden Konsultationen in Bezug auf das im Jahr 2003 veröffentlichte Grünbuch Unternehmergeist mit dem Ziel erarbeitet, "das unternehmerische Potential in Europa zu erschließen." Die Kommission ist der Auffassung, dass zu wenige Europäer ein eigenes Unternehmen gründen und zu viele Kleinunternehmen in Europa unter niedrigen Expansionsraten nach der Gründung leiden. Fast die Hälfte der Europäer gibt an, eine berufliche Selbständigkeit zu bevorzugen, und fast ein Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Europa beschreibt Wachstum als eine zentrale Zielsetzung. Dieses Paradoxon soll nach Aussage der Kommission mithilfe des Aktionsplans überwunden werden. "Europa braucht mehr Unternehmer, damit wir unsere Wettbewerbsfähigkeit verbessern können", so der EU-Kommissar für Unternehmen und die Informationsgesellschaft Erkki Liikanen. "Um Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum zu fördern, müssen mehr Europäer ein Unternehmen gründen oder übernehmen. Nach der Unternehmensgründung sind dann optimale Bedingungen für zukünftiges Wachstum erforderlich. Der Aktionsplan umfasst ein spezielles Maßnahmenpaket in Bereichen, in denen Europa sich verändern kann und wird." Liikanen fügte hinzu, dass der Erfolg des Aktionsplans vom Engagement der Mitgliedstaaten abhänge: "Die EU kann nicht alles alleine machen. Ein kritischer Erfolgsfaktor ist die Beteiligung der Regierungen, der regionalen und lokalen Behörden sowie der Unternehmensverbände in den Mitgliedstaaten." Im Vergleich zur Situation in den Vereinigten Staaten ist die Wachstumsrate bei neu gegründeten Unternehmen in Europa gering. In Europa beschäftigen Unternehmen im Durchschnitt sechs Mitarbeiter, drei Mal weniger als in den USA. Schnell wachsende Unternehmen, die überdurchschnittlich zu Wachstum und Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen, sind in den meisten EU-Ländern immer noch die große Ausnahme. Auch das Altern der Bevölkerung wird voraussichtlich zur Vergrößerung des unternehmerischen Gefälles beitragen, da sich die Altersgruppe, die bei der Unternehmensgründung am aktivsten ist (25-34 jährige), in den kommenden Jahrzehnten verkleinern wird. Da immer weniger Übertragungen innerhalb der Familie stattfinden, müssen mehr Familienbetriebe an Angestellte oder Dritte übertragen werden. Viele Europäer gründen jedoch lieber eine neue Firma als eine alte zu übernehmen. Es wird deshalb immer schwieriger, Nachfolger zu finden.