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Inhalt archiviert am 2023-01-20

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Integriertes Projekt untersucht genetische Faktoren der Depression

Beim Human Genome Meeting 2004 in Berlin, Deutschland, wurde diese Woche ein neues mit EU-Mitteln finanziertes Projekt gestartet zur Entwicklung neuer medikamentöser Therapien von Depressionen durch die Untersuchung der dieser Krankheit zugrundeliegenden genetischen Faktoren. ...

Beim Human Genome Meeting 2004 in Berlin, Deutschland, wurde diese Woche ein neues mit EU-Mitteln finanziertes Projekt gestartet zur Entwicklung neuer medikamentöser Therapien von Depressionen durch die Untersuchung der dieser Krankheit zugrundeliegenden genetischen Faktoren. Bei NEWMOOD handelt es sich um ein neues Integriertes Projekt des Sechsten Rahmensprogramms (RP6), an dem 13 Labors aus ganz Europa beteiligt sind u.a. auch aus den drei neuen Mitgliedstaaten Estland, Ungarn und Polen. Das Projekt erhält durch die Priorität Biowissenschaften, Genomik und Biotechnologie im Dienste der Gesundheit des RP6 in den kommenden fünf Jahren 7,3Mio. Euro Finanzierung. Die NEWMOOD-Partner werden nach Genen forschen, die in Modellen von Maus und Ratte sowie auch beim Menschen Depressionen beeinflussen. Dies soll wiederum neue Ziele für Arzneimittel setzen, die Diagnose unterstützen und die menschliche Kenntnis der Ursachen der Depression verbessern. Projektkoordinator Professor Bill Deakin von der Universität Manchester, Vereinigtes Königreich, erläutert: "Antidepressiva haben sich seit 30 Jahren nicht geändert. Wir müssen neue Moleküle finden, die bei der Depression eine Rolle spielen, damit neue Therapien gefunden werden können." Die meisten Antidepressiva arbeiten derzeit durch Erhöhen des Serotoningehalts im Gehirn, einer Chemikalie, durch die die Nervenzellen im Gehirn miteinander kommunizieren. Bei diesen Therapien können aber Wochen vergehen, ehe eine Wirkung eintritt, und nur etwa die Hälfte der Patient spricht auf diese Therapieform überhaupt an. Im Rahmen des NEWMOOD-Projekts wollen die Forscher einen Mikrochip mit 800 Genen bauen, die vermutlich mit Depressionen in Verbindung stehen und zu denen auch jene gehören, die den Stoffwechsel, das Wachstum und die Kommunikation zwischen den Zellen regeln. Der Chip wird zur Identifikation der Gene verwendet, die bei gesunden oder depressiven Tieren bzw. Menschen aktiv sind. Auf der Grundlage der Ergebnisse wollen die Forscher dann die Auswirkungen dieser depressionsbezogenen Gene durch Ändern ihrer Aktivitäten in genetisch veränderten Mäusen testen. "Wir haben keine Ahnung, um welche Moleküle es sich dabei handeln wird," fügte Professor Deakin hinzu, "aber wir rechnen damit, eine ganze Kaskade von Genen zu finden." Sollte das Projekt Erfolg zeigen, wovon die Partner ausgehen, könnte NEWMOOD bedeutende Auswirkungen auf das Leben der 120Mio. Menschen weltweit haben, die unter Depression leiden.

Länder

Estland, Ungarn, Polen

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