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Inhalt archiviert am 2023-01-20

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Auf europäischem Kongress werden neue Therapiemöglichkeiten durch Stammzellen für Epilepsiepatienten vorgestellt

Auf dem Sixth European Congress on Epileptology, der am 3. Juni zu Ende ging, wurde Wissenschaftlern und Forschern vorgestellt, wie embryonale Stammzellen zur Regeneration von Hirngewebe eingesetzt werden können. In einer Präsentation, die für großes Interesse unter den 3.000...

Auf dem Sixth European Congress on Epileptology, der am 3. Juni zu Ende ging, wurde Wissenschaftlern und Forschern vorgestellt, wie embryonale Stammzellen zur Regeneration von Hirngewebe eingesetzt werden können. In einer Präsentation, die für großes Interesse unter den 3.000 Teilnehmern sorgte, berichtete das für das Forschungsprojekt verantwortliche deutsche Team, dass aus embryonalen Stammzellen gezüchtete neuronale Vorläuferzellen sich nach der Transplantation in das Empfängerhirngewebe funktionell integriert haben. Diese Ergebnisse könnten zu potentiellen Anwendungsmöglichkeiten bei der Behandlung von Epilepsiepatienten führen, insbesondere da in bis zu 20 Prozent der Fälle die Entfernung von unkontrollierten Nervenzellen, die elektrische Entladungen im Hirn verursachen, die besten Heilungschancen bietet. Professor Oliver Brüstle vom Institut für rekonstruktive Neurobiologie an der Universität Bonn, Mitverantwortlicher des Forschungsprojekts, erklärte: "Wir befinden uns derzeit in einem sehr frühen Stadium unserer Forschung. Damit wir den möglichen klinischen Einsatz embryonaler Stammzellen richtig einschätzen können, ist noch einiges an Grundlagenforschung notwendig. Tatsächlich konnten wir aber in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Heinz Beck an der Bonner Klinik für Epileptologie am Tiermodell bereits nachweisen, dass aus embryonalen Stammzellen gewonnene Nervenzellen sich im Anschluss an eine Transplantation mit den Nervenzellen des Empfängers vernetzen und [...] nicht nur selbst elektrisch aktiv werden [...] sondern auch Signale aus dem Empfängergehirn erhalten und verarbeiten." Bis jetzt hat das Team diese Ergebnisse nur unter Laborbedingungen unter Einsatz von Tiermodellen und Zellkulturen erzielen können, so dass es noch zu früh für eine Aussage darüber ist, ob die Regeneration von Hirngewebe beim Menschen möglich sein wird. Das Potential für neue Epilepsietherapien bleibt somit noch unbekannt. Doch neben der Möglichkeit, chirurgisch entfernte oder anderweitig verloren gegangene Nervenzellen zu ersetzen, bietet die Transplantation von Stammzellen in das Gehirn auch die Möglichkeit, anfallshemmende Stoffe in das epileptische Gehirn einzuschleusen. Trotz des Widerstrebens des Teams, übertriebene Erwartungen zu wecken, waren sich alle Kongressteilnehmer der möglichen Bedeutung dieser Forschungsarbeit bewusst. Professor Christoph Baumgartner, Chairman des Scientific Advisory Committee des 6. ECE, erklärte: "Derzeit können zwar bereits zwei Drittel der Betroffenen sehr gut mit modernen Medikamenten behandelt werden, aber noch immer müssen wir jedes Jahr für tausende von Patienten andere Therapiewege finden. Einen Ansatz dazu bietet die Epilepsie-Chirurgie, bei der betroffene Hirnareale entfernt werden. Die Effektivität eines solchen Eingriffes könnte durch die anschließende Regeneration von Hirngewebe [...] noch gesteigert werden."

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