Liikanen legt Vorstellungen für Mobilkommunikation auf der Grundlage von F&E und Innovation dar
Nach dem Erfolg der Mobilfunkdienste der zweiten Generation (2G) und vor allem GSM, ist Europa fraglos weltweit bei der Mobilkommunikation mit Penetrationsraten von etwa 80 Prozent führend. Erkki Liikanen, EU-Kommissar für Unternehmen und Informationsgesellschaft, möchte, dass dies auch so bleibt. Doch trotz der derzeitigen Führungsposition bedeutet das Aufkommen einer neuen Generation von Mobilkommunikationstechnologie, dass sich Europa um seine führende Rolle bemühen muss, wenn es den starken Herausforderungen aus anderen Teilen der Welt erfolgreich begegnen will. Erkki Liikanen legte in seiner Rede, die er anlässlich des Starts von zwei neuen Forschungsinitiativen, mit denen genau das oben Gesagte erreicht werden soll, in Brüssel die Herausforderungen dar, mit denen der europäische Mobilfunksektor konfrontiert ist, und er stellte seine Vision vor, mit der diese Situation gemeistert werden kann. "Die Weltkarte für mobile und drahtlose Kommunikation [...] verändert sich", so begann Erkki Liikanen. "Einige Länder, darunter China und Südkorea, investieren massiv in F&E [Forschung und Entwicklung], um sich einen Wettbewerbsvorteil zu sichern." "Daher dürfen wir uns auf den derzeitigen Erfolgen der 2G Mobilkommunikation nicht ausruhen. Das Aufkommen dieses neuen Paradigmas bedeutet, dass wir unseren Ansatz aus der Vergangenheit nun auf die wichtigsten ermöglichenden Faktoren konzentrieren müssen." Dazu gehören Interoperabilität und eine unterstützende Durchführungsumgebung hinsichtlich des Inhalts, aber auf EU-Ebene möchte sich Liikanen auf die Notwendigkeit des konzertierten Vorgehens in zwei bestimmten Bereichen, nämlich Forschung und Innovation, konzentrieren. "Europa muss sich auf die Innovation als wichtigste treibende Kraft für die Wettbewerbsfähigkeit konzentrieren. Dies lässt sich nur durch ein umfassendes Programm mit integrierten Forschungstätigkeiten erreichen." Der Kommissar führte an, dass F&E heute durch drei Tendenzen beherrscht werden: zunehmende Komplexität, zunehmende gegenseitige Abhängigkeit zwischen Produkten und Dienstleistungen und verstärkter Wettbewerb auf globaler Ebene. "Technologieallianzen und Zusammenarbeit von Unternehmen und Universitäten in der Forschung werden nicht länger von Landesgrenzen beschränkt. Wir haben es heute mit einem internationalen 'Spielfeld zu tun", erklärte Herr Liikanen. Er ist der Ansicht, dass Europas wichtigstes Kapital seine erwiesene Fähigkeit ist, Forschungsressourcen zum Erreichen gemeinsamer Ziele zusammen zu bringen. Das ist eine Stärke, auf der aufgebaut werden muss. "EU-Programme haben dazu beigetragen, Europa in wichtigen Bereichen wie der Mobilkommunikation ins Spiel zu bringen. [...] Daher können wir auf europäischer Ebene durch Partnerschaften eine Führungsposition erzielen. Ein richtig finanziertes strategisches F&E-Programm auf europäischer Ebene ist ganz wichtig, um eine kritische Masse zu erreichen", meinte Erkki Liikanen. Zum Thema Innovation sagte Kommissar Liikanen, dass sich das traditionelle Modell mit Grundlagenforschung, gefolgt von angewandter Forschung, Entwicklung und Einrichtung vor allem im Technologiesektor geändert hat. Der moderne Innovationsprozess ist eher ein stark paralleler Prozess, bei dem alle Innovationsformen in einem disziplinenübergreifenden Innovationsraum interagieren. "Die Notwendigkeit, eine Katalysatorwirkung für die Innovation durch die Einrichtung großer, disziplinenübergreifender Projekte wie Technologieplattformen zu schaffen, ist für diesen dynamischen industriellen Bereich wichtig", erklärte Kommissar Liikanen. "Wir sollten die Entwicklung von Gemeinschaften fördern, die als regelrechte 'lebende Laboratorien angesehen werden können, in denen alle Forschungsakteure zu finden sind, die für eine hochwertige Forschung gebraucht werden, welche sich stark auf das Wachstum in Europa auswirken wird." Zum Schluss seiner Rede erinnerte Kommissar Liikanen seine Zuhörer daran, dass die Kommission hofft, bis Ende Juni eine Mitteilung zum Mobilfunksektor abzuschließen, und verkündete die ermutigende Botschaft: "Das Wachstum der mobilen Hochgeschwindigkeitsdatendienste ist eine spannende Chance. Wenn wir sie nutzen, wird dies enorme gesellschaftliche und wirtschaftliche Vorteile bringen."