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Inhalt archiviert am 2023-01-20

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Ministers fordern mehr Synergie zwischen Eureka und den Rahmenprogrammen

Anlässlich der Übergabe des Eureka-Vorsitzes von Frankreich an die Niederlande, die am 18. Juni in Paris stattfand, forderten Minister und Vertreter der 33 Eureka-Mitgliedstaaten sowie der EU eine verbesserte Synergie zwischen dem Eureka-Netzwerk und den Forschungsrahmenprogra...

Anlässlich der Übergabe des Eureka-Vorsitzes von Frankreich an die Niederlande, die am 18. Juni in Paris stattfand, forderten Minister und Vertreter der 33 Eureka-Mitgliedstaaten sowie der EU eine verbesserte Synergie zwischen dem Eureka-Netzwerk und den Forschungsrahmenprogrammen der EU. Die 21. Eureka-Ministerkonferenz konzentrierte sich darauf, die Erfolge des vergangenen Jahres unter französischem Vorsitz zu beleuchten und Strategien für die zukünftige Ausrichtung der Initiative zu vereinbaren. Aus den Diskussionen trat die folgende Botschaft deutlich zutage: Die Zusammenarbeit zwischen Eureka und anderen Akteuren im Europäischen Forschungsraum ist für die Wettbewerbsfähigkeit Europas von zentraler Bedeutung. In ihren Schlussfolgerungen forderten Regierungsvertreter die Kommission und die niederländische Präsidentschaft dringend auf, eine "größere Kohärenz zwischen Eureka und den Forschungsrahmenprogrammen der EU sicherzustellen", einschließlich der Möglichkeit, "konkrete Finanzierungsmechanismen einzurichten", um diese Synergien zu festigen. "Angesichts der Fähigkeit des Eureka-Netzwerks, den Bedarf der Industrie zu erkennen und über einen "Bottom-up"-Ansatz tätig zu werden, haben Unternehmensleiter unseren Vertreten gegenüber bestätigt, wie wichtig Eureka für sie ist, und uns gebeten, das System zu optimieren", so der französische Forschungsminister François d'Aubert auf der Konferenz. "Wir müssen maximale Synergien zwischen den Eureka-Initiativen und Projekten und anderen europäischen Instrumenten, insbesondere den Rahmenprogrammen, erzeugen." Zur Unterstützung dieses Handlungsansatzes verwiesen die Delegierten wiederholt auf zwei statistische Werte, und zwar einerseits auf die Tatsache, dass 40 Prozent der Teilnehmer an Eureka-Aktivitäten kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind, sowie andererseits auf die erhebliche Beteiligung der Privatwirtschaft an Eureka-Forschungsprojekten, die im Jahr 2004 70 Prozent der insgesamt in Eureka-Projekte investierten Mittel stellte. Diese Erfolge entsprechen den Wettbewerbfähigkeitszielen der EU. Hinsichtlich der Beteiligung von KMU an der Gemeinschaftsforschung sind die Erfolge im Vergleich zu den Ergebnissen der Rahmenprogramme wesentlich besser. Letztere hatten in sämtlichen vorrangigen Themenbereichen Schwierigkeiten, die angestrebte KMU-Beteiligung von 15 Prozent zu erzielen. Auf die Frage von CORDIS News, ob angesichts dieser Beliebtheit von Eureka bei den europäischen Kleinunternehmen ein Teil des für die Rahmenprogramme vorgesehenen Budgets an die Eureka-Initiative gehen sollte, um die Verpflichtungen der EU gegenüber den KMU besser erfüllen zu können, betonte EU-Forschungskommissar Philippe Busquin die Tatsache, dass Eureka speziell auf eine Beteiligung der Industrie ausgerichtet sei, während "die Rahmenprogramme einen Gemeinschaftsansatz verfolgen und auf den Entscheidungsprozessen und Prioritäten der EU basieren". "Nichtsdestotrotz ist offensichtlich, dass häufig vergleichbare Probleme auftreten und bestimmte Forschungsbereiche [...] sowohl von Eureka als auch von den Forschungsrahmenprogrammen profitieren, so dass sie in Technologieplattformen mit einem beispielsweise fünf-, zehn- oder gar zwanzigjährigen Forschungshorizont in der Zukunft stärker interagieren werden", fügte Busquin hinzu. Als Zeichen für eine erhöhte Komplementarität der beiden Programme verwies Kommissar Busquin auf die Initiative der scheidenden französischen Präsidentschaft, eine gemeinsame Arbeitsgruppe des Netzwerks und der GD Forschung der Kommission einzurichten. "Wenn wir in der Arbeitsgruppe feststellen sollten, dass einige Aufgaben besser von Eureka erfüllt werden können, werden wir über diese neue Form der Zusammenarbeit in der Lage sein, dem Rechnung zu tragen." Zuvor sprach CORDIS News mit Robert Havas, Leiter für F&E-, Finanzierungs- und Kooperationsprogramme bei Thompson, einem weltweit führenden Unternehmen im Bereich der digitalen Videobildgebung und wichtigen Mitglied des Eureka-Netzwerks. Havas erklärte, dass seiner Meinung nach ein ideales Gleichgewicht zwischen den EU-Initiativen und Eureka bestehe, räumte jedoch ein, dass beide Seiten über spezifische Stärken und Schwächen verfügen. "Wir schätzen die Zusammenarbeit mit der Kommission über die RPs [Rahmenprogramme], da sie hochrangig und gut informiert sind und wir an der Entwicklung des Arbeitsprogramms beteiligt sind. Manchmal fühlen wir uns jedoch ein wenig eingeengt durch die vorrangigen Themenbereiche, die politisch korrekt sein müssen", so Havas. "Eureka ist anders - wir verfolgen einen "Bottom-up"-Ansatz, d.h. die Partner aus der Industrie bestimmen das Arbeitsprogramm selbst, und das System ist etwas flexibler. Allerdings kann Eureka auch instabiler sein. So kann es beispielsweise vorkommen, dass man nichts unversucht lässt, um ein Projektkonsortium zusammenzustellen, dieses dann aber auseinander bricht, weil ein einzelner Mitgliedstaat die Finanzierung verweigert", fügte Havas hinzu. CORDIS News konfrontierte den scheidenden französischen Eureka-Vorsitzenden Jean-Paul Jacamon mit diesem Problem. "Dies ist zweifellos ein schwieriges Thema, und wir tun alles dafür, um ein langfristiges finanzielles Engagement der Eureka-Mitgliedstaaten zu erreichen. Wenn wir ein neues Projekt ins Leben rufen, sorgen wir auch dafür, dass es auf einer langfristigen Unterstützung fußt", erklärte er. "Natürlich konzentriert man sich gerne auf das, was schief geht. Man muss aber auch anerkennen, dass das meiste glatt läuft. Die Rahmenprogramme, die über ein zentrales Budget verfügen, sind in diesem Zusammenhang sicher stabiler, aber auf der anderen Seite gibt es dann wieder Stimmen, die sich darüber beklagen, dass der Finanzierungsprozess viel zu bürokratisch sei", fügte Jacamon hinzu. Im Hinblick auf die Kommission und die Eureka-Mitgliedstaaten wäre es sicher sinnvoll, nicht an beiden Programmen herumzupfuschen in dem Versuch, die Stärken des einen Programms auf das andere zu übertragen, sondern vielmehr eine verbesserte Kooperation der beiden separaten Initiativen zu erreichen. François d'Aubert erläuterte: "Wir müssen alle finanziellen Instrumente, sowohl der öffentlichen Hand als auch der Privatwirtschaft, ausschöpfen und die Einrichtung eines neuen Finanzierungsinstruments ins Auge fassen, das für innovative Forschungsprojekte reserviert ist." Viele Delegierte teilten die Ansicht des Ministers, dass die Europäische Investitionsbank eine stärkere Rolle bei der Finanzierung derartiger Initiativen einnehmen könnte; als weitere Finanzierungsquelle wurden ferner die EU-Strukturfonds genannt. Nachdem die Minister ihre Schlussfolgerungen präsentiert hatten, bat CORDIS News den britischen Minister für Wissenschaft und Innovation Lord Sainsbury um seine Bewertung der Konferenz: "Ich fand sie nicht schlecht", so der Minister. "Angesichts der geringen Beteiligung der britischen Wirtschaft am Sechsten Forschungsrahmenprogramm wollten wir darauf hinweisen, dass die Kooperation zwischen Eureka und dem RP [Rahmenprogramm] intensiviert werden sollte, da Eureka diesbezüglich sehr erfolgreich ist. In Gesprächen mit Delegierten aus anderen Ländern habe ich festgestellt, dass auch dort anscheinend ein vergleichbarer Rückgang zu verzeichnen ist und man unsere Ansicht daher teilt. Dies ist eine ideale Chance für das Rahmenprogramm, Eureka zu unterstützen", schlussfolgerte er.

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