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Inhalt archiviert am 2023-01-20

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Pharmariesen richten Fonds für Tierforschung ein

Als Reaktion auf die zunehmend aggressive Haltung britischer Verfechter der Rechte der Tiere haben die drei größten Pharmaunternehmen mit Forschungseinrichtungen in Großbritannien, Astra Zaneca, GlaxoSmithKline und Pfizer, angekündigt, dass sie vier Millionen GBP (6,05 Million...

Als Reaktion auf die zunehmend aggressive Haltung britischer Verfechter der Rechte der Tiere haben die drei größten Pharmaunternehmen mit Forschungseinrichtungen in Großbritannien, Astra Zaneca, GlaxoSmithKline und Pfizer, angekündigt, dass sie vier Millionen GBP (6,05 Millionen Euro) für medizinische Forschungen an britischen Universitäten auf den Gebieten Pharmakologie, Physiologie und Toxikologie zur Verfügung stellen wollen. Die Mittel werden zur Zahlung von Forschungen an Tieren zwecks Entwicklung neuer Medikamente, für Laboreinrichtungen und die Ausbildung von Studenten und Wissenschaftlern in Tierexperimenten verwendet. "Dieser neue Fonds wird helfen, die Qualität der Grundlagentierforschung in britischen Universitäten sicherzustellen", erklärten die drei Unternehmen in einer Stellungnahme. "Die Entdeckung und Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe hängt davon ab, ob hochkarätige Graduierte und Postgraduierte aus der höheren Bildung angeworben werden können." Lord Sainsbury, der britische Minister für Wissenschaft, begrüßte die Initiative als "wertvolle zusätzliche Forschungsmittel". "Entwicklung und Ausbildung neuer Fähigkeiten auf den Gebieten Pharmakologie, Physiologie und Toxikologie sind für die britische Wissenschaft ganz wesentlich. Die Partnerschaft zwischen GSK, AZ, Pfizer und der British Pharmacological Society wird dazu beitragen, dass wir unsere derzeitige führende exzellente Stellung in diesem Bereich beibehalten können", fügte er hinzu. Dieser Schachzug folgt der kürzlich erfolgten Ankündigung, dass sich eine Baufirma aus dem Bau eines Tierforschungszentrums an der Universität Oxford aufgrund von Angriffen zurückgezogen hat. Im Januar hat die Universität Cambridge nach einer ähnlichen Kampagne den Plan des Baus eines neuen Zentrums für Primatenforschung aufgegeben. Mehrere Arzneimittelfirmen haben bereits gewarnt, dass sie sich durch die immer häufigeren Attacken von Tierschützern gezwungen sehen könnten, ihre Forschungseinrichtungen in andere Länder zu verlagern. Früher in dieser Woche hat der Chef von GlaxoSmithKline, Jean-Pierre Garnier, in einem Interview mit der Financial Times erklärt, dass "das Thema Tierrechte mehr Investitionen und Jobs in der Wissenschaft vernichtet hat, als alles andere, das ich kenne". Professor Chris Higgins vom Medical Research Council erklärte ebenfalls gegenüber der Financial Times: "Wenn sich die Pharmaindustrie aus diesem Land zurückzieht, wird dies ein schwerer Schlag für die Wirtschaft sein. Dies könnte sich dramatisch auf die Forschungswelt auswirken." Professor Higgins räumte ein, dass die Arbeit an Tieren abgelehnt werden könne, dass es aber keinen Ersatz dafür gäbe. "Wenn es eine Alternative gäbe, würde sie zweifellos genutzt werden", sagte er gegenüber der Financial Times. Wendy Higgins, Kampagnenleiterin bei der British Union for the Abolition of Vivisection (BUAV), wies diese Äußerung zurück und erklärte in einem Interview mit der BBC: "Die Gegner der Vivisektion sind nicht gegen die medizinische Forschung. Aber es gibt zunehmend Evidenzen dafür, dass die Tierforschung die Wissenschaft behindert." Es wird erwartet, dass die britische Regierung einen neuen gesetzlichen Schutz für Wissenschaftler ankündigt, die von Tierrechtsgruppen bedroht werden.

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