Skip to main content
Weiter zur Homepage der Europäischen Kommission (öffnet in neuem Fenster)
Deutsch Deutsch
CORDIS - Forschungsergebnisse der EU
CORDIS

Article Category

Inhalt archiviert am 2023-01-20

Article available in the following languages:

Europaweit Hinweise auf Vorteile des Hinauszögerns von Frühgeburten

Laut einer paneuropäischen Studie, die am 6. August im Lancet Medical Journal veröffentlicht wurde, hat das Herausschieben von Frühgeburten um nur wenige Tage positive Auswirkungen auf die Gesundheit des Babys. Werden die Risiken von Warten oder schneller Entbindung gegeneina...

Laut einer paneuropäischen Studie, die am 6. August im Lancet Medical Journal veröffentlicht wurde, hat das Herausschieben von Frühgeburten um nur wenige Tage positive Auswirkungen auf die Gesundheit des Babys. Werden die Risiken von Warten oder schneller Entbindung gegeneinander abgewogen, so sei beim Herauszögern der Geburt die Wahrscheinlichkeit höher, dass Hirnschäden und Behinderungen vermieden werden, insbesondere wenn der Fötus weniger als 30 Wochen alt sei, so das Ergebnis der Forschungsarbeit. 588 frühgeborene Babys in 13 europäischen Ländern wurden in die Studie, die über einen Zeitraum von acht Jahren durchgeführt wurde, einbezogen. Mittels Randomisierung wurden etwa 296 Neugeborene für eine umgehende Entbindung ausgewählt, bei 292 wurde die Entbindung um durchschnittlich 4,5 Tage hinausgezögert. Obgleich die Mortalität in beiden Gruppen etwa gleich hoch war, schien die Verzögerung der Entbindung in Bezug auf Hirnschäden die bessere Wahl zu sein. Tatsächlich lag die Behinderungshäufigkeit (einschließlich zerebraler Lähmung) im Alter von zwei Jahren bei sofort zur Welt gebrachten Babys bei acht Prozent. Bei der Gruppe von Neugeborenen, deren Geburt hinausgezögert wurde, lag sie hingegen nur bei vier Prozent. Die größten Unterschiede ließen sich bei Babys feststellen, die vor der 31. Schwangerschaftswoche geboren wurden. Etwa 90 Prozent der in der 28. Schwangerschaftswoche geborenen Babys überleben, erklärte der Verfasser der Studie Dr. Jim Thornton, Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie im City Hospital in Nottingham, Vereinigtes Königreich. Die Entscheidung über den besten Entbindungszeitpunkt für ein Baby, das in der Gebärmutter weder wächst noch sich weiterentwickelt, kann für die Ärzte sehr schwierig sein, da bei frühgeborenen Babys mit höherer Wahrscheinlichkeit Atemstörungen, zerebrale Lähmung und andere Probleme auftreten. Gleichzeitig kann eine zu lang hinausgezögerte Entbindung wiederum Sauerstoffmangel und eine Totgeburt zur Folge haben. Bei der Studie wurde jedoch festgestellt, dass Warten im Durchschnitt die Chancen für die Hirnentwicklung verbesserte. "Bis jetzt", erklärte Dr. Thornton, "wurde der Zeitpunkt, an dem [Ärzte] sagten, einem Baby gehe es außerhalb der Gebärmutter besser, nach Gefühl und Intuition festgelegt. Es gab niemals eine randomisierte und kontrollierte Studie zur Bestimmung des richtigen Zeitpunkts." "Wir hoffen, dass die Ärzte durch unsere Ergebnisse nun bessere Informationen für diese kritischen Entscheidungen erhalten", fügte er hinzu.

Mein Booklet 0 0