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Inhalt archiviert am 2023-01-20

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Italienische Regierung ist sich zum Thema GVO uneinig

Der italienische Ministerrat hat einen von Landwirtschaftsminister Gianni Alemanno eingebrachten Antrag abgelehnt, der Vorschriften für die zukünftige Einführung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in Italien vorsah, und damit die Regierung gespalten. Nach der im letz...

Der italienische Ministerrat hat einen von Landwirtschaftsminister Gianni Alemanno eingebrachten Antrag abgelehnt, der Vorschriften für die zukünftige Einführung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in Italien vorsah, und damit die Regierung gespalten. Nach der im letzten Monat getroffenen Entscheidung der Europäischen Kommission, gemäß der es Landwirten in der EU erlaubt ist, 17 verschiedene gentechnisch veränderte Maissorten kommerziell anzubauen, hatte Alemanno ein Gesetz zur strengen Regelung des Anbaus gentechnisch veränderten Saatguts vorgeschlagen. "Wir wissen noch längst nicht alles über GVO und wenn wir uns heute zu flexibel zeigen, könnte es passieren, dass wir uns irgendwann in einer Situation befinden, die nicht mehr zu kontrollieren ist", versuchte der Minister seinen vorsichtigen Ansatz zu erklären. "Wir müssen zudem berücksichtigen, dass 12 italienische Regionen sich für GVO-frei erklärt haben", fügte er hinzu. Der italienische Premierminister Silvio Berlusconi bezeichnete die Maßnahme jedoch als "illiberal" und erklärte, dass sie die Bürgerfreiheit verletze. Demzufolge teilt sich die Regierung nun in diejenigen, die die vorgeschlagenen Maßnahmen als zu streng empfinden, und diejenigen, die der Meinung sind, dass GVO der italienischen Tradition biologischer Qualitätsprodukte entgegenstehen. Antonio Marzano, Minister für Industrie, schloss sich der Meinung von Berlusconi an: "Italien kann nicht auf die Entwicklung von GVO verzichten." Gleiches gilt für Giancarlo Galan, Präsident der Region Veneto, der erklärte: "Ich denke, dass die wissenschaftliche Forschung nicht gestoppt werden kann und sollte. [...] Wissenschaftliche Forschung hält vor nichts und niemandem an. Wenn wir sie nicht hier durchführen, wird es jemand anderes an einem anderen Ort tun. Wenn wir nicht in Europa forschen, dann wird diese Arbeit eben in Israel oder Ägypten durchgeführt. Die Forschung ist nicht aufzuhalten." "Wichtig ist die Rückverfolgbarkeit des Produkts", fügte er hinzu. "Wir müssen fordern, darüber aufgeklärt zu werden, was wir essen und trinken." Umweltminister Altero Matteoli forderte ebenfalls eine weniger strenge gesetzliche Regelung. Ermete Realacci von der Umweltorganisation Legambiente schloss sich Alemanno an und erklärte laut Greenplanet: "Ich verstehe, dass Berlusconi unter großem Druck vonseiten der ausländischen Regierungen und mächtigen Wirtschaftslobbys steht, aber man kann nicht erst bestätigen, dass Italien vom Tourismus und von der hohen Qualität seiner Lebensmittel lebt, und dann dem Land die entsprechenden Grundlagen entziehen." Der italienische Genossenschaftsverband erklärte in einer Mitteilung, dass "das wichtigste zu verfolgende Ziel die Verteidigung und Authentizität der italienischen Landwirtschaft ist, deren Ausrichtung eindeutig nicht in Richtung GVO geht. In dieser Hinsicht unterstützen wir die Initiative des Ministers Alemanno, die auf eine Regelung des Problems abzielt und vor allem die Rückverfolgbarkeit zur Priorität macht, so dass die Transparenz für die Verbraucher gewährleistet ist." Trotz der Tatsache, dass das Kabinett auseinander ging, ohne zu einer Einigung über die von Alemanno vorgeschlagenen Vorschriften gekommen zu sein, erklärte der Landwirtschaftsminister: "Ich werde meinen Antrag durchbringen, komme was da wolle. Wenn es sich als unmöglich herausstellt, sie durch den Ministerrat zu bringen, müssen wir eben andere Wege finden." Eine kürzlich durchgeführte Umfrage ergab, dass 68 Prozent der Italiener kein Vertrauen in gentechnisch verändertes Obst und Gemüse haben.

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