Dänisches Parlament soll die Rolle der Biotechnologie in der Nahrungsmittelproduktion der Zukunft beleuchten
Im Rahmen einer neuen dänischen "Farm-to-Fork"-Strategie ist das dänische Parlament aufgefordert worden zu untersuchen, welche Rolle die Biotechnologie bei der Entwicklung geschmacklich verbesserter und sicherer Lebensmittel einnehmen kann. Die auf zehn Jahre angelegte Strategie ziele darauf ab, Chancen und Hindernisse bei der Nutzung von Biotechnologie zur Schaffung qualitativ hochwertigerer und preiswerterer Nahrungsmittel zu analysieren, berichtet die Website foodnavigator.com. Der von den dänischen Unternehmen Danisco, Arla Foods, Cr Hansen und Novozymes vorgestellte Plan sei im Parlament positiv aufgenommen worden, so Per Falholt von Novozymes, der Mitglied des für die Strategie verantwortlichen Lenkungsausschusses ist. "Wir hoffen, dass wir ausreichende Fördermittel erhalten können. Erforderlich wären mindestens 5 Millionen DKK [670.000 Euro] auf einen Zeitraum von fünf Jahren", erklärte er. Die Strategie beschreibt eine zentrale Vision, die neben einer verbesserten Ernährungsqualität und höheren Nahrungsmittelsicherheit auch nachhaltige Produktionsverfahren und Prozesskontrollen umfasst. "Die Fähigkeit, die Lebensmittel zu produzieren, die die Verbraucher in Zukunft erwarten werden, erfordert ein grundlegenderes Verständnis der Faktoren, die die Lebensmittelqualität wesentlich beeinflussen", so der Wortlaut des Strategiepapiers. Ziel sei die Anwendung von Genomik und Proteomik (Lehre der Proteine), um die Interaktion zwischen Nahrungsmittelmolekülen und dem menschlichen Körper besser zu verstehen. Sobald dieses Wissen verfügbar sei, könnten neue Prozesse und Produkte entwickelt werden, aus denen wiederum bessere Nahrungsmittel hervorgehen werden, beispielsweise neue Geschmacksvariationen und verbesserte Aromen, erläuterte der Lenkungsausschuss. Ein weiteres Problem, das über die neue Strategie in Angriff genommen werden soll, ist die ablehnende Haltung der europäischen Verbraucher gegenüber Biotech-Lebensmitteln. "Wir müssen unsere Forschungsarbeit auf die Frage konzentrieren, womit sich die Verbraucher wohl fühlen und in welcher Form die Gesellschaft neue Arten der Biotechnologie in der Nahrungsmittelproduktion akzeptiert", so die Verfasser der Strategiepapiers. Laut Falholt sieht der Plan akademische Abteilungen vor, die in enger Kooperation mit der Industrie als Forschungszentren fungieren. "Wir werden die Industrie drängen, die Forschungs- und Entwicklungsarbeit [FuE] zu fördern", so Falholt gegenüber foodnavigator.com.
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