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IST-Konferenz 2004 vernimmt Forderungen nach einem Überdenken der IKT-Agenda für Europa

Vertreter der Europäischen Kommission und des niederländischen Vorsitzes haben in ihren Eröffnungsreden auf der Konferenz zu Informationsgesellschaftstechnologien (IST) 2004 in Den Haag, Niederlande, eine Neubewertung der europäischen Agenda für Informations- und Kommunikation...

Vertreter der Europäischen Kommission und des niederländischen Vorsitzes haben in ihren Eröffnungsreden auf der Konferenz zu Informationsgesellschaftstechnologien (IST) 2004 in Den Haag, Niederlande, eine Neubewertung der europäischen Agenda für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) gefordert. Fabio Colasanti, Generaldirektor der GD Informationsgesellschaft der Kommission, und Chris Buijink, Generaldirektor für Unternehmen und Innovation im niederländischen Wirtschaftsministerium, sprachen vor Delegierten auf der wichtigsten jährlichen Technologieveranstaltung der Kommission. Über 3.000 Gäste aus Industrie, Regierungen und Zivilgesellschaft hatten sich zu dem dreitägigen Programm vom 15. bis 17. November angemeldet. In seiner Rede erinnerte Fabio Colasanti die Zuhörer daran, dass technologischer Fortschritt für das Erreichen der Vorhaben der EU unabdingbar ist: "IKT sind die Hauptkräfte für gesteigerte Produktivität und Wirtschaftswachstum. In Europa gehen beispielweise fast 40 Prozent der Produktivitätssteigerung aus den letzten zehn Jahren auf das Konto der IKT." Und er fügte hinzu, dass neue Technologien auch den Fortschritt in allen wichtigen Wissenschaftsbereichen unterstützen. "Daher", so argumentierte er, "müssen wir stärker als je zuvor unsere Politik für die IKT kontinuierlich überprüfen, ihre Ziele klären und dafür sorgen, dass unsere Investitionen in diesem Bereich angemessen sind." Er begrüßte die Ergebnisse, die bereits im Rahmen des Aktionsplans eEurope 2005 vor allem bei Breitbandeinrichtung, eGovernment (elektronische Behördendienste) und eHealth (Online-Gesundheitsfürsorge) erzielt wurden. Doch obwohl er der Ansicht ist, dass die Ziele von eEurope 2005 immer noch Gültigkeit besitzen, drängte er auf eine Überprüfung der "Modalitäten" des Aktionsplans, und zwar insbesondere in Verbindung mit den Zielen von Lissabon. Neben einer Überprüfung der IKT-Politiken der EU insgesamt forderte Fabio Colasanti auch eine Neufestlegung der IST-Forschungsagenda. Für die restlichen zwei Jahre der Tätigkeiten im Sechsten Rahmenprogramm (RP6) erläuterte er, dass das neue, auf der Konferenz vorgestellte Arbeitsprogramm drei Hauptziele hat: die Beibehaltung der Investitionen in die zu Beginn des RP6 ausgemachten Forschungsprioritäten, eine bessere Integration der IST-Forschung in einer erweiterten EU, und zwar insbesondere durch Förderung der Beteiligung kleinerer Unternehmen und Unternehmen aus den neuen Mitgliedstaaten, und das Bilden einer Brücke zum RP7 durch Einführung neuer Forschungsthemen in Form von Pilotprojekten. Bezüglich des RP7 ist Fabio Colasanti der Ansicht, dass es Ziel der EU sein sollte, die von der Gemeinschaft geförderte Forschung für Bürger, Geschäftswelt und Entscheidungsträger sichtbarer zu machen. Dies erfordert gegenüber dem Schwerpunkt auf den Instrumenten und den Finanzierungsmechanismen im gegenwärtigen Rahmenprogramm ein thematischeres Konzept für die Forschungsziele. In einem Interview fragte CORDIS Nachrichten Fabio Colasanti nach seiner Rede, welche Auswirkung die vorgeschlagene Verdoppelung des EU-Forschungsbudgets auf die IST-Priorität haben könnte. Er antwortete, dass die vorhandenen Kanäle der kollaborativen Forschung zweifellos von höheren Mitteln profitieren werden, daneben wären zwei wichtige Bereiche für zusätzliche Investitionen die Initiativen für die Mobilität der Forscher und die neuen paneuropäischen Forschungsinfrastrukturen. Da internationale Delegationen aus Südafrika, China und Indien der Konferenz beiwohnten und auch zahlreiche Vertreter anderer Drittländer anwesend waren, betonte Colasanti auch die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit in der IST-Forschung. Er schloss mit der Bemerkung: "Dies ist ein doppeltes Ziel, denn erstens gibt es in der EU den aufrichtigen Wunsch nach mehr Zusammenarbeit mit diesen Ländern zum beiderseitigen Nutzen, zweitens muss die IKT eine wichtige Rolle spielen, wenn die Entwicklungsländer wirtschaftlich aufholen sollen. Es handelt sich nicht nur um weiter entwickelte Instrumente für reiche Länder, denn sie sind auch für grundlegende Bedürfnisse geeignet. So kann beispielsweise die Mobiltelefonie die Lösung für die weit verbreitete Tatsache sein, dass die Hälfte der Weltbevölkerung überhaupt noch nie einen Telefonanruf getätigt hat. Chris Buijink, der im Namen des niederländischen Vorsitzes sprach, betonte seinerseits die Verantwortung der einzelnen Mitgliedstaaten bei der Neufassung der IKT-Politik. Nach ihrer Veröffentlichung eines Berichts mit dem Titel "Überdenken der europäischen IKT-Agenda" hat die niederländische Präsidentschaft im September in Amsterdam ein Treffen auf höchster Ebene abgehalten, bei dem die Delegierten vereinbarten, dass alle 25 Mitgliedstaten der EU einzelstaatliche IKT-Agenden für den Zeitraum 2005 bis 2010 ausarbeiten müssen. "Ich möchte diesen Appell wiederholen", sagte Chris Buijink. Später erklärte er gegenüber CORDIS Nachrichten, dass sich zwar alle Mitgliedstaaten auf die europäische Agenda konzentrieren müssen, aber dass es ganz wichtig ist, dass sie dies in Zusammenhang mit ihren eigenen einzelstaatlichen Agenden tun. Der Generaldirektor forderte die Europäer auch dazu auf, im Vergleich zu ihren globalen Wettbewerbern das "gewisse Extra" zu bieten. "Wir können dies beispielsweise durch das Hinzufügen des menschlichen Elements erreichen, indem wir nämlich Geräte so entwickeln, dass sie für alle - Jung und Alt - bedienerfreundlich sind." Aber, so fügte er hinzu, "wir müssen gleichzeitig darauf achten, dass der Schuss nicht nach hinten losgeht. Wenn die IKT-Entwicklung zu rasch vonstatten geht, wird ein Teil der Bevölkerung schlicht und ergreifend abspringen oder zumindest nicht die Möglichkeit haben, mitzuhalten. Ich möchte, dass wir nicht nur den IKT-Entwicklungen an sich Aufmerksamkeit schenken, sondern auch insbesondere der Peripherie der IKT." Chris Buijink nannte Bildung und Internetzugang als zwei wichtige Mittel, um zu verhindern, dass die Verbreitung der IKT zu einer Spaltung der Gesellschaft führt. Während Exzellenz in der Forschung im Bereich IKT für Europa ganz wichtig ist, betonte Chris Buijink, dass sie auch zu Anwendungen führen muss. "Brillante Forschung sollte zu brillanten Produkten und Dienstleistungen führen. Dies lässt sich nicht ohne Marktantrieb und mehr Zusammenarbeit zwischen Industrie und akademischen Kreisen erreichen." Schließlich antwortete er auf die Frage nach der Rolle des niederländischen Vorsitzes für die IKT-Politik und beschrieb, wie sein Land die EU als "Präsidentschaft des Übergangs" leiten wolle. "Wir stehen zwischen zwei Kommissionen und dem Beginn eines neuen Parlaments, also müssen wir unser Möglichstes tun, um in einem erweiterten Europa gut zu arbeiten. [Auf dem Gebiet der IKT] haben wir versucht, den Rahmen abzustecken und Maßnahmen herauszuarbeiten, die für 25 oder mehr Länder gut sind."

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