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Inhalt archiviert am 2023-01-20

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Die Kommission sagt: In einem Europa, in dem die Menschen immer älter werden, müssen Ernährung und Gesundheit Priorität genießen

Laut Dr. Christian Patermann, Direktor für Biotechnologie, Landwirtschaft und Ernährung, hat sich erwiesen, dass eine Vorbereitung auf hohes Alter mit entsprechender Ernährung die Lebenserwartung steigen lässt. Dr. Patermann, der auf einer Konferenz zur Vorstellung der Projek...

Laut Dr. Christian Patermann, Direktor für Biotechnologie, Landwirtschaft und Ernährung, hat sich erwiesen, dass eine Vorbereitung auf hohes Alter mit entsprechender Ernährung die Lebenserwartung steigen lässt. Dr. Patermann, der auf einer Konferenz zur Vorstellung der Projekte der Ernährung für ältere Menschen unter dem Fünften Rahmenprogramm (RP5) sprach, erklärte, wie wesentlich diese Art Forschung in einem Europa ist, in dem die Menschen immer älter werden. "Die Zahl der Menschen über 80 Jahre wird von 21,4 Millionen im Jahr 2000 in der EU der 25 im Jahr 2025 auf 35 Millionen Menschen gestiegen sein", so Dr. Patermann. "Daher ist es ganz wichtig, dass Forschungen auf dem Gebiet des gesunden Alterns angestellt werden, da sich dies nicht nur auf die Lebensqualität und die Kosten im Gesundheitswesen, sondern auch auf Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit auswirkt." Die drei vorgestellten Projekte "Lipidiet", "Optiford" und "Crownalife" haben alle gezeigt, dass durch eine angemessene Ernährung Alzheimer oder Osteoporose seltener auftreten, und die älteren Menschen insgesamt gesünder sind. Mit "Lipidiet" soll das Ausbrechen von Alzheimer durch eine Ernährung auf der Grundlage von Lipidbausteinen verhindert werden. Dr. Tobias Hartmann, der Projektkoordinator von der Universität Heidelberg in Deutschland sagte, Alzheimer sei eine persönliche Tragödie und eine große Herausforderung für die europäische Gesellschaft und ihr Gesundheitswesen. Dr. Hartmann erklärte: "Derzeit beträgt das lebenslange Risiko für diese Erkrankung 30 Prozent. Lässt sich die Krankheit jedoch um nur zehn Jahre hinausschieben, würde die Patientenzahl um über 90 Prozent sinken. Es gibt zwar bereits eine medikamentöse Therapie zur Bekämpfung dieser Krankheit, aber wir entwickeln derzeit einen ernährungsgestützten Ansatz zur Prävention." Nach den Worten von Dr. Hartmann wurde nun ein Ernährungsplan aufgestellt, mit dem das Ausbrechen von Alzheimer verzögert werden kann. Das Konsortium hat mit klinischen Versuchen zur Erprobung der Wirksamkeit beim Menschen begonnen. Mit dem zweiten Projekt Optiford soll eine Strategie für eine optimale Versorgung mit Vitamin D zur Bekämpfung von Osteoporose entwickelt werden. "Alle 30 Sekunden erleidet irgend ein Mensch in der EU einen Knochenbruch aufgrund von Osteoporose", erklärte die wissenschaftliche Sekretärin Dr. Rikke Andersen vom dänischen Institut für Nahrungsmittel und Veterinärforschung. "Aufgrund der höheren Lebenserwartung wird geschätzt, dass sich die jährliche Zahl der Hüftfrakturen in der EU in den kommenden 50 Jahren verdoppeln wird." "Man muss so lange wie möglich in seine Knochen investieren" meinte Frau Dr. Andersen und erklärte, dass im Rahmen des Projekts der Vitamin-D-Status bei gesunden Europäern und in Risikogruppen untersucht wird. Es wurde festgestellt, dass Vitamin-D-Mangel in ganz Europa weit verbreitet ist. Daher möchte das Projektkonsortium ermitteln, welche Vitamin-D-Spiegel vorteilhaft sind. Brot wird dann mit der entsprechenden Menge Vitamin D angereichert. "Wir haben uns für angereichertes Brot entschieden, da Brot überall und von allen gegessen wird" , erläuterte Dr. Andersen. Das dritte Projekt "Crownalife" befasst sich mit funktionellen Nahrungsmitteln und der Darmmikroflora für Gesundheit im Alter. Wie der französische Projektkoordinator Jöel Doré vom INRA (nationales Institut für agronomische Forschung) erklärte, wurde bei diesem Projekt die Auswirkung des Alters auf Zusammensetzung und Tätigkeit der Mikrobiota im Darm untersucht. Die acht Projektpartner haben festgestellt, dass die Darm-Mikrobiota bei älteren Menschen vermehrt eine Kolonisierung begünstigen, die zu infektiösen und degenerativen Erkranklungen führen kann. Nun befasst sich das Konsortium mit der Entwicklung von Strategien, durch die die nicht-spezifische Immunabwehr bei Älteren sowie die spezifische Widerstandsfähigkeit gegen die Ansiedlung von Krankheitserregern verbessert werden können. Crownalife arbeitet auch zusammen mit der Nahrungsmittelindustrie an der Entwicklung von funktionellen Nahrungsmitteln, in denen ein Probiotikum und ein Präbiotikum kombiniert werden, um die Zusammensetzung der Darm-Mikrobiota bei älteren Menschen zu regulieren. "Ernährungsforschung für ältere Menschen bietet neue Möglichkeiten für die Vorbeugung gegen Krankheiten und eine bessere Gesundheit für somit bessere Lebensqualität", meinte Janez Potocnik, Kommissar für Wissenschaft und Forschung. "Der Anteil der älteren Menschen an der Bevölkerung wächst. Es gehört zu unserer Politik für das aktive Älterwerden, sicherzustellen, dass die Menschen länger bei guter Gesundheit bleiben." "Ernährung und Altern waren beim RP5 Schlüsselthemen, und es gab 10 kollaborative Forschungsprojekte, die mit 22 Millionen aus EU-Mitteln gefördert wurden", schloss Dr. Patermann. "Obwohl das Sechste Rahmenprogramm auch Forschungen in diesem Bereich gefördert hat, ist es wichtig, dass Ernährung und Gesundheit auch in den Diskussionen um die thematischen Prioritäten des nächsten Rahmenprogramms wieder hohe Priorität genießen."

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