Kommission begeht stilvoll die fünfte Verleihung des Descartes-Preises
Der Festakt zur Verleihung des Descartes-Preises der EU für 2004 fand am 2. Dezember 2004 im Prager Schloss statt. Anwesend waren Persönlichkeiten aus Europa wie der tschechische Präsident Vaclav Klaus, der EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik, der britische Dokumentarfilmer Sir David Attenborough und zahlreiche bekannte Wissenschaftler. Die Veranstaltung war, wie CORDIS Nachrichten erfuhr, ein großer Erfolg. Die Zeremonie der Descartes-Preisverleihung in diesem Jahr unterschied sich von denjenigen aus den vergangenen Jahren dahingehend, dass neben dem mit einer Million Euro dotierten Preis für grenzüberschreitende Forschung, der von Janez Potocnik an zwei paneuropäische Teams aus den Bereichen Lebenswissenschaften und Physik verliehen wurde, auch ein neuer, mit 250.000 Euro dotierter Descartes-Preis der EU für Science Communication (Wissenschaftskommunikation) vergeben wurde. Mit ihm wurden fünf Preisträger für ihre Leistung ausgezeichnet, Wissenschaft und Technologie einem breiteren Publikum in Europa nahe zu bringen. Der neue Preis, der den ursprünglichen Preis für wissenschaftliche Exzellenz ergänzt, belohnt eine Aufwertung der Wissenschaft in den Augen der Öffentlichkeit; diese ist ein wesentliches Element für die Gewährleistung der demokratischen Dimension bei Entscheidungen im Rahmen der EU-Forschungspolitiken. Georges Vlandas von der Direktion Wissenschaft und Gesellschaft der GD Forschung erklärte gegenüber CORDIS Nachrichten: "Der diesjährige Descartes-Preis ist in mehrfacher Hinsicht ein außerordentlicher Erfolg. Zunächst wird er zum fünften Mal verliehen und gewinnt an Anerkennung und Prestige, was eine Aufwertung der Arbeit der Europäischen Kommission darstellt. Zweitens haben wir einen neuen Preis eingeführt, der sich bereits sehr vielversprechend anlässt. Drittens kamen 115 Journalisten zu diesem Ereignis nach Prag, und das sind mehr als doppelt so viele wie in den vergangenen Jahren." Auch die Tatsache, dass der Präsident eines Mitgliedstaates erstmals an der Zeremonie teilnahm, zeigte die Bedeutung dieses einzigartigen europäischen Preises. Auf die Frage nach seiner Meinung über die Zeremonie gab auch Jan Balzarini von der Universität Löwen in Belgien, der 2001 Descartes-Preisträger war, seiner Bewunderung Ausdruck. "Die Zeremonie hat über die Jahre unglaublich gewonnen; sie ist nun stil- und würdevoller. Mit der Feierlichkeit in diesem Jahr hat der Preis nun das Prestige, das er verdient", so Professor Balzarini gegenüber CORDIS Nachrichten. Georges Vlandas erklärte: "Wir haben mit den Jahren unsere Partnerschaften gefestigt, und der Prozess wird umfangreicher. Es entwickelt sich eine europäische Descartes-Familie, worüber wir uns ungemein freuen. Die Bedeutung des Preises wird von immer mehr Menschen erkannt." Als einer der Gewinner des Descartes-Preises für herausragende grenzüberschreitende Forschung sagte Professor Howard Trevor Jacobs, der Koordinator des MBAD-Projekts (Biogenese der Mitochondrien, Alter und Krankheit), in seiner Dankesrede: "Der Descartes-Preis ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Erstens geht er an ein Forscherteam und nicht an Einzelpersonen. Er zeigt somit den Geist des gemeinsamen Handelns und der internationalen Zusammenarbeit, die die Europäische Union als eines ihrer Gründungsprinzipien fördern möchte. Zweitens verwenden die Preisträger die Auszeichnung nicht zur persönlichen Bereicherung, sondern zur weiteren Förderung der europäischen Forschungsbemühungen. Drittens zeichnet der Preis nicht nur hervorragende wissenschaftliche Leistungen und effiziente Zusammenarbeit aus, sondern auch eine gesellschaftliche Dimension der Forschung, da er im Rahmen des EU-Programms Wissenschaft und Gesellschaft verliehen wird." Ein weiterer Gewinner des Descartes-Preises ist Professor Anders Karlsson, der für sein TIG-Projekt QuComm (Fernkommunikation mittels Quantentechnologie) ausgezeichnet wurde. Er erklärte: "Mit dem Descartes-Preis haben wir als Wissenschaftler und die politischen Entscheidungsträger in der Wissenschaft ein gutes Mittel, um der Entdeckungsfreude in der Wissenschaft Ausdruck zu verleihen und um zu zeigen, dass die Ergebnisse aus der Wissenschaft in der Gesellschaft etwas bedeuten. Es muss noch mehr betont werden, dass der Preis für kollaborative Forschung vergeben wird. Wissenschaft ist heute eine internationale, multikulturelle und gesellschaftliche Tätigkeit." Auf die Frage nach dem Preis im nächsten Jahr erklärte Herr Vlandas CORDIS Nachrichten, dass die neue Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen am 15. Dezember veröffentlicht und dass neben dem derzeitigen System der Eigennominierung auch ein weiteres Nominierungssystem eingeführt wird. Er meinte: "Wir sind auch mit GB und der Royal Society in Kontakt um zu sehen, ob wir den Descartes-Preis 2005 in London organisieren und somit mit dem britischen EU-Vorsitz zusammenlegen können."
Länder
Tschechien