Skip to main content

Article Category

Nachrichten

Article available in the folowing languages:

EU-Projekt stellt den Roboclimber vor

In Italien wurde erfolgreich ein Roboter zur Verhütung von Erdrutschen getestet. Das Gerät wurde unter anderem mit Mitteln der Europäischen Kommission und der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) entwickelt. Bei Roboclimber handelt es sich um einen vier Tonnen schweren R...

In Italien wurde erfolgreich ein Roboter zur Verhütung von Erdrutschen getestet. Das Gerät wurde unter anderem mit Mitteln der Europäischen Kommission und der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) entwickelt. Bei Roboclimber handelt es sich um einen vier Tonnen schweren Roboter, der vertikale Abhänge erklimmen und tiefe Löcher in Felswände bohren kann, was in der Regel der erste Schritt bei der Stabilisierung von durch Erdrutsch bedrohten Abhängen ist. Das Projekt wurde im Fünften Rahmenprogramm (RP5) der Europäischen Kommission im Bereich "Wachstum" gefördert und auch durch das Technologietransferprogramm der ESA unterstützt. "Es war beeindruckend, wie leicht dieser große Roboter auf einem sehr steilen Hang arbeitete, um eine felsige Bergwand zu sichern", meinte Guglielmo Berlasso, Leiter des Zivilschutzes der italienischen Region Friuli-Venezia Giulia, in der die Demonstration stattfand. Erdrutsche stellen in Italien mit jährlich über 400 derartiger Zwischenfälle und dadurch verursachten Schäden in Höhe von schätzungsweise 1,2 Milliarden Euro ein großes Problem dar. Bei Erdrutschen sind auch bereits Menschen ums Leben gekommen. Zwischen 1900 und 2000 waren in Italien 5939 Todesopfer durch Erdrutsche zu beklagen. In Aktion wird der Roboter durch zwei Drahtseile in seiner Position gehalten, die oben an dem entsprechenden Hang befestigt werden. Das Bohren wird per Fernsteuerung durch ein System gesteuert, das ursprünglich für Weltraumroboter entwickelt wurde. Durch eine Webcam am Roboter kann der Bediener den Roboclimber in die richtige Position manövrieren, Bohrarbeiten ausführen und Stäbe zur Sicherung der Felswände einführen lassen. Der Roboter kann in jedem Gestein mit beliebigem Gefälle Löcher von bis zu 20 Metern mit einem Durchmesser von bis zu 76 mm bohren. Der Projektkoordinator Enzo Rizzi von der italienischen Baufirma ICOP hat Kosten und Zeitersparnis bei der Erdrutschbekämpfung dank Roboclimber gelobt: "Nehmen wir an, wir haben eine typische Erdrutschfläche von 5000 Quadratmetern, in die wir insgesamt 5000 Meter Löcher bohren müssen: Hier belaufen sich die Einsparungen auf schätzungsweise 75.000 Euro. Hinsichtlich des Zeitaufwands sind die Einsparungen gewaltig: Die Installation des Roboclimber dauert nur ein paar Stunden, während das Errichten eines Gerüsts in kritischen Situationen Tage und sogar Wochen dauern kann." Ganz wichtig ist auch, dass Roboclimber das mit der traditionellen Sicherung von Felswänden verbundene Sicherheitsrisiko entschärft. Die Projektteilnehmer befassen sich derzeit mit der Auswertung der Möglichkeiten für eine Vermarktung des Roboclimber. Giorgio Pezzuto vom Projektpartner D'Appoloni meinte: "Ein neu gegründetes Unternehmen wird Kontinuität und Verfügbarkeit unseres Fachwissens garantieren. Wir wollen auch andere Dienste mit der Roboclimber-Technologie anbieten und die Roboclimber-Plattform vermarkten."