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Neuer Bericht enthält Aufforderung an die britische Regierung, Finanzmittel für militärische FuE auf breitere Basis umzulenken

Aus einem am 19. Januar veröffentlichten Bericht geht hervor, dass militärische Prioritäten einen unverhältnismäßig starken Einfluss auf die Wissenschafts- und Technologiefinanzierung in Großbritannien haben. In dem von Scientists for Global Responsibility (SGR) veröffentlic...

Aus einem am 19. Januar veröffentlichten Bericht geht hervor, dass militärische Prioritäten einen unverhältnismäßig starken Einfluss auf die Wissenschafts- und Technologiefinanzierung in Großbritannien haben. In dem von Scientists for Global Responsibility (SGR) veröffentlichten Bericht mit dem Titel 'Soldiers in the Laboratory - Military Involvement in Science and Technology' wird darauf hingewiesen, dass 30 Prozent der gesamten öffentlichen Forschungs- und Entwicklungsausgaben (FuE) in Großbritannien vom Verteidigungsministerium finanziert werden. Außerdem sind 40 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsmitarbeiter der Regierung beim Verteidigungsministerium beschäftigt. 'Heute spielt der militärische Sektor eine unverhältnismäßig einflussreiche Rolle bei der Festlegung der Forschungsagenda für Wissenschaft und Ingenieurwesen', erläutert Chris Langley, Verfasser des Berichts. 'Gleichzeitig stehen wir zahlreichen Sicherheitsbedrohungen gegenüber, die bei den derzeitigen militärischen Prioritäten nicht berücksichtigt werden.' Nach Angaben des Berichts 'führt die zunehmende Konzentration der reichen Länder auf Hochtechnologiewaffen dazu, dass Sicherheitsfragen nur sehr einseitig behandelt werden.' So stelle das britische Verteidigungsministerium beispielsweise nur rund sechs Prozent seines Budgets für die Konfliktprävention bereit. 'Erforderlich ist eine umfassendere Auslegung dessen, was man unter Sicherheit versteht, um globale Fragestellungen wie Klimawandel, Erschöpfung natürlicher Ressourcen, Artensterben und die zahlreichen Probleme der menschlichen Gesundheit zu berücksichtigen. Die Umlenkung eines Teils der weltweiten 'Verteidigungsausgaben' an unterfinanzierte Bereiche (von denen viele zumindest eine der Komponenten Wissenschaft, Ingenieurwesen und Technologie aufweisen), wie zum Beispiel erneuerbare Energien oder Eindämmung des Klimawandels, würde die Entwicklung in diesen Bereichen wesentlich beschleunigen', so der Berichtstext weiter. Im Bericht wird zudem festgestellt, dass der Einfluss des Militärs auf Wissenschaft, Ingenieurwesen und Technologie auf eine relativ geringe Anzahl von Ländern beschränkt ist und die USA diese Liste anführen. In der EU gingen im Jahr 2000 beispielweise 97 Prozent der öffentlichen Gesamtausgaben für die militärische Forschung auf das Konto von Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Spanien. Aus dem Bericht geht hervor, dass der militärische Sektor neue Technologien wie Raumfahrttechnologien und Nanotechnologien unterstützt und hierdurch die Entwicklung dieser neuen Technologiefelder maßgeblich beeinflussen könnte. 'Hierdurch wird eine vollständige öffentliche Kontrolle behindert und die öffentliche Meinung über den potentiellen Nutzen derartiger Technologien beeinflusst.' Die Forderung lautet daher, dass die vom Verteidigungsministerium für diese neuen Technologien bereit gestellten Finanzmittel zehn Prozent der Finanzierung aus zivilen öffentlichen Quellen nicht überschreiten sollten. Im Bericht wird ferner beklagt, dass zahlreiche neue millionenschwere Kooperationsabkommen zwischen dem Militär und britischen Universitäten junge Forscher dazu verleiten, in die Hochtechnologie-Waffenforschung zu gehen. Darüber hinaus, so der Berichtstext weiter, 'hat die britische Regierungspolitik, die Wissenschaft, Ingenieurwesen und Technologie in den vergangenen Jahrzehnten maßgeblich bestimmt hat, ihre Priorität auf kommerzielle Zielsetzungen verschoben, ein Prozess, an dem militärische Kooperationen einen großen Anteil haben.' Die Empfehlung des Berichts lautet daher, dass die britische Regierung einen umfassenden Wechsel von der militärischen FuE hin zur zivilen FuE vollziehen sollte, um zur Schaffung von Frieden sowie Bekämpfung von Umweltproblemen und Armut auf allen Ebenen beizutragen. Darüber hinaus wird die Einführung von Verfahren empfohlen, die für mehr Transparenz bei der FuE-Finanzierung durch das Verteidigungsministerium sorgen und eine Kontrolle durch die Öffentlichkeit ermöglichen. Ferner wird Großbritannien aufgefordert, die gesamte wissenschaftliche und technologische Entwicklungsarbeit zu neuen Kernwaffen einzustellen.