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Beagle 2-Mission hätte niemals gestartet werden dürfen, so die Schlussfolgerung der Untersuchungskommission

Die Entwicklungsgenehmigung für die verlorene Marssonde Beagle 2 hätte niemals erteilt werden dürfen, so die Schlussfolgerung des vollständigen Berichts der Untersuchungskommission, die gebildet worden war, um die Gründe für das Scheitern der Mission zu beleuchten. Eine Zusa...

Die Entwicklungsgenehmigung für die verlorene Marssonde Beagle 2 hätte niemals erteilt werden dürfen, so die Schlussfolgerung des vollständigen Berichts der Untersuchungskommission, die gebildet worden war, um die Gründe für das Scheitern der Mission zu beleuchten. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Kommission war bereits im Mai 2003 veröffentlicht worden, nachdem die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) und die britische Regierung beschlossen hatten, den Bericht aus Gründen der Vertraulichkeit nicht in vollem Umfang der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese Entscheidung musste in der Folge revidiert werden. Die BBC berichtet, dass der vollständige Untersuchungsbericht am 3. Februar veröffentlicht wurde. Aus den Ergebnissen gehe hervor, dass ein ESA-Expertengremium Beagle 2 ursprünglich nur genehmigt hatte, wenn dessen Finanzierung gesichert sei, was nicht der Fall war. 'Die Kommission ist der Auffassung, dass die [ESA] Beagle 2 nicht hätte genehmigen dürfen, da das Projekt die Empfehlungen des [Expertengremiums, das den Vorschlag über die Marssonde ursprünglich bewertet hatte] nicht erfüllte,' so der Berichtstext. 'Die fehlenden Finanzmittel für Beagle 2 in den frühen Missionsphasen haben den ordnungsgemäßen Aufbau des technischen Projektteams erheblich erschwert mit der Folge, dass sich die Konstruktions- und Entwicklungsaktivitäten verzögerten und der ohnehin kritische Zeitplan völlig umgeworfen wurde', so der Wortlaut des Berichts weiter. In dem Bericht werden verschiedene zentrale Fehler benannt, die die Mission von Beginn an untergraben haben. Neben dem Mangel an strukturierter Finanzierung wird die Behandlung von Beagle 2 als 'wissenschaftliches Instrument' und nicht als eigenständiges Raumfahrzeug als fundamentaler Fehler angeführt, der zu 'zahlreichen Folgeproblemen' geführt habe. In dem Bericht wird zudem kritisch angemerkt, dass eine derart umfangreiche Mission die wissenschaftlich verantwortliche Gruppe der britischen Open University offenbar überforderte. Das Beagle-2-Projekt hätte als ein komplexes und innovatives Raumfahrzeug behandelt werden müssen, das die Betreuung durch eine Organisation mit ausreichend relevanter Erfahrung auf dem Gebiet verlangt. Man hätte wissen müssen, dass die Kapazitäten einer universitätsbasierten wissenschaftlichen Gruppe schnell ausgeschöpft sein würden.' Schließlich werden die ESA und die britische Regierung dafür kritisiert, die Erwartungen im Hinblick auf die Mission nicht realistisch genug gemanagt zu haben. 'Man hätte allen Akteuren, auch der Öffentlichkeit, klar machen müssen, dass das Risiko eines Scheiterns wesentlich höher war als zunächst angenommen', so die Schlussfolgerung des Berichts.

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