Pionier der französischen und europäischen Forschung verstorben
Hubert Curien, der erste Präsident der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) und 'Vater' der Ariane-Rakete verstarb am 6. Februar im Alter von 80 Jahren. Der Physiker Curien war auch Mineraloge und entdeckte eine neue Form kristallinen Galliums. 1966 wurde er zum Forschungsleiter des französischen nationalen Forschungszentrums (CNRS) ernannt und war von 1969 bis 1973 als Direktor des CNRS tätig. Im Jahr 1976 wurde Hubert Curien Direktor des französischen nationalen Zentrums für Raumfahrtstudien (CNES) und parallel dazu 1979 erster Präsident der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA). Curien war maßgeblich daran beteiligt, die ESA-Mitglieder von der Finanzierung des Ariane-Programms zu überzeugen, um Europa unabhängig von den USA und der damaligen Sowjetunion Zugang zum Weltraum zu verschaffen. Von 1984 bis 1986 und von 1988 bis 1993 bekleidete Curien das Amt des französischen Forschungsministers. im Jahr 1993 wurde er an die Akademie der Wissenschaften berufen und später zum Präsidenten der Akademie gewählt. Curien war zudem Träger des Kreuzes der Ehrenlegion, Frankreichs höchster Auszeichnung. Curien war Zeit seines Lebens als Dozent für Kristallografie an der Universität Jussieu in Paris tätig, um die Lehre nicht aus dem Auge zu verlieren. Der für Wissenschaft und Forschung verantwortliche EU-Kommissar Janez Potocnik brachte seine Hochachtung für Curien zum Ausdruck und bezeichnete ihn als herausragenden Architekten der europäischen Forschung: 'Wenn es heute so etwas wie ein Europa der Wissenschaft gibt, dann hat er großen Anteil daran. Er hat eine Schlüsselrolle in der Geschichte der wissenschaftlichen Zusammenarbeit in Europa gespielt.' Potocnik bezeichnete Curien als die treibende Kraft bei der Gründung der Europäischen Wissenschaftsstiftung (EWS) und als wichtigen Akteur bei der Einrichtung der europäischen Synchrotronstrahlungsquelle (ESRF) in Grenoble und der Einführung der Eureka-Initiative. 'Hubert Curien hat unermüdlich am Aufbau einer wahrhaft europäischen Forschung gearbeitet. Er hat einen wesentlichen und entscheidenden Beitrag zur Definition und Umsetzung der EU-Forschungspolitik geleistet. Hubert Curien war an der Einrichtung der ersten europäischen Mobilitätsprogramme für Forscher und der Gründung des Esprit-Programms beteiligt. In seiner Eigenschaft als Experte und Forschungsminister hat er in vielfältiger Weise zur Ausgestaltung und Entwicklung des Forschungsrahmenprogramms der EU beigetragen und es zu dem gemacht, was es heute ist', fügte der Kommissar hinzu. 'Wir leben in vielerlei Hinsicht auch heute noch von seinen Ideen. Wie meine Vorgänger werde auch ich auf sein Erbe vertrauen, um die EU-Forschungspolitik der Zukunft zu gestalten', schloss Potocnik.
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