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Britische Wissenschaftler fordern Stammzellenfonds, da Klon-Projekt Lizenz erhält

Eine Gruppe britischer Wissenschaftler und Unternehmer hat die Einrichtung einer gemeinnützigen Stiftung zur landesweiten Förderung und Finanzierung der Stammzellenforschung gefordert. Die vorgeschlagene Stiftung würde über einen Treuhänderausschuss mit bekannten Persönlichk...

Eine Gruppe britischer Wissenschaftler und Unternehmer hat die Einrichtung einer gemeinnützigen Stiftung zur landesweiten Förderung und Finanzierung der Stammzellenforschung gefordert. Die vorgeschlagene Stiftung würde über einen Treuhänderausschuss mit bekannten Persönlichkeiten wie Sir Richard Branson, dem Vorsitzenden des Konzerns Virgin, Lord Robert Winston, Experte für Befruchtung und eine Fernsehpersönlichkeit, Lord Robert May, dem Vorsitzenden der Königlichen Gesellschaft und früherer Chefwissenschaftler in GB, und dem Genetiker und gefragten Autoren Professor Steve Jones bestehen. Man hofft, dass durch diese in GB bekannten Namen wesentliche Mittel beschafft werden können. Die Gruppe erörtert nun mit der Regierung, wie eine solche Stiftung eingerichtet werden könnte. Eine großes Anliegen ist, dass die neuen, von der Stiftung erworbenen Mittel nicht bestehende Investitionen ersetzen. Dieser Vorschlag kommt zu einer Zeit, in der Besorgnis geäußert wird, dass GB seine führende Position bei der Stammzellenforschung verliert. Das Land "war in diesem gesamten Bereich führend, aber nun sind wir etwas ins Hintertreffen geraten, da andere Länder nach vorne drängen", erklärte Professor Sir Chris Evans, einer der federführenden Verfasser des Vorschlags gegenüber der BBC. "Wir erleben große Durchbrüche aus China, Korea, Japan und Deutschland, und gerade in den USA gibt es hierfür sehr viele Mittel." Viele Wissenschaftler sind der Ansicht, dass der Stammzellenforschung ein großes Potenzial innewohnt und dass sie Therapien für derzeit unheilbare Krankheiten wie Diabetes und Parkinson aufzeigen könnte. Solche Forschungen sind jedoch umstritten, vor allem, wenn dabei Embryonenstammzellen zum Einsatz kommen sollen. GB hat einige der liberalsten Gesetze zur Forschung mit Embryonen erlassen, wie dies auch aus einer Entscheidung hervorgeht, die am 8. Februar verkündet wurde: Es sollen Mittel für das Klonen von menschlichen Embryonen in der Frühphase für die Untersuchung von Motoneuronenerkrankungen bereitgestellt werden. Während es bei den meisten Vorschlägen zur Stammzellenforschung um die Einbeziehung geschaffener geklonter Embryonen geht, um zu untersuchen, ob neue Gewebe gezüchtet und für die Heilung beschädigter Körperteile verwendet werden können, geht es bei diesem Projekt um etwas anderes: Der führende Forscher Professor Ian Wilmut, der weltweit durch das Klonen des Schafes Dolly im Jahr 1996 bekannt wurde, will nicht etwa gesundes Gewebe züchten, sondern freiwillig Embryonen mit Motoneuronenerkrankung von Patienten mit dieser Erkrankung klonen. Zur Rechtfertigung einer Entscheidung über die Mittelbereitstellung für dieses Projekt erklärte Angela McNab, Chief Executive der britischen Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA, Behörde für menschliche Befruchtung und Embryologie): "Wir sehen ein, dass die Motoneuronenerkrankung eine schwere Erbkrankheit ist. Nach einer sorgfältigen Prüfung der medizinischen, wissenschaftlichen, rechtlichen und ethischen Aspekte dieser Anwendung waren wir der Meinung, dass es angebracht sei, dem Roslin Institute eine einjährige Lizenz für die Erforschung der Krankheit zu geben." Zellen der Embryonen werden für die Untersuchung des Fortschreitens der Krankheit und für das Erproben neuer Medikamente eingesetzt. Die Erkrankung entsteht durch das Absterben von Zellen, die Bewegungen im Gehirn und im Rückenmark steuern. Derzeit gibt es keine Therapie für diese Erkrankung, von der in Europa und in den USA etwa 100.000 Menschen betroffen sind. In GB sterben 50 Prozent der Erkrankten binnen 14 Monaten nach der Diagnose.