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Europäische Forscher erhalten erste Bilder vom Meeresboden im Epizentrum des Tsunami-Seebebens

Durch die Forschungsarbeit des Zentrums für Ozeanografie in Southampton (Southampton Oceanography Centre) und die Studie 'British Geological Survey' ist es gelungen, die ersten Bilder vom Meeresboden im Epizentrum des Seebebens zu erhalten, das den zerstörerischen Tsunami im I...

Durch die Forschungsarbeit des Zentrums für Ozeanografie in Southampton (Southampton Oceanography Centre) und die Studie 'British Geological Survey' ist es gelungen, die ersten Bilder vom Meeresboden im Epizentrum des Seebebens zu erhalten, das den zerstörerischen Tsunami im Indischen Ozean ausgelöst hat. Die Bilder des Meeresbodens wurden von der HMS Scott, einem Forschungsschiff der britischen Royal Navy, mit einem hochauflösenden Mehrstrahlsonar aufgenommen. Es ist das erste Mal, dass der Meeresboden so kurz nach einem Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala vermessen wurde. Die Ergebnisse der Studie waren aufschlussreicher, als die Wissenschaftler zunächst gehofft hatten. Die Aufnahmen zeigen deutlich, dass die indische Kontinentalplatte in einer Tiefe von rund 40 Kilometern mit der burmesischen Platte kollidiert ist. Das Southampton Oceanography Centre (SOC) erklärte: 'Dieser Zusammenprall hat dazu geführt, dass die indische Platte unter die burmesische Platte gedrückt wurde. Die plötzliche Bewegung dieser beiden Platten hat das verheerende Seebeben und den Tsunami ausgelöst.' Farbige Höhenlinienkarten des Epizentrums zeigen, wie durch den Zusammenprall spektakuläre Bergkämme mit einer Höhe von bis zu 1.500 Metern aufgetürmt wurden. Zu erkennen sind auch Bereiche, in denen diese instabilen Gesteinsmassen riesige Erdrutsche verursacht haben. Diese ersten Ergebnisse sollen die Grundlage für weitere Studien des Erdbebengebiets im Rahmen einer internationalen Kooperation bilden. Lisa McNeill vom SOC erklärte: 'Als Geologin bin ich wirklich dankbar für diese Chance, Daten in einem Erdbebengebiet sammeln zu können. Wir hoffen, auf der Grundlage dieser Daten die geologischen Prozesse besser verstehen zu lernen, die das Erbeben ausgelöst haben, und damit zukünftige Erdbeben- und Tsunami-Risiken besser identifizieren zu können, um die gefährdeten Regionen warnen und vorbereiten zu können.' Schnelligkeit ist bei derartigen Studien von entscheidender Bedeutung, da es wichtig ist, die Veränderungen am Meeresboden zu vermessen, bevor das Bild durch natürliche Prozesse wieder verfälscht wird. Man hofft, dass diese Forschungsarbeit zur Einrichtung eines Tsunami-Frühwarnsystems im Indischen Ozean beitragen wird. Der Wiederaufbau der wissenschaftlichen Kapazitäten in den vom Tsunami betroffenen Regionen ist von wesentlicher Bedeutung, da die hydrografischen Ressourcen vieler Ländern durch die Naturkatastrophe zerstört wurden. Die Wiederaufbauarbeiten haben bereits begonnen. Großbritannien, Norwegen, Frankreich und Deutschland unterstützen beispielsweise Sri Lanka gemeinsam beim Wiederaufbau der hydrografischen und wissenschaftlichen Kapazitäten des Landes.

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