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Die Hochschulausbildung muss im Zentrum der Lissabon-Strategie stehen, so Figel'

Ján Figel', Kommissar für Bildung, Ausbildung, Kultur und Sprachenvielfalt, forderte, die Hochschulausbildung dürfe durch die Konzentration der Lissabon-Agenda auf die Forschung nicht aus dem Blickfeld geraten. 'Mehr Investitionen in die Forschung und Hochschulausbildung müs...

Ján Figel', Kommissar für Bildung, Ausbildung, Kultur und Sprachenvielfalt, forderte, die Hochschulausbildung dürfe durch die Konzentration der Lissabon-Agenda auf die Forschung nicht aus dem Blickfeld geraten. 'Mehr Investitionen in die Forschung und Hochschulausbildung müssen Hand in Hand gehen und sollten in erster Linie dazu dienen, den Sektor derart zu reformieren und umzugestalten, dass Qualität, Erstklassigkeit, Flexibilität und Reaktionsfreudigkeit sowie Offenheit für Europa und die Welt erzeugt werden', erklärte der Kommissar. Figel' betonte in seiner Rede, dass die Hochschulausbildung eine Schlüsselrolle bei der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit spiele und wies darauf hin, dass in der umgestalteten und neu belebten Strategie von Lissabon den Universitäten beim Aufbau der Zukunft Europas die gleiche Bedeutung zukomme wie zuvor. Der Kommissar erklärte, dass die Hochschulausbildung ein zentrales Element der Lissabon-Strategie sei und begrüßte das Engagement seiner Kollegen in der Kommission für eine Reform des Bildungssektors: '[Die] Strategien für die zukünftige Entwicklung unseres Hochschulsektors können nicht allein von den für die Bildung zuständigen Kommissionsmitgliedern erarbeitet und umgesetzt werden. Die Beteiligung von Direktoren und Mitarbeitern anderer Generaldirektionen, die für die politischen und finanziellen Prioritäten in den Bereichen Forschung, Beschäftigung, Wirtschaftswachstum und Regionalentwicklung zuständig sind, ist daher von entscheidender Bedeutung.' Der Großteil der Forschungsarbeit, die erforderlich ist, um ein Europa des Wissens zu schaffen, wird innerhalb der Universitäten geleistet. Bezugnehmend auf den von Wim Kok im Jahr 2004 vorgelegten Bericht zur Bewertung der Lissabon-Strategie unterstrich Figel diese Tatsache und erklärte: 'Der jüngste Bericht der Expertengruppe unter der Leitung von Wim Kok hat die Bedeutung eines leistungsstarken FuE-Netzwerks aufgezeigt, daran besteht kein Zweifel. Allerdings wurde im Kok-Bericht nicht explizit darauf hingewiesen, dass dies nur möglich ist, wenn als Basis ein starkes, lebendiges Hochschulsystem vorhanden ist.' Der Kommissar erklärte, die europäischen Hochschulen befinden sich derzeit in einer neuen Phase des Zusammenwachsens, wies jedoch darauf hin, dass auf nationaler Ebene mehr getan werden müsse, um den Prozess zu optimieren. Die Reformen seien durch restriktive nationale Vorschriften und mangelnde Finanzmittel ins Stocken geraten. Letztere seien aber dringend erforderlich, um flexible Lehrpläne, die professionelle Ausbildung von Universitätsmitarbeitern im Managementbereich, die Einrichtung von Anwerbungs- und Unterstützungsmechanismen für Studenten und die Verbesserung des Images der Universitäten im Ausland zu gewährleisten. 'Dies wirft die Frage der Autonomie und Selbstverwaltung auf. Die Unabhängigkeit der Universitäten ist kein altmodisches Relikt aus dem Mittelalter, sondern hat sich im Zeitverlauf bewährt, da sie über eine 'Daseinsberechtigung' verfügt, die darin besteht, dass die Hochschulausbildung und die Forschung nur dank ihrer Autonomie ihren vollen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung leisten können', erläuterte Figel'. '[A]utonomie ist eine Grundvoraussetzung für Reaktionsfähigkeit. Aus diesem Grund sollten wir Autonomie von nun an im Zusammenhang mit Anpassungsfähigkeit und Veränderungsbereitschaft sehen', fügte er hinzu. Der Kommissar stellte klar, dass er nicht fordere, dass alle Universitäten die gleichen Ziele und Wege verfolgen. 'Uniformität führt zum Ausschluss all derjenigen, die nicht in das einzig verfügbare Modell passen', erklärte er. Eine größere Vielfalt in Bezug auf Zielgruppen, Zugangs- und Austrittsmöglichkeiten, Inhalte, Lernmethoden und Forschungsarten sei wesentlich wichtiger, fügte er hinzu. Die europäischen Universitäten zu den attraktivsten Hochschulen weltweit zu machen, könnte sich schwierig gestalten, da die USA wesentlich mehr in die Hochschulausbildung investieren. Die Investitionen in Europa liegen bei durchschnittlich 1,1 Prozent des BIP im Vergleich zu 2,3 Prozent in den Vereinigten Staaten. In einigen EU-Mitgliedstaaten liegt die Quote sogar unter einem Prozent. 'Ich fürchte, dass in einigen Ländern die Universitäten nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um Reformen einzuleiten, und dadurch langfristig ins Hintertreffen geraten werden', gab Figel' zu bedenken.