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In neuer EU-Mitteilung zum Klimawandel wird mehr Innovation gefordert

Europa müsse im Kampf gegen den Klimawandel eine beispielhafte Führungsposition einnehmen, erklärte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas bei der Veröffentlichung einer Mitteilung, in der zukünftige Klimaänderungspolitiken für die Zeit nach 2010 dargelegt werden, dem Zeitpunkt, an ...

Europa müsse im Kampf gegen den Klimawandel eine beispielhafte Führungsposition einnehmen, erklärte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas bei der Veröffentlichung einer Mitteilung, in der zukünftige Klimaänderungspolitiken für die Zeit nach 2010 dargelegt werden, dem Zeitpunkt, an dem die erste Phase der Verpflichtungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls endet. In dem Bericht 'Strategie für eine erfolgreiche Bekämpfung der globalen Klimaänderung' wird der Förderung neuer Technologien durch Antrieb zu mehr Innovation bei der Entwicklung und Einführung klimafreundlicherer Lösungen Priorität eingeräumt. Außerdem wird eine stärker fokussierte Forschung sowie die verstärkte Zusammenarbeit mit Drittländern für den Technologietransfer und die wissenschaftliche Kooperation im Bereich Forschung und Entwicklung (FuE) gefordert. 'Beim Kampf gegen die Klimaänderung haben wir nicht die Möglichkeit der Wahl - er ist eine zwingende Notwendigkeit', erklärte Dimas. Laut Kommissionsdokument bietet der Übergang zu einer klimaverträglich handelnden Gesellschaft der EU wirtschaftliche Chancen und unterstützt die Lissabon-Agenda. 'Durch die frühe Entwicklung und Kommerzialisierung klimafreundlicher Technologien würde die EU Marktvorteile besitzen. Außerdem würde dies die Möglichkeit bieten, neue Märkte zu erschließen, wenn die weltweite Nachfrage nach derartigen Technologien wächst', glaubt die Kommission. Im Bericht wird daher die Entwicklung und schnelle Vermarktung neuer klimafreundlicher Technologien gefordert. Europäische Unternehmen dominieren dank früher Förderprogramme bereits den Windenergiemarkt mit einem Wert von jährlich acht Milliarden Euro und einer Wachstumsrate von 30 Prozent pro Jahr. Viele klimafreundliche Technologien existieren bereits oder befinden sich in einer fortgeschrittenen Testphase, so die Kommission, die 15 Technologien aufführte, deren kommerzielle Überlebensfähigkeit bereits nachgewiesen ist. Diese Technologien, die einen signifikanten Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten sollen, umfassen Technologien zur Effizienzverbesserung und für geringeren Energieverbrauch (z.B. geringerer Kraftstoffverbrauch von Fahrzeugen, weniger Abhängigkeit von Pkws, effizientere Gebäude, verbesserte Kraftwerkeffizienz); Technologien, mit denen die Stromerzeugung und Kraftstoffe weniger kohlenstoffintensiv sind (z.B. Ersatz von Kohle durch Erdgas, Kohlenstoffbindung und -speicherung in Kraftwerken, Kohlenstoffbindung und -speicherung in Wasserstoffwerken, Kohlenstoffbindung und -speicherung in Fertigungswerken für synthetische Kraftstoffe, Kernspaltung, Windenergie, Photovoltaikstrom, erneuerbarer Wasserstoff, Biokraftstoffe) oder Technologien, die natürliche Kohlenstoffsenken erhalten und erweitern (durch besseres Forstmanagement und landwirtschaftliches Bodenmanagement). Die Weiterentwicklung dieser Technologien erfordere ein günstigeres politisches Rahmenwerk, erklärt die Kommission. Sie lobt das EU-Emissionshandelsystem, das bereits wirtschaftliche Anreize für Emissionssenkungen geschaffen und daher den Einsatz von klimafreundlichen Technologien ermöglicht hat. Es seien jedoch noch weitere Anstrengungen notwendig, um die Senkung der Kosten für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen zu fördern. Auch die Technologien in Verbindung mit Kohlenstoffbindung und -speicherung müssten gefördert werden. 'Es ist mehr Forschung für zukünftige Technologien notwendig, um diese in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts einsetzen zu können', wird im Bericht betont. 'Die Budgets für Klima-, Energie-, Verkehrs-, Produktions- und Verbrauchsforschung müssen in den Mitgliedstaaten und dem bevorstehenden Siebten Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung der EU beträchtlich erhöht werden.' Im Siebten Rahmenprogramm (RP7) befasse man sich mit FuE im Bereich klimafreundliche Technologien, die Chancen in den Energie-, Verkehrs-, Landwirtschafts- und Industriesektoren bieten, so die Mitteilung. Nach Ansicht der Kommission solle die Forschung in Zukunft außerdem stärker fokussiert und darauf ausgerichtet sein, das Wissen über die Klimaänderung zu verbessern, globale und regionale Auswirkungen zu bekämpfen und kosteneffektive Strategien zu entwickeln. 'Die Beseitigung von Engpässen, die die Einführung bereits existierender oder vielversprechender neuer Technologien und neuer Initiativen (z.B. die Bewertung des Potentials eines EU-Markts für grüne Zertifikate oder die schnelle Umsetzung des Aktionsplans für Umwelttechnologie) verhindern, sollte ebenfalls ein Ziel sein', so der Mitteilungstext. In Bezug auf die Zusammenarbeit mit Drittländern wird in dem Bericht vorgeschlagen, dass diese über ein strategisches Programm für verstärkten Technologietransfer und wissenschaftliche FuE-Kooperation im Bereich treibhausgasarmer Technologien in Energie, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft gefördert werden soll. 'Es ist wichtig, dass politische Entscheidungsträger auf allen Ebene einen klaren langfristigen politischen Rahmen festlegen, um Investitionen in Richtung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu lenken. Die Wirtschaft braucht ein langfristiges stabiles Rahmenwerk für Investitionsentscheidungen', schließt der Bericht.