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Wissenschaftler entdecken genetische Signatur, die die Metastasierung von Krebs vorhersagt

Laut dem Magazin Lancet hat ein Wissenschaftlerteam in den Niederlanden einen genetischen Proteinmarker entdeckt, der Brustkrebspatientinnen eine überflüssige Chemotherapie ersparen könnte. Bei den Forschungen, die an der medizinischen Erasmus-Schule in Rotterdam durchgeführ...

Laut dem Magazin Lancet hat ein Wissenschaftlerteam in den Niederlanden einen genetischen Proteinmarker entdeckt, der Brustkrebspatientinnen eine überflüssige Chemotherapie ersparen könnte. Bei den Forschungen, die an der medizinischen Erasmus-Schule in Rotterdam durchgeführt wurden, wurde die Signatur von 76 Genen untersucht, die vorhersagten, bei welchen Patientinnen sich in den folgenden fünf Jahren Krebs in anderen Teilen des Körpers ausbilden würde. Derzeit gibt es keine zuverlässigen Diagnoseinstrumente für eine Vorhersage, welche Brustkrebspatientinnen wahrscheinlich wieder an Krebs erkranken werden. John Foekens und sein Team konzentrierten sich auf den sogenannten nodal-negativen Brustkrebs. Bei einer rechtzeitigen Diagnose zu einem Zeitpunkt, zu dem die Lymphknoten noch nicht befallen sind, werden bis zu 70 Prozent der Brustkrebspatientinnen, die operiert oder bestrahlt werden, geheilt. Doch nach dieser Behandlung folgt in der Regel eine Chemotherapie oder Hormonbehandlung, damit es keinen Rückfall gibt. Viele Frauen brauchen diese Nachsorgetherapie jedoch nicht. Mit diesem neuen Diagnosewerkzeug hofft Dr. Foekens, Patientinnen mit einem geringen Risiko diese Behandlungen zu ersparen. Das Forscherteam nahm Tumorproben von 286 Frauen, deren Brustkrebs auf die Brust beschränkt (also Lymphknoten-negativ) war und die nach der Operation keiner Hormonbehandlung oder Strahlentherapie unterzogen wurden. Alle Patientinnen wurden genetischen Tests unterzogen und im Durchschnitt über einen Zeitraum von acht Jahren beobachtet. In dieser Zeit trat bei 33 Prozent der Frauen Krebs in anderen Teilen des Körpers auf. Dann analysierten die Forscher 115 dieser Tumore auf eine Auswahl von Markern hin und stießen auf eine Signatur von 76 Genen, die mit Rückfällen einhergingen. Diese Gensignatur wurde dann an 171 nodal-negativen Patientinnen überprüft, und man stellte fest, dass man mit 93-prozentiger Sicherheit jene Patientinnen identifizieren konnte, die innerhalb von fünf Jahren Metastasen entwickelten. Sie war allerdings weniger zuverlässig bei der Vorhersage dieser Betroffenen, wenn die Metastasen erst nach fünf Jahren auftraten (48 Prozent Spezifität). Dr. Foekens erklärte: "Da nur 30 bis 40 Prozent der nicht behandelten nodal-negativen Patientinnen erneut an Krebs erkranken, könnte unsere Prognosesignatur ein leistungsfähiges Instrument für die Erkennung der Patientinnen mit niedrigem Risiko darstellen, und man könnte bei einer beträchtlichen Anzahl von Patientinnen eine Überbehandlung vermeiden. Wenn sich dies in weiteren Studien bestätigt, könnte sich die Empfehlung einer zusätzlichen Hormonbehandlung oder Chemotherapie bei Patientinnen mit nodal-negativem Brustkrebs an dieser Prognosesignatur orientieren." Doch hierbei handelt es sich nicht um das erste Mal, dass Forscher eine Gensignatur für rekurrenten Brustkrebs entdeckt haben. Kritiker warnen, dass diese Studie, obwohl sie die bisher größte ihrer Art ist, immer noch zu klein sein könnte, um eine endgültige Auswahl der richtigen Gene für eine Analyse zu bieten.

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