Britische Regierung fordert intensivere öffentliche Debatte zur Wissenschaft
Die britische Handels- und Industrieministerin Patricia Hewitt hat zu mehr öffentlichem Engagement und zu einer intensiveren Debatte über die Wissenschaft aufgerufen, um die wissenschaftliche Attraktivität des VK aufrechtzuerhalten. Diese Aufforderung folgt auf eine neue Studie, die zeigte, dass nur 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung des VK sich als gut informiert über die Wissenschaft betrachten. Die von MORI durchgeführte Studie "Science in Society" (Wissenschaft in der Gesellschaft) hat außerdem ergeben, dass, obwohl acht von zehn Menschen der Meinung sind, dass die Wissenschaft einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft leistet, sieben von zehn Erwachsenen die Ansicht vertreten, dass die Medien eine Sensationsmache rund um wissenschaftliche Themen betreiben. "Das VK hat in seiner Geschichte hervorragende wissenschaftliche Errungenschaften hervorgebracht, aber mit nur vier von zehn Erwachsenen, die sich ausreichend informiert über die Wissenschaft fühlen, und acht von zehn Befragten, die die öffentliche Konsultation befürworten, ist nun die Zeit gekommen, sich mehr zu engagieren und einen intensiveren Dialog zu führen", so Hewitt. "Und die Öffentlichkeit möchte, dass den Konsultationen Taten folgen", führte sie fort. Die Umfrage, bei der von Juli bis November 2004 1.831 repräsentativ ausgewählte Erwachsene aus dem gesamten VK befragt wurden, zeigte, dass die Öffentlichkeit in mancher Hinsicht ein positiveres Verhältnis zur Wissenschaft entwickelt. In den vergangenen fünf Jahren hat das Vertrauen in die Wissenschaftler von 63 Prozent auf 70 Prozent zugenommen. Darüber hinaus haben im vergangenen Jahr 56 Prozent der Befragten eine wissenschaftlich basierte Aktivität in ihrer Freizeit unternommen, wie beispielsweise einen Zoo-, Museums- oder Planetariumsbesuch. "Dieser Bericht lässt eine überwiegend positive Einstellung der britischen Öffentlichkeit gegenüber der Wissenschaft sowie eine mehrheitlich positive Wahrnehmung der Wissenschaft erkennen. Dieser Trend muss vorangetrieben werden", so der oberste wissenschaftliche Berater der britischen Regierung Sir David King. "Wir kommen jeden Tag mit der Wissenschaft in Berührung, und eine große Mehrheit der Öffentlichkeit erkennt dies als positiv an. Das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wissenschaft ist im Allgemeinen hoch. Um dieses Vertrauen zu fördern, benötigt das VK eine Mischung aus umfangreichen Finanzierungsmitteln, einer informierten Debatte und vernünftigen Vorschriften." Der Bericht leitet den Beginn der nationalen Wissenschaftswoche ein, die von der British Association for the Advancement of Science organisiert wird. Helen Haste, Vorsitzende der Gesellschaft, begrüßte die Stellungnahme von Hewitt und erläuterte, dass die Gesellschaft an einer Kultur der Offenheit arbeite, in der Wissenschaftler in öffentlichen Foren über Stammzellentherapie, Nanotechnologie oder das Klonen von Tieren sprechen. "So kann eine öffentliche Diskussion mit der vollen Anerkennung wissenschaftlicher Erkenntnisse und der von Wissenschaftlern und der breiten Öffentlichkeit vertretenen Werte stattfinden", sagte sie. Professor Haste erinnerte die Regierung allerdings daran, dass zur Durchführung von Diskussionen Finanzmittel erforderlich sind. "Zur Durchführung eines erfolgreichen Dialogs und erfolgreicher Konsultation ist eine gut finanzierte Infrastruktur vonnöten", merkte sie an.
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