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Inhalt archiviert am 2023-03-01

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Konferenz: Mangelndes Engagement der Branche zufolge derzeit Haupthemmnis für die Wasserstoffwirtschaft

Branchenkennern zufolge sind die Haupthemmnisse für die Wasserstoffwirtschaft nicht mehr wirtschaftlicher oder technischer Art oder mit der Entwicklung der Infrastruktur verbunden, sondern eher mangelndes Engagement der Hauptbeteiligten und mangelnde Zusammenarbeit zwischen di...

Branchenkennern zufolge sind die Haupthemmnisse für die Wasserstoffwirtschaft nicht mehr wirtschaftlicher oder technischer Art oder mit der Entwicklung der Infrastruktur verbunden, sondern eher mangelndes Engagement der Hauptbeteiligten und mangelnde Zusammenarbeit zwischen diesen. Führende Beteiligte des Privatsektors wurden aufgefordert, ihre Ansichten zur Zukunft der Wasserstoffwirtschaft auf der jährlichen Generalversammlung der europäischen Plattform für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie am 17. März in Brüssel zu präsentieren. "Ich habe eine einfache Botschaft", begann Aldo Belloni, CEO von Linde Gas and Engineering. "Die Infrastruktur stellt kein Hemmnis mehr für die Wasserstoffwirtschaft dar. [...] Es gibt Herausforderungen im Bereich der Infrastruktur, aber sie betreffen eher das Engagement und die Zusammenarbeit als die technische oder wirtschaftliche Seite." Um seine Behauptung zu unterstützen präsentierte Belloni die Ergebnisse einer von Linde in Auftrag gegebenen Analyse, die zeigt, dass in einem Szenario mit hohem Nutzungsgrad bis zum Jahr 2020 6,1 Millionen wasserstoffbetriebene Autos auf Europas Straßen fahren könnten, die von 2.800 Tankstellen bedient würden, wobei sich die Infrastrukturkosten auf insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro belaufen würden. Gemäß demselben Szenario mit hohem Nutzungsgrad könnte es bis zum Jahr 2030 rund 40 Millionen Wasserstoffautos in Europa geben. "Angesichts der Fortschritte in der [Satellitennavigations]-Technologie würden wir ein kleineres Netzwerk von Wasserstofftankstellen für die Bedienung dieser Fahrzeuge benötigen - rund 18.000 insgesamt", sagte Belloni. "Eine Stadt in der Größe von Brüssel beispielsweise könnte von rund 50 Tankstellen bedient werden." Belloni sagte, der Hauptschwerpunkt in Bezug auf die Infrastrukturplanung liege derzeit auf den Tankstellen. Den Forschungsergebnissen von Linde zufolge würde die wirtschaftlichste Tankstelleninfrastruktur die zentralisierte Produktion von Wasserstoff und die Verwendung von Straßentankern zur Belieferung der Tankstellen beinhalten. "Der Vertrieb von Wasserstoff ist billiger als der Vertrieb der Wasserstoffproduktion", sagte er. Belloni zufolge muss Europa seine globale Führungsrolle in der Wasserstoffinfrastruktur wiederherstellen. Linde plant bereits die Einrichtung der "Deutschen Wasserstoff-Ringstraße" - ein Netzwerk von 40 öffentlichen Tankstellen auf Autobahnen, die die Standorte aller großen Autohersteller in Deutschland umfassen - die das praktische Testen neuer Wasserstofffahrzeuge und -technologien erlaubt. "Die Ringstraße könnte international auf 20 weitere europäische Städte ausgeweitet werden, einschließlich in den neuen Mitgliedstaaten, und sich auf 10.000 Kilometer erstrecken", sagte Belloni. "Diese Vision kann in Europa zur Realität werden - wir fordern die Minister und Unternehmen auf, uns gemeinsam an den Bau dieser Infrastruktur zu machen." Eine weitere Persönlichkeit aus der Wirtschaft, die darauf abzielte, die Beteiligten zur Verdoppelung ihrer Anstrengungen zu inspirieren, war Carl-Peter Forster, Präsident von General Motors Europe. "Ich bin überzeugt, dass das Zeitalter von Wasserstoff und Brennstoffzellen kommen wird - die Frage ist nur, ob es von Europa ausgehen wird oder nach Europa gelangen wird", sagte er. Forster argumentierte, dass mehr Unterstützung des öffentlichen Sektors benötigt werde, um sicherzustellen, dass die Chancen nicht verpasst werden. Er forderte insbesondere mehr Finanzierungsmittel für Grundlagen- und Vorwettbewerbsforschung, Unterstützung für Demonstrationsprojekte, öffentliche Beschaffung von Technologien der ersten Generation, die Entwicklung harmonisierter Sicherheitsnormen, finanzielle Anreize für Kunden und Unterstützung für die Entwicklung der Infrastruktur. Die geforderten öffentlichen und privaten Investitionen werden positive Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft haben, indem sie neue Arbeitsplätze und Wirtschaftssektoren schaffen, glaubt Forster. Und er erinnerte die Delegierten daran, dass Europa nicht als einziges versuche, eine Wasserstoffwirtschaft aufzubauen. Insbesondere Japan und die USA investierten beträchtliche Mittel in diesen Bereich. "Die Vision [der Wasserstoffwirtschaft] wird politische Führungsqualitäten und das Engagement aller Partner erfordern. Die Regionen mit dem besten Regulierungsumfeld, der besten Forschungsfinanzierung und den besten Steueranreizen werden am ehesten Erfolg haben", sagte er abschließend.

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