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Inhalt archiviert am 2023-03-01

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Deutsche Forscher warnen vor Anstieg des Meeresspiegels in Europa aufgrund von Änderungen der Ozeanzirkulation

Eine der unmittelbarsten Folgen einer Abschwächung der Ozeanzirkulation, wie beispielsweise der atlantischen Ozeanzirkulation, wären nach Aussage deutscher Wissenschaftler bedeutende Veränderungen des Meeresspiegels in verschiedenen Regionen. Die Tiefseezirkulation wird durc...

Eine der unmittelbarsten Folgen einer Abschwächung der Ozeanzirkulation, wie beispielsweise der atlantischen Ozeanzirkulation, wären nach Aussage deutscher Wissenschaftler bedeutende Veränderungen des Meeresspiegels in verschiedenen Regionen. Die Tiefseezirkulation wird durch die unterschiedlichen Dichten zwischen Wassermassen aufgrund unterschiedlicher Temperatur und unterschiedlichen Salzgehalts erzeugt. Diese konstante Zirkulation bedeutet, dass die Meeresoberfläche nicht flach ist, sondern durch den Einfluss der Ozeanzirkulation Hügel und Täler aufweist. Anders Levermann und seine Kollegen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung untersuchten die Folgen eines möglichen Zusammenbruchs der atlantischen Ozeanzirkulation. Sie haben herausgefunden, dass in diesem Szenario der Meeresspiegel an den Küsten des Nordatlantiks um bis zu einen Meter steigen würde, während er im Südatlantik sänke, da die Hügel und Täler des Ozeans sich ausgleichen. Darüber hinaus warnt das Team, dass im Vergleich zu Veränderungen des Meeresspiegels aufgrund der globalen Erwärmung (die zu einer Ausdehnung des Meerwassers führt) oder Eisschmelze (wodurch zusätzliche Wassermengen in die Weltmeere fließen), diese Veränderungen deutlich schneller eintreten würden, fast zeitgleich mit den Änderungen der Ozeanzirkulation. Um dies in Relation zu setzen: Die globale Erwärmung und die Eisschmelze könnten zu einem Anstieg des globalen Meeresspiegels um einige Dezimeter pro Jahrhundert führen, während eine Änderung der Ozeanzirkulation in einigen Regionen zu Anstiegsraten von bis zu 2,5 Zentimeter pro Jahr führen kann. Die regionalen Auswirkungen auf die Küstengebiete Europas und Nordamerikas infolge eines solch enormen Anstiegs könnten gravierend sein, fügt das Team hinzu. Die Schlüsselfrage lautet daher: Wie wahrscheinlich ist eine Abschwächung oder gar ein Zusammenbruch der atlantischen Ozeanzirkulation? "Um diese Frage beantworten zu können, forschen wir weiter", so Dr. Levermann gegenüber CORDIS-Nachrichten. Diverse Studien ließen darauf schließen, dass die Zirkulation nach einer Art Binärsystem funktionieren könnte, wobei sie entweder "ein- oder ausgeschaltet" ist, doch dazu gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse. "Viele Experten sind der Meinung, dass es zu einer Abschwächung der Zirkulation kommen wird, aber gehen nur von einer fünfprozentigen Wahrscheinlichkeit eines kompletten Zusammenbruchs aus", fügte er hinzu. Aber auch wenn die Möglichkeit eines kompletten Zusammenbruchs gering ist, sind die Aussichten einer sich abschwächenden Ozeanzirkulation für Europa und viele andere Regionen besorgniserregend.

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