Japan legt Quoten für Forscherinnen und ausländische Forscher fest
Das japanische Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Technologie hat angekündigt, dass Universitäten und staatliche Forschungseinrichtungen in Zukunft Quoten für die Anzahl der Wissenschaftlerinnen und nicht-japanischen Wissenschaftler in ihren Einrichtungen festlegen müssen. Laut der japanischen Tageszeitung Yomiuri Shimbun wird diese neue Regel im Fünfjahresprogramm für Wissenschaft und Technologie des Ministeriums für den Zeitraum 2006 bis 2010 enthalten sein, das zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr veröffentlicht wird. Organisationen dürfen eigene Zahlen festlegen. Die Regierung wird diese jedoch überprüfen und die Ergebnisse veröffentlichen, um die Einstellung von mehr Wissenschaftlerinnen und ausländischen Wissenschaftlern zu fördern, heißt es in der Zeitung. Im März 2003 stellten die 88.000 japanischen Akademikerinnen und Forscherinnen nur elf Prozent der Gesamtzahl der Wissenschaftler im Land dar. Obwohl die Anzahl der Wissenschaftlerinnen ansteigt, bleibt Japan innerhalb der Länder der OECD das Schlusslicht in dieser Kategorie. Im Gegensatz hierzu beläuft sich die Anzahl der Wissenschaftlerinnen in Italien und im VK auf 26 bzw. 28 Prozent aller Wissenschaftler in den jeweiligen Ländern. In Japan sind Wissenschaftlerinnen im Bereich Wissenschaft und Technologie mit nur 1,1 Prozent zahlenmäßig am geringsten vertreten. Die Zahl der ausländischen Wissenschaftler ist ebenfalls niedriger als in anderen Ländern. ''Eine Quote für Minderheiten ist manchmal notwendig. Nur wenige der Forschungsorganisationen werden sich öffentlich dagegen stellen, somit wird diese Politik effektiv sein'', so die Professorin Fumiko Yonezawa der Keio Universität, die 1996 zur ersten Präsidentin der Japanischen Physikalischen Gesellschaft ernannt wurde.
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