EU finanziert weltweites Spitzen-Projekt zu "organischem Licht"
Die Europäische Kommission finanziert eines der weltweit größten gemeinsamen Forschungsprojekte im Bereich weiße organische Leuchtdioden (Organic Light-Emitting Diodes - OLED). Ziel des Projektes ist es, sowohl die OLED-Technologie für allgemeine Beleuchtungsanwendungen weiterzuentwickeln und vorzustellen als auch zukunftsfähige Arbeitsplätze in der europäischen Beleuchtungsindustrie zu sichern. OLLA (Organic LEDs for Lighting Applications) ist ein Integriertes Projekt, das im Bereich "Technologien für die Informationsgesellschaft" des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) gefördert wird, und entwickelt extrem helle OLEDs für IKT- und Beleuchtungsanwendungen. An dem Projekt sind 24 in ihrem jeweiligen Wissenschafts- und Technologiegebiet weltweit renommierte Partner aus acht europäischen Ländern beteiligt. OLEDs bestehen aus organischen Polymeren, die beim Anlegen von Spannung Licht abgeben. Da die OLEDs flache Lichtquellen sind, geht man davon aus, dass sie in Zukunft auf flexiblen Oberflächen oder in Beleuchtungssystemen mit regelbarem Farbumfang eingesetzt werden. So können sich die Nutzer zu Hause ihre ganz persönliche Lichtatmosphäre schaffen. Darüber hinaus sind OLEDs hocheffiziente Lichtquellen, die enorme Energieeinsparungen bewirken können. "In den vergangenen Jahren wurde die OLED-Technologie derart verbessert, dass wir uns jetzt sogar OLEDs als nächste Festkörper-Lichtquelle vorstellen können", so OLLA-Projektmanager Peter Visser von Phillips. "Dafür muss aber der Wirkungsgrad der Bausteine und die Lebensdauer bei starker Helligkeit verbessert werden. Auch brauchen wir einen Fertigungsprozess mit hohen Durchsätzen und eine bessere Beleuchtungsqualität mit weißem Licht." Visser weiter: "Genau das werden wir mit OLLA erreichen. Wir streben eine Lebensdauer von 10.000 Stunden - also das Zehnfache heutiger Glühbirnen - und eine Lichtausbeute von 50 Lumen pro Watt an." Das Projekt ist auf mehrere Arbeitsgruppen aufgeteilt, die sich alle auf unterschiedliche Bereiche konzentrieren, von der Grundlagenforschung zu Materialien und Geräten über die elektrischen und optischen Eigenschaften der OLEDs bis zu Produktionsprinzipien und Systemintegration. Ziel der Projektpartner ist es, die notwendigen technologischen Fortschritte zu erzielen, damit Massenproduktion und -vertrieb von OLED-Produkten und Bauelementen für den globalen Beleuchtungsmarkt realisiert werden können. Neben der Forschungsarbeit werden Studien durchgeführt, die die technologische Entwicklung mit den Interessen der Endverbraucher abstimmen sollen. Darüber hinaus umfasst das Projekt eine Schulungs- und Verbreitungsplattform, über die Lichtdesigner, Architekten und die breite Öffentlichkeit über OLEDs und ihre möglichen Anwendungen aufmerksam gemacht werden. Der technische Koordinator von OLLA, Dietrich Bertram von Philips Lighting, erläuterte abschließend: "OLLA bringt die europäischen Top-Player aus allen Bereichen der OLED-Technologie zusammen. Das ermöglicht parallele Fortschritte bei neuen Materialien, neuen Gerätestrukturen und innovativen Konzepten für die OLED-Produktionsprozesse. Und es beschleunigt die technische Entwicklung und bietet die optimale Grundlage, damit OLED eine wirtschaftlich rentable Beleuchtungstechnologie wird."