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Inhalt archiviert am 2023-03-01

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GFS-Technologie bekämpft Betrug und Gesetzesverstöße

Zu den Aufgaben der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der EU gehört es, das Budget der Gemeinschaft vor betrügerischer Verwendung von EU-Geldern bzw. betrügerischen Ansprüchen auf EU-Gelder zu schützen und die Einhaltung der EU-Bestimmungen zu überwachen. Zu diesem Zweck hat ...

Zu den Aufgaben der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der EU gehört es, das Budget der Gemeinschaft vor betrügerischer Verwendung von EU-Geldern bzw. betrügerischen Ansprüchen auf EU-Gelder zu schützen und die Einhaltung der EU-Bestimmungen zu überwachen. Zu diesem Zweck hat das Institut für Schutz und Sicherheit des Bürgers (Institute for the Protection of Security of the Citizen - IPSC) der GFS in Ispra, Italien, ein System auf der Grundlage von satellitengestützten bildgebenden Verfahren entwickelt, das Betrug und illegale Handlungen entdeckt und mit dem die EU Jahr für Jahr Millionen von Euro einspart. In einem Interview mit CORDIS-Nachrichten erklärte Jean-Marie Cadiou, Direktor des Instituts, wie mit dieser Technologie die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) überwacht, Meeresverschmutzung bekämpft, illegale Fischerei entdeckt und - in jüngster Zeit - EU-Hilfe für die Länder der Dritten Welten gezielter vergeben wurde. "Unsere Technologie wird vor allem in drei Bereichen genutzt", erläuterte Dr. Cadiou. "Zunächst ist das die GAP. Hier möchten wir Unregelmäßigkeiten verhindern und gleichzeitig die Bauern dabei unterstützen, Anträge auf Subventionen zu stellen. 2004 konnten die Mitgliedstaaten mit Hilfe der so genannten 'control with remote sensing', also der Kontrolle durch Fernerkundung, rund 160.000 Bauern überprüfen. Das heißt, die Mitgliedstaaten ersparten sich teure Feldbegehungen um zu kontrollieren, ob die Bauern auch tatsächlich das anbauten, was sie angaben." Der zweite Bereich ist die Erkennung von Meeresverschmutzung durch Öl, nicht nur als Folge von Unfällen, sondern auch als Folge der routinemäßigen Ölverklappung auf hoher See. Diese Ölverklappung von Schiffen ist zwar illegal, geschieht dennoch im Mittelmeer sehr häufig, vor allem vor Genua und Südsizilien", so Dr. Cadiou gegenüber CORDIS-Nachrichten. "Mit Fernerkundungssystemen unterstützt das IPSC die Überwachung und die Abschreckung solcher illegaler Verklappungen, die die Meeresumwelt nachhaltig schädigen können", fügte er hinzu. "Leider", so Dr. Cadiou weiter, "sind die Bilder, die die GFS von einem Schiff macht, das Öl ins Meer entlädt, vor Gericht kein zulässiges Beweismaterial, da der Kapitän immer behaupten kann, sein Schiff sei 'zufällig vorbeigekommen', die Verschmutzung stamme aber von einem anderen Schiff." Deshalb muss derzeit die Information an die Küstenwache weitergegeben werden, die dann die notwendigen Verhaftungen vornehmen kann. Wir sind jetzt dabei, unsere Technologie soweit zu verbessern, dass sie - hoffentlich - eines Tages vor Gericht zulässig ist. Der dritte Bereich ist die Überwachung der Fischereiboote zum Schutz der Fischbestände. Alle Fischereiboote, die in EU-Gewässern fischen, sind zwar mit einem On-Board-Gerät ausgerüstet, das ihre Position stündlich an die Behörden sowohl des Staates, unter dessen Flagge sie fahren, als auch des betreffenden Küstenstaates durchgibt, aber diese so genannten Blue Boxes können abgeschaltet oder manipuliert werden. Satellitengestützte bildgebende Verfahren helfen dabei, die von den Schiffen erhaltenen Daten abzugleichen und zu überprüfen, ob sich das Schiff tatsächlich in der angegebenen Position befindet. Dr. Cadiou illustrierte anhand eines tatsächlichen Zwischenfalls, wie nützlich diese Technologie ist. Im April 2004 wurde ein russisches Schiff entdeckt, das illegal in schottischen Hoheitsgewässern fischte. Dank der GFS-Technologie konnte die Anwesenheit des Schiffes in der gesperrten Zone bestätigt werden. Satellitenbilder wurden an die schottischen Behörden übermittelt, die ein Flugzeug losschickten und die Verhaftung der Mannschaft des Schiffes veranlassten. "Als nächstes werden wir unsere Technologie so weiterentwickeln, dass wir sie vermehrt in der Dritten Welt einsetzen können", erläuterte Dr. Cadiou. "Wir möchten regelmäßige Erntevoraussagen liefern. Die EU gibt 25 Prozent der weltweiten Entwicklungshilfe, und angesichts dieser Summen ist es extrem wichtig, diese Hilfe genau zu kalibrieren und an den richtigen Stellen zu platzieren." "Anhand meteorologischer und statistischer Daten können wir uns einen Überblick verschaffen und die zu erwartende Ernte schätzen. Dank der Bilder, die wir im Mai aufnehmen, können wir vorhersagen, was im August passiert. Dadurch können wir mögliche Nahrungsmittelengpässe vorab erkennen. Diese Daten gehen dann an ECHO, den Dienst der Kommission, der für humanitäre Hilfe verantwortlich ist. Er kann dann seine Maßnahmen gezielter durchführen", schloss Dr. Cadiou.

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