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Inhalt archiviert am 2023-03-01

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EU-Verfassung zeigt laut französischem Professor keine Ambitionen in der Forschung

Es sei legitim, Wissenschaft auf europäischer Ebene entwickeln zu wollen und die Schaffung professioneller Verbindungen zwischen Forschern sei ein lobenswertes Ziel. Laut Jean-Pierre Kahane, Mathematiker und Mitglied der Akademie der Wissenschaften des Instituts von Frankreich...

Es sei legitim, Wissenschaft auf europäischer Ebene entwickeln zu wollen und die Schaffung professioneller Verbindungen zwischen Forschern sei ein lobenswertes Ziel. Laut Jean-Pierre Kahane, Mathematiker und Mitglied der Akademie der Wissenschaften des Instituts von Frankreich, sollte dies jedoch nicht von der Notwendigkeit ablenken, dass jeder einzelne Mitgliedstaat weitere Anstrengungen unternehmen muss. In einem Interview mit der französischen Zeitung L'Humanité erklärte Professor Kahane, warum es seiner Meinung nach in der neuen Europäischen Verfassung an wissenschaftlichen Ambitionen fehlt. "Der Europäische Forschungsraum wird immer im Zusammenhang mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit betrachtet", so Professor Kahane. "Artikel III-248 hat zum Ziel, dass 'ein europäischer Raum der Forschung geschaffen wird, in dem Freizügigkeit für Forscher herrscht und wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien frei ausgetauscht werden, [um] die Entwicklung ihrer Wettbewerbsfähigkeit [...] zu fördern', doch die Erfahrungen in der EU sind die einer erdrückenden Bürokratie und des Fehlens einer wirklichen Richtung für die Forschung", klagt er. Laut Kahane besteht bereits seit dem 16. Jahrhundert ein europäischer Raum der Wissenschaft und dieser ist immer sehr aktiv gewesen. In jüngster Zeit seien bemerkenswerte wissenschaftliche Errungenschaften in Europa erzielt worden, so z.B. CERN, das Europäischen Zentrum für Kernforschung, und die Europäische Weltraumorganisation (ESA). CERN sei beispielsweise unabhängig von der EU entstanden und wachse dank der Vereinbarungen zwischen den Mitgliedstaaten. Es verdanke seinen Erfolg der Tatsache, dass es keine Patente erfordert und alle wissenschaftlichen und technischen Ergebnisse öffentlich sind, erläuterte Professor Kahane gegenüber L'Humanité. Zum Thema, dass die Mitgliedstaaten mehr für Forschung und Entwicklung (F&E) ausgeben müssen, erklärte Professor Kahane, dass Europa "nur zusammenarbeiten kann, wenn es Ergebnisse erzielt". Demgemäß müsse eine Kooperation mit allen Ländern in Betracht gezogen werden, um die wissenschaftliche Produktion im Gleichgewicht zu halten, fügte er hinzu. Professor Kahane bedauert, dass die Verfassung der Forschung die Rolle zuteilt, die wissenschaftliche Grundlage für wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu bilden. "Wenn man die Wettbewerbsfähigkeit in den Vordergrund rückt, ist das das Aus für die Forschung. Man beginnt damit, zusammenzuarbeiten und innerhalb dieser gemeinsamen Arbeit wächst die Wettbewerbsfähigkeit", meint Professor Kahane. Hinsichtlich Artikel III-255, der es der Kommission ermöglicht, dem Europäischen Parlament und dem Rat jedes Jahr einen Bericht über Forschung, technologische Entwicklung und die Verbreitung der Ergebnisse zu unterbreiten, ist Kahane nicht der Auffassung, dass dies ausreicht, um der Forschung eine Richtung zu geben. "Die Kommission wird einen sehr allgemeinen Bericht vorlegen. In der Forschung ist es jedoch notwendig, Dinge im Detail zu untersuchen, was mit internationalen globalen Bewertungen unmöglich ist. Dazu ist die Überprüfung von Teams und Laboren erforderlich, doch diese Berichte bewerten nur abgeschlossene Aktivitäten, die lösungsorientierte Zielsetzungen verfolgen", so Professor Kahane. Er begrüßte jedoch die Verbindung zwischen öffentlicher und privater Forschung, die mit der Verfassung geschaffen wird, und schlug vor, Anreize zu schaffen, damit die Industrie Forschungsaktivitäten durchführt, junge Forscher einstellt und Verbindungen zu Hochschulen eingeht. "Darüber steht jedoch nichts in der Verfassung. [...]. Zu einer solchen Art von Vertrag, der den Unternehmen Geld bringt, aber nicht der Forschung, wurde noch nie eine Bewertung durchgeführt. Letztendlich korrigiert die Verfassung nichts und zeigt keine wissenschaftlichen Ambitionen", so seine Schlussfolgerung.

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Frankreich

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