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Food and Gastronomy as leverage for local development

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Strategien zur Förderung der Gastronomie in ganz Europa

Essen und Gastronomie werden immer stärker als Bestandteil regionaler Innovation verstanden, der die wirtschaftliche Entwicklung voranbringt. Um in ganz Europa eine nachhaltige Praxis zu etablieren, hat das Projekt FOODEV die wichtigsten Ressourcen und Verfahren identifiziert.

Lebensmittel und natürliche Ressourcen

Da Essen per se viele Funktionen hat, müssen sich verschiedene Fachdisziplinen einbringen, damit sich Essen und Gastronomie mit nachhaltiger Entwicklung verbinden lassen. Gefördert von einem Marie-Skłodowska-Curie-Einzelstipendium hat das EU-finanzierte Projekt FOODEV (Food and Gastronomy as leverage for local development) mit einem interdisziplinären Ansatz die Bedingungen bestimmt, unter denen lokale Besonderheiten besonders genutzt werden können. „Unser Hauptziel war, in verschiedenen Regionen Europas erfolgreiche Strategien für die nachhaltige Entwicklung im Bereich Essen und Gastronomie auszumachen“, erklärt Projektkoordinator Prof. Tommy Andersson. FOODEV hat multidisziplinäre Literatur aus drei Hauptforschungsbereichen analysiert – Landwirtschaft und ländliche Gesellschaft, Marketing und Markenbildung von Orten sowie kulinarischer Tourismus – um auszuloten, welches Potenzial für eine nachhaltige Entwicklung dieser Orte in Essen und Gastronomie steckt. Die Partner haben dazu gängige, wiederkehrende und signifikante lokale Ressourcen im Bereich Essen und Gastronomie ausgewählt und analysiert. Grundsätzlich wollten sie herausfinden, welche Ressourcen und Akteure die Entwicklungsstrategien in verschiedenen Regionen fördern und bestimmen, inwiefern diese miteinander verknüpft sind. Die Analyse führte nicht nur zu einer geringeren Fragmentierung der Forschungsbereiche, sondern bot auch eine ressourcenbasierte Interpretation des Potenzials für eine nachhaltige Entwicklung dieser Orte auf der Grundlage von Essen und Gastronomie. Außerdem führten die Partner in FOODEV eine Umfrage zu EU-finanzierten Projekten durch, bei denen sie Projektkoordinatoren eingehend zur Nachhaltigkeit ihrer Projekte befragten. Arbeit mit Fallstudien FOODEV erforschte die von unten ausgehende kommunale Entwicklung in Italien, indem es die langfristige Kooperation lokaler Interessengruppen mit Universitäten betrachtete. „Diese Fallstudie hat deutlich gezeigt, dass Universitäten bei der Förderung von Basisnetzwerken mehrerer Interessengruppen eine wichtige Rolle spielen könnten“, beschreibt Dr. Chiara Rinaldi, die Forschungsleiterin des Projekts. Das Durchhaltevermögen einzelner Personen und ihre Fähigkeit, Probleme selbst festzustellen, wichtige Themen kritisch zu reflektieren und erfolgreiche lokale Unternehmen zu unterstützen, waren laut dieser speziellen Fallstudie für den Erfolg besonders wichtig. In Schweden untersuchten die Projektpartner, inwiefern mittelgroße Unternehmen in der Lage sind, auf globaler und regionaler Ebene sowie mit verschiedenen Interessengruppen zu verhandeln, die unterschiedliche Bedürfnisse und Ziele haben. Sie haben gezeigt, dass Kooperation engagierter Einzelpersonen über verschiedene Organisationen hinweg der Schlüssel zur nachhaltigen Ortsentwicklung war. Die Ergebnisse aus FOODEV haben auch gezeigt, dass die Orte mit Kultur verknüpft sein müssen, wenn ihre Strategie Erfolg haben und ein Ort unverwechselbar und attraktiv werden soll. Dank der Projektaktivitäten gibt es jetzt ein systematisches Verständnis mehrerer Themen und Probleme in jeder Branche sowie ihrer Zusammenhänge. „Für nachhaltige Entwicklung ist Wissenstransfer unabdingbar; FOODEV arbeitet auf ein Netzwerk hin, in dem man Wissen, Lernprozesse und Innovation miteinander teilen kann“, so Prof. Andersson. Bestehende Lücken in Forschung und Innovation werden durch translationale Forschungsansätze und verstärkte Beteiligung von Forschern geschlossen und fördern so die Entwicklung in der Lebensmittelbranche. Die Analysen von FOODEV aus der Perspektive nachhaltiger lokaler Entwicklung werden höchstwahrscheinlich für ein breiteres Publikum relevant sein. Eine Übersicht der vorhandenen Ressourcen unterstützt Interessengruppen dabei, die vor Ort verfügbaren Ressourcen zu verstehen, und ermöglicht es Politikern, entsprechende Maßnahmen und integrierte Entwicklungsansätze zu formulieren. Die Projektergebnisse werden auf der Konferenz „Tomorrow’s Food Travel“ (TFT) präsentiert, die im Oktober 2018 an der Universität Göteborg stattfindet. Die Forschung für eine nachhaltige Entwicklung von Orten mit Hilfe von Essen und Gastronomie wird in dem neuen Projekt „FOODbiz – University and business learning for new employability paths in food and gastronomy“ fortgesetzt, das von der Universität Macerata in Italien koordiniert wird. Außerdem werden die schwedische Universität Göteborg sowie eine Erasmus+ Initiative für Hochschulkooperation mit einbezogen, an der sechs EU-Länder beteiligt sind.

Schlüsselbegriffe

FOODEV, Essen, Gastronomie, Ressourcen, Entwicklung von Orten

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