Skip to main content
Weiter zur Homepage der Europäischen Kommission (öffnet in neuem Fenster)
Deutsch de
CORDIS - Forschungsergebnisse der EU
CORDIS

Article Category

Inhalt archiviert am 2023-03-01

Article available in the following languages:

Europäische Anstrengungen zur Qualitätssicherung bei der Diagnose übertragbarer Krankheiten

Das Europäische Netzwerk zur Diagnostik von Importierten Viruserkrankungen (European Network for Diagnostics of Imported Viral Diseases - ENIVD) hat die Ergebnisse und Schlussfolgerungen seiner in den letzten fünf Jahren durchgeführten Aktivitäten zur externen Qualitätssicheru...

Das Europäische Netzwerk zur Diagnostik von Importierten Viruserkrankungen (European Network for Diagnostics of Imported Viral Diseases - ENIVD) hat die Ergebnisse und Schlussfolgerungen seiner in den letzten fünf Jahren durchgeführten Aktivitäten zur externen Qualitätssicherung (External Quality Assurance - EQA) vorgestellt. Diese Aktivitäten zielen auf die Identifikation geeigneter schneller und sensibler Diagnosetests ab, die für die frühzeitige Vorsorge und Reaktion im Falle des Ausbruchs von Viruserkrankungen von entscheidender Bedeutung sind. Die Bedrohung durch neu auftretende und wiederholt auftretende übertragbare Krankheiten ist ein bedeutendes Problem auf nationaler und internationaler Ebene. Änderungen des Lebensstils, Migration und vor allem Reisen mit 1,6 Milliarden Flugreisenden pro Jahr sind die Hauptgründe für dieses beispiellose Auftreten von Infektionen. Ausbrüche des hämorrhagischen Ebola-Fiebers in West- und Zentralafrika in den letzten Jahren, des Westnilfiebers in den USA im Jahr 1999 und des Schweres Akuten Respiratorischen Syndroms (SARS) im Jahr 2002 in China dienen als Erinnerung daran, dass schwere Infektionen von Reisenden, die aus Regionen mit vielen Krankheitsfällen kommen, nach Europa importiert werden können und sich dann schnell verbreiten. Das Einschleppen von vermuteten oder bestätigten Fällen des viralen hämorrhagischen Fiebers (VHF) und von SARS, die in den letzten paar Jahren in verschiedenen europäischen Ländern gemeldet wurden, untermauern diese Bedenken. Kliniker und klinische Mikrobiologielabors spielen eine wichtige Rolle bei der Früherkennung von Krankheiten, der Identifikation des putativen Agens und der Benachrichtigung der entsprechenden Behörden. Die Verbesserung der Diagnose dieser importierten und neu auftretenden Virusinfektionen ist der wichtigste Schritt für die Entdeckung der Pathogene und den Umgang mit diesen. Um in dieser Rolle effektiv zu sein, müssen die Labors insbesondere darauf vorbereitet sein, sicher mit viralen Agenzien umzugehen, und benötigen unter anderem die geeigneten schnellen und sensiblen Diagnosetests, um das Risiko von Fehldiagnosen auszugleichen, die mit der Schwierigkeit der richtigen Identifikation unbekannter Symptome verbunden sind. Darüber hinaus erhöht diese Möglichkeit das Risiko der Krankheitsübertragung. In jüngster Zeit sind sich die Behörden seit den Anthrax-Fällen im Jahr 2001 in den USA und den jüngsten weltweiten Terroranschlägen der Notwendigkeit bewusst geworden, auf die Behandlung von Bürgern vorbereitet zu sein, die durch Agenzien im Bereich Bioterrorismus (BT) gefährdet oder mit diesen infiziert sind. Diese Vorsorge umfasst die schnelle Entdeckung und Überwachung von putativen Agenzien, gefolgt von sofortiger Reaktion und Mitteilung. Die Früherkennung eines bioterroristischen Anschlags hängt auch von geschultem medizinischem und Laborpersonal sowie spezifischen und sensiblen Labortechniken ab, die die Identifikation potenzieller BT-Agenzien ermöglichen. Da es unmöglich ist vorherzusehen, welche Pathogene von Terroristen verwendet werden könnten, ist es unbedingt erforderlich, dass die BT-Vorsorge mit Aktivitäten zur Krankheitsüberwachung und zur Reaktion auf Ausbrüche koordiniert wird. Eine engere Zusammenarbeit zwischen internationalen Organisationen wie beispielsweise der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der Europäischen Union und einzelnen Ländern ist ebenfalls erforderlich. Aufgrund des Auftretens derartiger Probleme und der großen Anzahl viraler Pathogene erschien es Ende der 90er Jahre notwendig, auf europäischer Ebene ein Kooperationsnetz in diesem Bereich einzurichten. 1998 wurde das Europäische Netzwerk zur Diagnostik von Importierten Viruserkrankungen (ENIVD) eingerichtet. ENIVD erfüllt viele der wichtigen Aufgaben, die für die Überwachung und Kontrolle importierter, seltener und neu auftretender Virusinfektionen notwendig sind, wie beispielsweise der Austausch von Fachwissen und die Organisation von Programmen zur externen Qualitätssicherung (EQA), die beide für die Verbesserung der Diagnose erforderlich sind. Länder ohne eigene Diagnosemittel können auf die Zusammenarbeit von Fachlabors für eine schnelle und zuverlässige Diagnose für diese Arten von Infektionen zählen. ENIVID hat gerade die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der EQA-Aktivitäten vorgestellt, die sich auf die Diagnose von Infektionen mit dem Hantavirus, Dengue-Virus, Filovirus, Lassavirus, Orthopoxvirus und dem SARS-Coronavirus (SARS-CoV) konzentrierten. An diesen zwischen 1999 und 2004 durchgeführten Aktivitäten waren 93 Labors aus 41 Ländern, einschließlich Labors außerhalb Europas, beteiligt. Eine regelmäßige Qualitätssicherung für Diagnosetests ermöglicht den teilnehmenden Labors die Verbesserung ihrer Diagnosetests, was zu einer Verbesserung der sich daraus ergebenden Überwachungsdaten für die meisten gemeinsamen wichtigen Pathogene wie beispielsweise Dengue oder endemische Pathogene wie Hanta führt. Ohne diese enge Zusammenarbeit innerhalb des Netzwerks wären die kürzlich importierten VHF-Fälle (Lassa in den Niederlanden und Gelbfieber in Belgien) nicht so schnell diagnostiziert worden, wie dies der Fall war. Dies hat die große öffentliche Besorgnis in Bezug auf diese Bedrohungen, die üblicherweise auftritt, wenn Spekulationen über nicht identifizierte infektiöse Agenzien erfolgen, erheblich verringert. Die Ergebnisse der EQA-Studien lassen darauf schließen, dass viele der Tests verbessert werden müssen, um die Diagnosemöglichkeiten der Labors zu verbessern. Vergleichende Tests gut charakterisierter Proben bieten allen teilnehmenden Labors die Möglichkeit, ihre Schwächen zu prüfen und ihre Methoden zu verbessern. Es wurden verschiedene Eignungsgruppen für die EQA der Virusdiagnose für stark verbreitete virale Pathogene wie HIV, Herpes Simplex Virus, Cytomegalovirus und Enteroviren eingerichtet. Diese Gruppen werden in ganz Europa von kommerziellen Organisationen wie dem UK NEQAS und INSTAND e.V. oder auf Initiative von Wissenschaftsgesellschaften wie der European Union Quality Control Concerted Action angeboten. Vermutlich aufgrund der Tatsache, dass diese Forschungslinien wahrscheinlich nicht zu kommerziell rentablen Produkten führen werden, wird jedoch eine Reihe seltener, aber nichtsdestotrotz gefährlicher viraler Agenzien bei diesen Bemühungen zur Verbesserung der Zuverlässigkeit und Qualität des Diagnoseergebnisses vernachlässigt. Um diese Lücke zu schließen, hat das ENIVD begonnen, Referenzmaterialien für seltene Viren zusammenzustellen, die im Interesse der öffentlichen Gesundheit sind. Beim ENIVD sind Proben für die Entwicklung und Validierung von Diagnosetests erhältlich und die von den Teilnehmern an den EQA-Studien erzeugten Ergebnisse werden eine wertvolle Quelle für andere, die ihre eigenen Test erstellen oder verbessern möchten, sein. Außerdem können Labors, die Hilfe bei der Verbesserung ihrer Diagnosetests benötigen, zusätzliches Diagnosematerial erhalten oder von einem kompetenten Fachlabor des Netzwerks beraten werden.

Mein Booklet 0 0