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Inhalt archiviert am 2023-03-01

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RP6-Projekt zielt auf "Schutzmaßnahmen in einer Welt mit intelligenten Umgebungen" ab

Anfang der 1990er Jahre, ein paar Jahre vor der Ausbreitung des Internet, kartierte Mark Weiser, Chefwissenschaftler bei Xerox Palo Alto Research, den Übergang von den großen Mainframe-Computern der 1960er und 1970er Jahre zu dem Personal Desktop Computer der 1980er und 1990er...

Anfang der 1990er Jahre, ein paar Jahre vor der Ausbreitung des Internet, kartierte Mark Weiser, Chefwissenschaftler bei Xerox Palo Alto Research, den Übergang von den großen Mainframe-Computern der 1960er und 1970er Jahre zu dem Personal Desktop Computer der 1980er und 1990er Jahre und zu dem vernetzten Computerumfeld der Zukunft. In seinem Papier wurde diese dritte Generation von Computersystemen als "allgegenwärtige Datenverarbeitung" bezeichnet. Dieser Begriff beschreibt eine integrierte Architektur von fortschrittlichen Rechnern, intelligentem Schnittstellendesign und Datenübertragung jederzeit/überall. Etwa um dieselbe Zeit begann Europa mit der Förderung einer ähnlichen Vision zur Orientierung seiner Agenda für Forschung und Entwicklung. Es schuf den Begriff "intelligente Umgebungen" (geprägt von Emile Aarts von Philips), der dem Gedanken der allgegenwärtigen Datenverarbeitung ähnlich war, aber mit größerer Betonung auf Datenverarbeitung, die sich auf den Menschen konzentriert. Während noch keines dieser Szenarien Wirklichkeit ist, deutet die derzeitige Verbreitung von drahtlosen Geräten und Netzwerken wie Bluetooth und Wi-Fi darauf hin, dass die Zukunft trotz bedeutender verbleibender technologischer Herausforderungen nicht so weit weg ist. Das Beispiel des Internet und insbesondere der Online-Dienste deutet jedoch darauf hin, dass die Verringerung der Bedenken der Anwender zu Themen wie Datenschutz, Sicherheit und Vertrauen (oder Vertraulichkeit) der Schlüssel zum Erfolg intelligenter Umgebungen sein wird. Das Angehen dieser Themen ist ein erklärtes Ziel der EU-Politik. Die Bereitstellung von Schutzmaßnahmen für intelligente Umgebungen ist sowohl ein Ziel des vorrangigen Themenbereichs IST als auch des umfassenderen Sechsten Rahmenprogramms (RP6), während die Aktionspläne eEurope 2005 und i2010 eine sichere Informationsinfrastruktur für Europa fordern. Zum Erreichen dieses Ziels trägt das SWAMI-Projekt (SWAMI - Safeguards in a World of Ambient Intelligence - Schutzmaßnahmen in einer Welt mit intelligenten Umgebungen) bei, das im Rahmen der Technologien der Informationsgesellschaft (IST-Priorität) des RP6 finanziert wird. Es zielt auf die Bereitstellung eines aktuellen Überblicks über vorhandene Projekte, Studien und Roadmaps in Bezug auf intelligente Umgebungen (Ambient Intelligence - AmI), die Analyse politischer Optionen durch die Szenariomethode und Empfehlungen für die künftige Entscheidungsfindung der EU in diesem Bereich ab. Das Projekt wurde im Februar 2005 eingeleitet und soll insgesamt 18 Monate laufen. Es bringt fünf europäische Partnerinstitutionen, einschließlich des Instituts für technologische Zukunftsforschung (IPTS) der GFS, unter der Koordinierung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung zusammen. Im Juli veröffentlichten die Partner ihren Entwurf des aktuellen Berichts, der der endgültigen Genehmigung durch die EU unterliegt. Der Bericht ist unmissverständlich in Bezug auf die Bedeutung von Schutzmaßnahmen für intelligente Umgebungen: "Der Erfolg intelligenter Umgebungen wird davon abhängen, wie sicher sie gemacht werden können, wie der Datenschutz und andere Rechte von Einzelpersonen geschützt werden können und schließlich wie Einzelpersonen der intelligenten Welt, von der sie umgeben sind und durch die sie sich bewegen, vertrauen können", heißt es in dem Bericht. Die SWAMI-Partner sehen ein künftiges Computerumfeld, in dem die Menschen von benutzerfreundlichen Schnittstellen, die in alle Arten von Objekten eingebettet sind, und von einem Umfeld, das in der Lage ist, Einzelpersonen zu erkennen und auf dezente und unsichtbare Weise auf diese zu reagieren, umgeben sind. Bei einem kürzlich veranstalteten Gespräch führender globaler Sicherheitsexperten am runden Tisch hieß es jedoch: "Milliarden von Geräten, die immer angeschaltet und verbunden sind [...] erhöhen die Komplexität unserer Systeme bis zu dem Punkt, wo es nicht möglich ist, alles, was wir verwenden, zu verstehen [...] wir müssen Fragen in Bezug auf die Identität und Autorität lösen, wenn diese Geräte ohne menschliche Intervention Tätigkeiten für Menschen verrichten, wenn niemand dabei ist, der aufpasst." Dieselben Experten forderten schnelles Handeln, um diese Fragen zu lösen. Sicherheitsfragen sollten dem Bericht zufolge als Enabler für die Entwicklung von Technologien und Märkten für intelligente Umgebungen angesehen werden. Ein Bewusstsein für die Sicherheitsbedenken wird dazu beitragen, die verschiedenen Optionen hervorzuheben, die von Projekten wissenschaftlicher oder technischer Art angenommen werden können. Ebenso werden diejenigen, die neue Märkte für Technologien für intelligente Umgebungen entwickeln wollen, von der Fähigkeit profitieren, Sicherheitsmerkmale in ihrem Marketing in nahezu derselben Weise hervorzuheben wie die Automobilindustrie dies derzeit tut. Im Anschluss an eine Analyse möglicher künftiger Szenarien kommt der Bericht zu der Schlussfolgerung, dass "Technologie für intelligente Umgebungen die meisten [der] derzeit vorhandenen Grenzen zum Datenschutz verletzt". Beispielsweise haben Versuche mit "computergestützter gemeinsamer Arbeit" unter Verwendung dauerhaft eingeschalteter Videokameras zur Verbindung von Kollegen an verschiedenen Standorten bereits gezeigt, dass die Kameras leicht vergessen werden, wodurch die Privatsphäre bedroht wird. Die Einführung physiologischer Sensoren, die immer angeschlossen sind (zum Beispiel zu Zwecken der Gesundheitsüberwachung), könnte den Effekt haben, dass es einer Person unmöglich gemacht wird, ihre wahren Gefühle zu verbergen, da diese durch physiologische Veränderungen preisgegeben werden können. AmI könnten sich sogar auf die menschliche Natur auswirken, argumentieren die Partner, zum Beispiel durch die Beseitigung der Notwendigkeit, sein Gedächtnis oder Wissen weiterzuentwickeln, wenn die Technologie immer eine rechtzeitige Erinnerung oder Antwort liefern kann. Auf der Grundlage ihrer Überprüfung europäischer Projekte in dem Bereich identifizieren die SWAMI-Partner eine Reihe von Grundsätzen, die auf Schutzmaßnahmen in intelligenten Umgebungen angewandt werden können. Beispielsweise sollten Datenschutzerwägungen von Anfang an in die Entwürfe einbezogen werden und nicht erst nach der Entwicklung oder dem Einsatz einer AmI-Technologie; Technologien zur Förderung des Datenschutzes sollten benutzerfreundlich und leicht verständlich sein; die Einführung sämtlicher neuer Sicherheitsmaßnahmen sollte beurteilt werden, um zu bestimmen, ob sie an anderer Stelle in der Sicherheitskette Unsicherheiten schaffen. In Bezug auf das entscheidende Thema der Generierung von Nutzerakzeptanz für Technologien für intelligente Umgebungen wundern sich die Autoren des Berichts, wie "anwenderorientiert" viele Unternehmen und Industrieverbände trotz ihrer Behauptungen sind, wenn sie neue Dienstleistungen und Technologien schaffen. Sie schlagen vor, dass in Bereichen, in denen die Unternehmen zusammenarbeiten, Industrieverbände Folgenabschätzungen und Anhörungen der Betroffenen durchführen könnten, die denjenigen ähneln, die von der EU und einigen Institutionen der Mitgliedstaaten verwendet werden, um öffentliche Bedenken in Bezug auf Datenschutz, Sicherheit und Schutz der Identität zu zerstreuen. Schließlich wird in dem Bericht betont, dass neue Technologien fast immer den Effekt haben, persönliche Erwartungen betreffend den Datenschutz zu verändern. Während es schwierig ist, genau vorherzusagen, wie sich derartige Erwartungen in Bezug auf den Datenschutz mit der Einführung intelligenter Umgebungen verändern können, stellen die SWAMI-Partner heraus, dass sich die Erwartungen der Menschen wahrscheinlich nicht so schnell verändern wie die Technologie selbst. "Somit kann man sich nur fragen, ob die Menschen in Zukunft Geheimnisse haben werden und ob es jemals möglich sein wird, 'in Ruhe gelassen' zu werden", so die Partner abschließend.

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