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Inhalt archiviert am 2023-03-01

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Bürger schließen Bewertung von RP5-Projekten mit Erklärung über die "Stadt von morgen" ab

Eine einzigartige Initiative, bei der ein europäisches Bürgergremium die Ergebnisse von EU-Forschungsprojekten bewertet hat, wurde mit der Veröffentlichung einer Erklärung über die "Stadt von morgen" abgeschlossen. Das von der EU geförderte Projekt RAISE initiierte diese Maß...

Eine einzigartige Initiative, bei der ein europäisches Bürgergremium die Ergebnisse von EU-Forschungsprojekten bewertet hat, wurde mit der Veröffentlichung einer Erklärung über die "Stadt von morgen" abgeschlossen. Das von der EU geförderte Projekt RAISE initiierte diese Maßnahme. Der vollständige Name des RAISE-Projekts - Bewusstseinsbildung von Bürgern und Interessengruppen und die Anwendung neuer regionaler und städtischer Nachhaltigkeitsansätze in Europa (Raising citizens' and stakeholders' awareness and use of new regional and urban sustainability approaches in Europe) - sagt genau, was diese Initiative beabsichtigt. Die 26 Teilnehmer (je einer aus jedem EU-Mitgliedstaat und Rumänien) bewerteten die Akzeptanz und die praktische Nutzbarkeit von EU-Forschungsergebnissen zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung. Auch wenn der Forschungsbereich recht eng gefasst war, so ist der wissenschaftliche Referent des RAISE-Projekts bei der Kommission Eric Ponthieu doch zuversichtlich, dass das Experiment wiederholt wird, da es ein Erfolg war. "Wir repräsentieren zehn Prozent der reichsten Menschen der Welt, und bis jetzt sind wir diejenigen, die am wenigsten nachhaltig wirtschaften. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, etwas dagegen zu unternehmen. Wir müssen dringend unsere täglichen Mobilitätsgewohnheiten ändern, wir müssen den Individualverkehr beschränken und wir müssen vernünftige Landnutzung zum primären Ziel unserer Stadtplanung machen", heißt es in der Erklärung. Die Teilnehmer betrachteten sich Projekte in vier Forschungsbereichen und entwickelten dann eigene Ideen dazu: kommunale Regierungspraxis, nachhaltiger Verkehr, nachhaltiges Bauwesen und kulturelles Erbe. In Bezug auf die kommunale Regierungspraxis kam das Gremium zu der Überzeugung, dass die Stimme der Bürger sowohl in den alten als auch den neuen EU-Mitgliedstaaten gehört werden müsse. Vertrauen kann nur gedeihen, wenn es auf Gegenseitigkeit beruht. Desmond O'Toole, der irische Vertreter im Bürgergremium, betonte, dass die Kommission zunächst die Art und Weise, wie sie Dinge präsentiert, ändern müsse. "Es darf keine technokratische Sprache verwendet werden", riet er. O'Toole lobte zwar im Großen und Ganzen die Forschung, die durchgeführt wurde, merkte aber an, dass die Menschen, die sich außerhalb des Mainstreams befinden und nicht unbedingt Zugang zum Internet und zu anderen Informationsquellen haben, "nicht mit der Intensität angesprochen wurden, die wir uns wünschen würden". O'Toole war auch einer von mehreren Teilnehmern, die sagten, dass für sie das Projekt nicht mit der Veröffentlichung der Erklärung ende. Es sei ihre gemeinsame Aufgabe, daheim in ihren Städten und Gemeinden für eine stärkere Beteiligung der Bürger an kommunalen Angelegenheiten zu werben, mahnte er. Marika Mirti, Kolumnistin und Grafikdesignerin aus Slowenien, versprach ebenfalls, ihr Engagement für EU-Angelegenheiten weiterzuführen: "Ich werde nicht hier aufhören." "Forschung für die Zukunft sollte nicht nur nach technischen Reparaturmöglichkeiten suchen, sondern sich auch die sozioökonomischen Faktoren betrachten: Warum benutzen die Menschen das Transportmittel, das sie wählen, und wie könnte man Gewohnheiten ändern?", fasste sie die Arbeit des Gremiums zu nachhaltiger Mobilität zusammen. Nuno Gouveia, Architekt aus Portugal, sagte zum Thema nachhaltiges Bauwesen: "Uns gefällt, was die Forschungsprojekte getan haben, sind aber der Meinung, dass die Bürger nicht genug darüber wissen." Eine wichtige Empfehlung zielte darauf ab, der Neunutzung von Räumen eine höhere Priorität einzuräumen als der Bebauung freier Flächen. Gouveia forderte auch mehr Forschung, damit neue Ideen entwickelt werden, wie Nachhaltigkeitsinformationen verbreitet werden können. Bessere Kommunikation würde den Konflikt zwischen Politikern und Bürgern über neue politische Maßnahmen, zum Beispiel in Bezug auf Zersiedelung, reduzieren. Abschlusssprecherin des Gremiums am 5. Dezember war Ilze Gabrane, Verwaltungsangestellte aus Lettland. Sie konzentrierte sich auf Forschung über kulturelles Erbe und unterstrich, dass Ergebnisse in einer stärker partizipativ ausgerichteten Art und Weise verbreitet werden müssten. Dies war Gabranes erste Erfahrung mit EU-Arbeit und sie sagte, es sei ihr und ihren Kollegen im Gremium bewusst geworden, wie wenig sie über das wissen, was in der EU passiert. Nach ihrer Analyse der EU-Forschungsprojekte im Bereich kulturelles Erbe sagte Gabrane, Europa habe viel, auf das es stolz sein könne, tue aber nicht genug, um das Erbe zu bewahren. Sie forderte, dem immateriellen kulturellen Erbe, zum Beispiel Sprache, mehr Aufmerksamkeit zu widmen, und vertrat die Ansicht, dass die meiste EU-Forschung in diesem Bereich recht einseitig gewesen sei und sich vor allem mit technischen Fragen beschäftigt habe. In einer Empfehlung, die sie direkt an die Kommission richtete, plädierte Gabrane für mehr Mittel für die Wiederverwendung von bestehenden Ergebnissen und bestehendem Wissen. "Wir sind der Meinung, dass sie nicht voll genutzt werden", sagte sie. Sie forderte auch eine engere Zusammenarbeit der Generaldirektionen der Kommission, insbesondere derjenigen, die sich mit Forschung sowie Bildung und Kultur beschäftigen. Auch wenn seitens der Kommission noch nicht endgültig beschlossen wurde, wie es nun weitergeht, so schlug Ponthieu vor, die Initiative in anderen EU-Forschungsbereichen zu wiederholen. Darüber hinaus könnten mit dieser Initiative lokale Regierungen ermutigt werden, für ihre Entscheidungsfindungsprozesse einen Ansatz zu finden, der die Beteiligung der Bürger sicherstellt. Ponthieu versprach auch, die Erklärung im Rahmen der Auswahl von Inhalten für das Siebte Rahmenprogramm (RP7) zu verwenden, das derzeit diskutiert wird. "Wir können immer noch den Einfluss der Bürger in das Programm aufnehmen", sagte er. Das RAISE-Projekt läuft noch weitere sechs Monate. Diese Zeit soll genutzt werden, um die Erklärung so weit wie möglich zu verbreiten und die Öffentlichkeit zu informieren, dass sich der Ansatz bewährt hat.

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