Kommission legt Aktionsplan für Biomasse vor
Die Europäische Kommission hat einen Aktionsplan veröffentlicht, der die Nutzung von Energie aus Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Abfallstoffen unter Verwendung von Biomasse steigern soll. In dem Plan werden Maßnahmen in drei Bereichen vorgestellt - Heizen, Elektrizität und Verkehr -, und es werden mehr als 20 Einzelmaßnahmen vorgeschlagen, von denen die meisten ab 2006 umgesetzt werden sollen. Die EU deckt derzeit vier Prozent ihres Energiebedarfs aus Biomasse. Doch nach Ansicht der Kommission wäre es möglich, die Nutzung von Biomasse bis 2010 mehr als zu verdoppeln. Wenn ein solches Ziel erfüllt würde, wäre Europa nicht nur weniger abhängig von importierter Energie, sondern dies würde auch zu einer Reduzierung von Treibhausgasemissionen von 209 Millionen Tonnen pro Jahr führen. Die verstärkte Nutzung von Biomasse würde auch neue Arbeitsplätze, vor allem in ländlichen Gebieten, schaffen und Druck auf den Ölpreis ausüben. "Dieser Plan wird Europas Abhängigkeit von importierter Energie mindern, die Treibhausgasemissionen senken, Arbeitsplätze in ländlichen Gebieten erhalten und die technologische Führungsposition der EU in diesen Bereichen ausweiten", erklärte der EU-Kommissar für Energie Andris Piebalgs. Bezüglich der Forschung verspricht die Kommission im Aktionsplan, die Entwicklung einer branchengeführten Biokraftstoff-Technologieplattform zu fördern und nach dem besten Weg zu suchen, die Forschung zur Optimierung der Nutzung von land- und forstwirtschaftlichen Nutzpflanzen zur Energiegewinnung voranzutreiben. Die Kommission beabsichtigt zudem, der Forschung über das "Bioraffinerie"-Konzept zur optimalen Nutzung aller Pflanzenteile hohe Priorität einzuräumen. Außerdem soll die Forschung im Bereich der Biokraftstoffe der zweiten Generation Vorrang genießen. Weitere Maßnahmen des Plans umfassen den Entwurf spezifischer Rechtsvorschriften zu erneuerbaren Energien für die Wärmeerzeugung, die Änderung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, um so mehr Anreize für die Nutzung erneuerbarer Energien zu schaffen, die Festsetzung nationaler Ziele und die Unterstützung von Entwicklungsländern, die Biokraftstoffe produzieren möchten. In dem Dokument wird auch vorgeschlagen, Abfallmanagement-Techniken zu fördern, die die Umweltauswirkungen durch die Nutzung von Abfall als Kraftstoff reduzieren, technische Standards zu entwickeln, damit rückgewonnene Stoffe als Güter angesehen werden können, sowie Investitionen in energieeffiziente Techniken zur Nutzung von Abfall als Kraftstoff zu fördern. Der Aktionsplan wurde von der deutschen Europaabgeordneten und Präsidentin des European Forum for Renewable Energy Sources (EUFORES), Mechtild Rothe, begrüßt. "Dies ist das noch fehlende Stück Gesetzgebung neben den Richtlinien zu Elektrizität und Verkehr", meinte sie. Am 7. Dezember wurde auch ein Bericht über die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energiequellen veröffentlicht. Fazit des Berichts ist, dass über die Hälfte der EU-Mitgliedstaaten nicht genug unternehmen, um "grünen" Strom zu unterstützen.