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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Innovationsanzeiger: Angleichung des Innovationsniveaus in der EU wird noch 50 Jahre dauern

Viele der EU-Länder, die derzeit in Bezug auf Innovation noch hinterherhinken, holen langsam auf. Dennoch: Legt man die aktuellen Leistungs- und Wachstumsraten zugrunde, wird es für einige Länder noch mehr als 50 Jahre dauern, bis die Lücke geschlossen ist und sich die Innovat...

Viele der EU-Länder, die derzeit in Bezug auf Innovation noch hinterherhinken, holen langsam auf. Dennoch: Legt man die aktuellen Leistungs- und Wachstumsraten zugrunde, wird es für einige Länder noch mehr als 50 Jahre dauern, bis die Lücke geschlossen ist und sich die Innovationsniveaus angeglichen haben. Zu diesem Ergebnis kommt der Europäische Innovationsanzeiger (European Innovation Scoreboard - EIS) in seiner jüngsten Ausgabe. Von den Ländern, deren Innovationsleistung in die Kategorie "im Aufholprozess" (Slowenien, Ungarn, Portugal, Tschechische Republik, Litauen, Lettland, Griechenland, Zypern und Malta) oder in die Kategorie "Länder, die an Boden verlieren" (Estland, Spanien, Bulgarien, Polen, Slowakei, Rumänien und die Türkei) fällt, werden voraussichtlich nur Ungarn, Slowenien und Italien innerhalb der nächsten 20 Jahre den EU-Durchschnitt erreichen. "In den anderen Ländern wird dieser Prozess sogar noch länger dauern, bei einigen sogar mehr als 50 Jahre. Das bedeutet, dass es mehr als 50 Jahre dauern wird, bis die EU25 das US-amerikanische Innovationsleistungsniveau erreicht", so der Innovationsanzeiger. Bei den übrigen Leistungsträgern gibt es auch zwei Kategorien: Zu den "führenden Ländern" gehören die Schweiz, Finnland, Schweden, Dänemark und Deutschland, während Frankreich, Luxemburg, Irland, dem VK, der Niederlande, Belgien, Österreich, Norwegen, Italien und Island eine "durchschnittliche Leistung" bescheinigt wird. "Der Innovationsanzeiger macht deutlich, dass wir mehr für die Innovation tun müssen. Die Förderung der Innovation ist ein Kernstück unserer Partnerschaft für Wachstum und Beschäftigung. Es gibt eindeutige Beweise dafür, dass innovativere Sektoren eher höhere Produktivitätszuwachsraten aufweisen", sagte der Vizepräsident der Kommission Günter Verheugen. Der diesjährige Europäische Innovationsanzeiger, der fünfte seit seiner Einführung 2001, basiert auf einer überarbeiteten Indikatorenliste und Methodologie, die in Zusammenarbeit mit der Gemeinsamen Forschungsstelle (GFS) der Kommission entwickelt wurden. Diese neue Methodologie, so die Kommission, umfasse mehr Dimensionen der Innovationsleistung eines Landes, wobei dennoch die Kontinuität mit den früheren Ausgaben des Innovationsanzeigers gewahrt bleibe. Eine der wichtigsten Weiterentwicklungen ist die Einbeziehung eines Input/Output-Ansatzes. Dieser Ansatz ermöglicht ein besseres Verständnis dafür, wie Innovations-Assets wie Bildung oder Investitionen in Forschung und Entwicklung in eine Innovationsrendite umgewandelt werden, die sich unter anderem im Umsatz der Unternehmen aus neuen Produkten, in Beschäftigung in Hightech-Sektoren und in Patenten manifestiert. "Obgleich in vielen Ländern die relative Input-Leistung sehr nahe an der relativen Output-Leistung liegt, so sind in zahlreichen Ländern große Unterschiede in der relativen Leistung zu verzeichnen", heißt es in dem Bericht. Eine mögliche Erklärung für diesen Unterschied zwischen Input und Output innerhalb eines Landes, unabhängig davon, ob er positiv oder negativ ist, ist die Offenheit der Bevölkerung des Landes für neue Produkte und Dienstleistungen. Von den zehn europäischen Ländern mit dem höchsten Anteil an Bürgern, die innovativen Produkten und Dienstleistungen aufgeschlossen gegenüberstehen, haben neun einen überdurchschnittlichen Input-Output-Quotienten. Sieben der Länder, deren Bevölkerung Innovationen gegenüber eher skeptisch eingestellt ist, verzeichnen einen unterdurchschnittlichen Input-Output-Quotienten. Die 26 Einzelindikatoren, die im Europäischen Innovationsanzeiger verwendet werden, sind in fünf Kategorien eingeteilt: Motoren der Innovation, Schaffung neuen Wissens, Innovation und unternehmerische Initiative, Anwendungen und geistige Eigentumsrechte. Der Kommission zufolge kann man davon ausgehen, dass ein gleichmäßiges Leistungsniveau in allen fünf Kategorien ein positiver Antrieb für die gesamte Innovationsleistung ist. Daher sollten sich Länder, die aufholen müssen, auf politische Antworten konzentrieren, die alle diese Dimensionen abdecken, anstatt sich allein auf ihre Stärken zu konzentrieren. Und schließlich: Wenig deutet darauf hin, dass Innovationsleistung ein Motor für die volkswirtschaftliche Gesamtleistung ist. BIP-Wachstum, so stellt der Bericht fest, wird offensichtlich von so vielen Parametern beeinflusst, dass die Auswirkungen der Innovation kaum messbar sind. Auf Branchenebene scheinen aber die innovativsten Branchen höhere Wachstumsraten in der Arbeitsproduktivität, gemessen am Umsatz pro Mitarbeiter, aufzuweisen.

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