Telekom-Sektor in der EU: mehr Innovationen und Investitionen, gute Perspektiven
Die Aussichten für künftige Innovationen und Investitionen im EU-Telekommunikationssektor sind gut, sowohl national als auch grenzüberschreitend. Zu diesem Ergebnis kommt der neueste Bericht der Kommission über "Elektronische Kommunikation in Europa - Regulierung und Märkte". Laut Kommissionsbericht, der am 20. Februar veröffentlicht wurde, haben die Mitgliedstaaten gute Fortschritte bei der Umsetzung der EU-Vorschriften für den Telekom-Sektor aus dem Jahr 2002 in nationale Gesetze erzielt, wodurch die Märkte zunehmend für den Wettbewerb geöffnet werden. Als Folge der Marktöffnung investieren die Telekommunikationsbetreiber in neue Technologien, um Kosten zu senken und neue Möglichkeiten auszuschöpfen. Viviane Reding, die für Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin, erklärte: "Das im diesjährigen Bericht enthaltene umfassende Datenmaterial wird der Kommission eine fundierte Analyse der Auswirkungen des Telekommunikationsrechts von 2002 erlauben, die als Grundlage für die Überarbeitung der entsprechenden Vorschriften in diesem Jahr dienen kann." "Von dieser Überarbeitung verspreche ich mir eine Stärkung der Investitionstätigkeit durch infrastrukturgestützten Wettbewerb, die Förderung der Innovation durch Offenheit der Vorschriften für neue Technologien sowie die Vollendung des Binnenmarktes durch einheitliche Anwendung des Gemeinschaftsrechts in den 25 Mitgliedstaaten", so Reding weiter. Der Bericht hebt insbesondere die rasche Einführung der Breitband-Internetanschlüsse in Europa hervor sowie den schnell wachsenden Markt für mobile Sprachtelefoniedienste. Ein bedeutendes Wachstum beschränkt sich jetzt vor allem auf die neuen Mitgliedstaaten. In der EU als Ganzes hat die Mobilfunkverbreitung fast 93 Prozent erreicht, in acht Mitgliedstaaten liegt sie sogar bei 100 Prozent. Mehrere EU-Mitgliedstaaten haben bereits praktisch alle EU-Telekommunikationsvorschriften in nationales Gesetz umgesetzt, so der Bericht, während die restlichen Länder gute Fortschritte erzielt haben. "Die verbesserte Rechtssicherheit hat grenzübergreifende Investitionen und Fusionen und Übernahmen angeregt [...] und wir erkennen jetzt die ersten Anzeichen europaweiter Expansionsstrategien", fügt die Kommission hinzu. Kommissarin Reding lobte den Fortschritt bei der Öffnung der nationalen Telekom-Märkte, wies aber auch darauf hin, dass noch viel zu tun sei. Der Bericht betont auch, dass die Auslandsroaminggebühren, die bei Mobilfunkgesprächen im Ausland anfallen, gesenkt werden müssen. Darüber hinaus müsse der Bekanntheitsgrad der einheitlichen europäischen Notrufnummer 112 gesteigert und eine übermäßige Regulierung der aufkommenden internetgestützten Sprachtelefondienste vermieden werden.