Studie zur Prävention von Malaria zeigt sehr ermutigende Ergebnisse
Forschern der London School of Hygiene and Tropical Medicine ist im Rahmen einer in Senegal durchgeführten Studie eine erstaunliche 86-prozentige Reduktion der Malariainfektionen bei Kindern unter fünf Jahren gelungen. Im The Lancet wurden die Ergebnisse der randomisierten, placebokontrollierten Studie veröffentlicht, die an 1.136 Kindern im Alter zwischen zwei Monaten und fünf Jahren durchgeführt wurde. Die Hälfte der Kinder wurde zu drei verschiedenen Zeitpunkten einer Placebogruppe zugeteilt, die andere Hälfte der intermittierenden präventiven Behandlung mit Artesunat plus Sulfadoxin-Pyrimethamin (Daraprim). Bei der Kontrollgruppe wurden 2.250 Malariaschübe pro 1.000 Mannjahre festgestellt, während bei der prophylaktisch behandelten Gruppe 308 Malariaschübe pro 1.000 Mannjahre verzeichnet wurden. Dies entspricht einer 86-prozentigen Reduktion. Die Nebenwirkungen beschränkten sich bei einer geringen Anzahl der mit den aktiven Wirkstoffen behandelten Probanden auf Brechanfälle. An Malaria sterben jährlich schätzungsweise 1,3 Millionen Menschen. Die Sub-Sahara-Region ist mit 90 Prozent der Todesopfer am stärksten betroffen. Kinder unter fünf Jahren und Schwangere sind besonders gefährdet. Besonders in Senegal haben die Malariafälle in den 1990er Jahren aufgrund der wachsenden Resistenz von Erregerstämmen gegenüber Medikamenten zugenommen. Im Rahmen dieser Studie wurden Malariamedikamente präventiv verabreicht, das heißt im Vergleich mit den Konzentrationen zur Behandlung der Krankheit, nachdem diese bereits ausgebrochen ist, in geringeren Dosen. Dr. Badara Cisse, der von der London School of Hygiene and Tropical Medicine zur University of Dakar in Senegal wechselte, war Forschungsleiter des Projekts. "Eine saisonale beschränkte, präventive Malaria-Behandlung ist einfach, kostengünstig und hochwirksam zur Prävention von Malaria bei Kindern unter fünf Jahren in Gegenden mit saisonaler Übertragung", sagte er. "Die Ergebnisse dieser Studie sind sehr ermutigend, doch wir müssen weitere Untersuchungen zu einer möglichen, größer angelegten Behandlung durchführen. Wenn wir auf breiter Ebene handeln wollen, müssen wir die gesamte Bevölkerung einbeziehen. Auch müssen mögliche Resistenzen gegen die Erkrankung weiter untersucht werden."
Länder
Senegal, Vereinigtes Königreich