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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Schwedischer Forscher gibt Pläne zur Gründung einer Mondkolonie bekannt

Die Gründung einer Kolonie auf dem Mond mag für die Mehrheit wie Science Fiction klingen, aber nicht für den Werkstoffwissenschaftler Niklas Järvstråt, der mit rund 60 internationalen Partnern genau daran arbeitet. Ehrgeizig? "Es ist logisch, nachhaltig und in absolut greifb...

Die Gründung einer Kolonie auf dem Mond mag für die Mehrheit wie Science Fiction klingen, aber nicht für den Werkstoffwissenschaftler Niklas Järvstråt, der mit rund 60 internationalen Partnern genau daran arbeitet. Ehrgeizig? "Es ist logisch, nachhaltig und in absolut greifbarer Nähe, sowohl materiell als auch finanziell", sagt Dr. Järvstråt. "Warum sollte man ein Raumfahrtprojekt wie eine unbedeutende Einheit behandeln, wenn es möglich ist, eine Basis zu bauen, die gedeihen, sich ausweiten und die wohlwollende Präsenz der Menschheit im Weltraum erhöhen kann?", fragt er. Das Konzept einer Kolonie auf dem Mond mag zwar vielen Lesern ziemlich bizarr erscheinen, aber der schwedische Wissenschaftler an der University West in Trollhätten arbeitet nicht alleine - er hat rund 60 internationale Partner, die sich für das Projekt engagieren. Und Dr. Järvstråt ist auch nicht die einzige Person, die öffentlich über das Leben auf dem Mond spricht. US-Präsident George Bush kündigte im Januar 2004 ein neues Raumfahrtprogramm an, das u. a. vorsieht, vom Mond aus zur Erforschung anderer Planeten zu starten. Auf die Frage, ob seine eigenen Ideen in einem Rennen gegen die Amerikaner verwendet würden, räumte Dr. Järvstråt ein, dass man aufgrund der Größe von Schweden mit den USA "zusammenarbeiten muss". "Schweden ist zu klein, um seine eigene Kolonie zu haben", sagte er. Für ein kleines Land hat Schweden jedoch einen enormen Beitrag zu den Fortschritten in der Raumfahrt geleistet. SMART-1, das einzige Raumfahrzeug, das derzeit um den Mond fliegt, wurde von einem schwedischen Auftragnehmer für die Europäische Weltraumorganisation (ESA) gebaut. Rund zwei Drittel der Projektpartner stammen aus Europa, wobei der Großteil der restlichen Partner aus den USA oder Kanada kommt. Es gibt auch einen japanischen Partner in dem Konsortium. Dr. Järvstråt steht mit der NASA in Verbindung und erhielt eigenen Angaben zufolge positives Feedback zu seinen Ideen. Im Jahr 2000 erhielt sein Projekt einen indirekten Zuschuss von der NASA - die Finanzierungsmittel durften nicht ins Ausland vergeben werden und wurden daher einem US-Partner zugewiesen, mit dem Dr. Järvstråt zusammenarbeitete. Der Aspekt der Selbstversorgung der Kolonie erfordert immer noch die meiste Forschung. Sauerstoff wäre kein Problem und Wasserstoff gibt es an den Polen des Mondes, sodass auch Wasser zur Verfügung stehen könnte. Das größte Problem ist Dr. Järvstråt zufolge der Mangel an Stickstoff. Ohne Stickstoff wäre es sehr schwierig, Pflanzen im Mondboden anzubauen, wie Dr. Järvstråt es vorhat. Seine Lösung besteht darin, Stickstoff aus Meteoriten zu gewinnen. Verschiedene Studien zum Mondboden haben ergeben, dass es sich bei diesem um eine Anhäufung von Meteoriten- und möglicherweise Kometen-Trümmern handelt, die über 4,4 Milliarden Jahre in den Mond eingeschlagen sind. Hinzu kommen feiner Staub und Gase aus dem interstellaren Raum und besonders von dem Sonnenwind. Die Forschung geht davon aus, dass die Auswirkungen von Meteoriten zur Ablagerung von Stickstoff im Mondboden geführt haben, da er an bestimmten Orten gefunden wurde und an anderen nicht. Dr. Järvstråt wünscht sich eine anfängliche Kolonie von 500 Personen, bis eine vollständige Selbstversorgung erreicht ist. Dann dürfte die Kolonie wachsen. Diese Gesamtzahl bewegt sich im Bereich der von der NASA vorgeschlagenen Zahl, außer dass der Plan der USA kleinere Personengruppen vorsieht, die abwechselnd in der Kolonie leben würden, bis eine Selbstversorgung erreicht ist. Die Kolonie würde sich im Untergrund befinden. Was den Zeitrahmen betrifft, so ist im US-Plan der Baubeginn der Kolonie für das Jahr 2018 vorgesehen, und Dr. Järvstråt hält dieses Datum für realistisch. Falls das Konsortium von Dr. Järvstråt einen Beitrag leisten soll, muss es jedoch zuerst Finanzierungsmittel sicherstellen. Es laufen Diskussionen mit verschiedenen Geldgebern, aber es wurden noch keine Finanzierungsquellen gesichert. Das Projektteam reicht seit sechs oder sieben Jahren Vorschläge innerhalb der Forschungsrahmenprogramme der Europäischen Kommission ein, war aber bisher nicht erfolgreich. Dr. Järvstråt ist jedoch weiterhin zuversichtlich, dass Finanzierungsmittel gefunden werden, und sagt, die Überprüfungen der EU-Gutachter in Bezug auf seine Projektvorschläge würden viel versprechender. Die Kolonie wäre zwar autark, aber Dr. Järvstråt sieht vor, dass sie enge Beziehungen zur Erde, insbesondere in Bezug auf den Handel, unterhält. Die Mondkolonie würde zur Entwicklung von Forschungs- und Wissenschaftsaktivitäten beitragen, beispielsweise in den Bereichen alternative Energieversorgung und Strukturmaterialien für Raumfahrzeuge und Satelliten. Dr. Järvstråt hat außerdem vage Ambitionen im Hinblick darauf, was die Kolonie für die Menschheit tun könnte: "In dieser Zeit, die gekennzeichnet ist durch die potenzielle Knappheit fossiler Brennstoffe, die Gefahr einer globalen Erwärmung, Kulturkollisionen und Bevölkerungsexplosion, könnte dieses Konzept sehr wohl die exzessive Ausbeutung von Mutter Erde durch die Menschheit stoppen, indem es Regierungen und Nationen, Wissenschaftler und Laien im Rahmen gegenseitiger Zusammenarbeit und gegenseitigen Verständnisses vereint", heißt es in einer Pressemitteilung zu der Initiative. Im Gespräch mit CORDIS-Nachrichten nannte Dr. Järvstråt auch andere Gründe für die Reise zum Mond und die Gründung einer Kolonie dort. Er ist der Meinung, dass die Menschheit in den Weltraum vordringen sollte, und dass eine Mondkolonie eine ausgezeichnete Lösung für die Verwaltung der begrenzten Ressourcen der Erde bieten würde. Er weist außerdem auf den Unterhaltungswert eines Lebens auf dem Mond hin. Die Schwerkraft auf dem Mond ist sechsmal geringer als auf der Erde, was nach Meinung von Dr. Järvstråt zur Konzeption einer Menge neuer und interessanter Sportarten führen könnte. Er weist außerdem darauf hin, dass Fliegen für Menschen, die auf dem Mond leben, wirklich möglich wäre. Auf die Frage, ob er daher eine Kolonie sehr aktiver, sportbegeisterter Menschen ins Auge fasse, antwortete Dr. Järvstråt, dass auch ältere und behinderte Menschen es aufgrund der mangelnden Schwerkraft leichter finden würden, sich auf dem Mond zu bewegen. Ob Dr. Järvstråt und seine Kollegen genügend Freiwillige für die Gründung einer Kolonie in einer Entfernung von 384.400 km zum Planeten Erde finden werden, bleibt abzuwarten. Auf den Hinweis, dass die Mondumgebung nicht besonders animierend für Bewohner sei, antwortete der Forscher, dass die Untergrundkolonie ihre eigenen landwirtschaftlichen Nutzflächen haben werde, die auch als Parks dienen könnten. Falls die notwendigen Finanzierungsmittel sichergestellt werden, wird die Durchführbarkeitsstudie im Jahr 2006 beginnen. Auf diese folgt dann ein Systemdemonstrator, der von 2009 bis 2012 auf der Erde laufen wird. Die nächste Stufe wäre die Einrichtung eines terrestrischen Validators, der von 2013 bis 2019 auf dem Mond im Einsatz sein wird, und der Bau und die Einwanderung würden von 2018 bis 2024 erfolgen. Die autarke Mondkolonie wäre im Jahr 2025 Realität.

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