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Transnationale Biodiversitätsforschung auf völlig neuer Ebene

Die Biodiversität bzw. Artenvielfalt auf der Erde ist sowohl für Ökosysteme als auch die menschliche Lebensqualität von größter Bedeutung. Verluste oder Veränderungen dieser biologischen Vielfalt sind daher wichtige wissenschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen, die es zu lösen gilt.

Klimawandel und Umwelt

So erfordert der Schutz der biologischen Vielfalt, gestützt durch entsprechende wissenschaftliche Kenntnisse, eine koordinierte interdisziplinäre Forschung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. BiodivERsA, ein EU-Netzwerk aus nationalen und lokalen Ministerien und Agenturen, unterstützt diese Bemühungen über Forschungs- und Finanzierungsprogramme zu Biodiversität und Lösungen im Einklang mit der Natur. BiodivERsA3 ist ein über das EU-Programm Horizont 2020 mitfinanziertes Projekt, das auf der bisherigen Erfahrung aus BiodivERsA1 und 2 sowie NetBiome aufbaut. An dem Projekt nehmen 36 Organisationen aus 23 europäischen Ländern teil. Projektkoordinator Dr. Xavier Le Roux zufolge „hat sich das Netzwerk die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Koordinatoren und Sponsoren der Biodiversitätsforschung zum Ziel gesetzt und will damit Synergien und Ressourceneffizienz auf lokaler, nationaler und transnationaler Ebene erreichen“. Von der Kartierung der Biodiversitätsforschung bis zur strategischen Planung BiodivERsA analysierte europaweit bestehende Projekte und Fördermittel in der Biodiversitätsforschung und trug die Informationen in einer öffentlichen Datenbank zusammen. Die Auswertung wies dabei mehr als 11 500 Projekte aus. Dann konzipierten die Partner eine strategische Forschungsagenda, die die gemeinsame Vision des Netzwerks zu Erfordernissen in der Biodiversitätsforschung sowie vorrangige Maßnahmen für die beteiligten europäischen Länder vorstellte. Die BiodivERsA-Partner aus den überseeischen Gebieten sowie Ländern und Regionen in äußerster Randlage trugen ebenfalls dazu bei, dass diese Agenda dem Forschungsbedarf gerecht wird. Um der Erweiterung des Netzwerks und der Diversifizierung von Aktivitäten Rechnung zu tragen, vergrößerte BiodivERsA das Leitungsgremium um zwei stellvertretende Vorsitzende und einen Beirat, in dem Spitzenforscher und mehrere Interessengruppen vertreten sind. BiodivERsA3 profitiert von der bisherigen erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen den Ländern des Europäischen Forschungsraums (EFR) seit 2005, als die ersten beiden Versionen des Netzwerks etabliert und konsolidiert wurden. ERA-NET war der Ausgangspunkt für ehrgeizige Finanzierungsanträge zu Biodiversität, Ökosystemdienstleistungen und naturbasierten Lösungen, insbesondere die Ausschreibungen 2015 unter dem Motto „Blaue und grüne Infrastrukturen“ und 2018 zum Thema „Biologische Vielfalt und Gesundheit“. Eines der wichtigsten Ergebnisse ist die effiziente Mobilisierung lokaler, nationaler und EU-Ressourcen zur Umsetzung dieser Ausschreibungen in Höhe von 44 Mio. EUR. Weitere 28 Mio. EUR wurden durch die COFUND-Initiative BiodivScen zwischen BiodivERsA und dem Belmont Forum bereitgestellt. Für den Erfolg von BiodivERsA3 ist die Beteiligung von Interessengruppen von zentraler Bedeutung. Über verschiedene Austauschveranstaltungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, Wissenschaft und Industrie sowie Wissenschaft und Politik fördert das Netzwerk die Einbindung öffentlicher und privater Interessengruppen und die schnelle Verfügbarmachung neuen Wissens für politische Empfehlungen und Maßnahmen. Die Zukunft des BiodivERsA-Netzwerks BiodivERsA fördert den EFR in den Bereichen Biodiversität, Ökosystemdienstleistungen und naturnahe Lösungen durch die kontinuierliche Angleichung und Ausrichtung der Forschungsprogramme auf nationaler und europäischer Ebene. Ziel ist eine gemeinsame und zukunftsweisende Vision, um die Fragmentierung der Forschung in diesem Bereich zu überwinden. „BiodivERsA3 hat wesentlich dazu beigetragen, die Planung und Förderung der Biodiversitätsforschung neu zu gestalten, indem neue Lösungen und Möglichkeiten zum Schutz der Artenvielfalt und des Menschen, der Teil dessen ist, gefunden werden“, so Dr. Le Roux. Zweifellos stellen die immer stärkeren anthropogenen Veränderungen und globale Herausforderungen wie der Klimawandel eine große Gefahr für die biologische Vielfalt dar, mit direkten Konsequenzen auch für die menschliche Gesellschaft. Um dem zu begegnen, setzten die BiodivERsA-Partner alles daran, die Biodiversitätsforschung im Horizont-Programm weit oben zu platzieren und die Verbindung zwischen nationaler und europäischer Ebene zu stärken. BiodivERsA will dies durch die Förderung transnationaler, multidisziplinärer und interdisziplinärer Exzellenzforschung zu Biodiversitätsthemen angehen. Der enorme Wissenszuwachs und die neuen naturnahen Lösungen, die aus diesen Projekten hervorgingen, werden zur Nachhaltigkeit von Biodiversität, Ökosystemdienstleistungen und menschlichen Aktivitäten beitragen.

Schlüsselbegriffe

BiodivERsA3, Biodiversität, Forschung, Netzwerk, Europäischer Forschungsraum (EFR), Finanzierung, Ökosystemdienstleistungen, naturnahe Lösungen

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