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Inhalt archiviert am 2023-03-02

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Forschungsbericht fordert Stärkung des Generikamarkts

In einem kürzlich veröffentlichten Bericht von Forschern der Katholischen Universität Löwen wird die Stärkung des Generikamarkts gefordert, was laut Verfassern erheblich zur Senkung der Kosten von Gesundheitssystemen in der EU beitragen könnte. Der Bericht von Professor Stev...

In einem kürzlich veröffentlichten Bericht von Forschern der Katholischen Universität Löwen wird die Stärkung des Generikamarkts gefordert, was laut Verfassern erheblich zur Senkung der Kosten von Gesundheitssystemen in der EU beitragen könnte. Der Bericht von Professor Steven Simoens und Sandra De Coster vom Zentrum für Arzneimittel- und Patienteninformation legt nahe, dass sich die Ausgaben für Arzneimittel je nach Mitgliedstaat um 27 bis 48 Prozent reduzieren ließen, wenn die zehn am häufigsten verschriebenen Arzneimittel durch Generika ersetzt würden. Generika tragen keine Markennamen, enthalten jedoch genau die gleichen Wirkstoffe wie die bekannteren Markenprodukte. Die Hauptunterschiede betreffen Verpackung, Mehrwertkomponenten wie beispielsweise Geschmack und schlicht den Preis. Generika sind in der Regel 20 bis 80 Prozent günstiger als die Referenzprodukte. Für ein Medikament mit identischen Inhaltstoffen weniger zu zahlen, ist allein schon aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll, doch darüber hinaus könnte ein stärkerer Generikamarkt "forschende Pharmaunternehmen auch dazu bringen, neuartige Medikamente zu entwickeln und gleichzeitig die Preise für Medikamente, deren Patent erloschen ist, zu senken, um so Patienten noch mehr Kosteneinsparungen zu ermöglichen". Um diese Einsparungen möglich zu machen, wird in dem Bericht eine kohärente, EU-weite Generikapolitik gefordert. Bisher ist die Politik zur Nutzung von Generika in den einzelnen Mitgliedstaaten noch sehr unterschiedlich. In Deutschland und dem VK ist der Generikamarkt dereguliert, die Produkte unterliegen hier der freien Preisbildung am Markt. Laut Studie ist dieser Ansatz erfolgreich, es wird aber hervorgehoben, dass das Modell der Niederlande und Dänemarks, wo neben der freien Preisbildung am Markt Apotheker zusätzlich den Absatz von Generika aktiv unterstützen, noch erfolgversprechender ist. Zusammengefasst empfiehlt der Bericht sieben Punkte zur Förderung des Generikamarkts: eine kohärente, EU-weite Generikapolitik, freie Preisbildung, Informationen über den Preisunterschied zwischen Generika und Markenpräparaten sowohl für Ärzte als auch Apotheker, mehr Vertrauen in die Wirksamkeit von Generika seitens der Ärzte, Anreiz für Ärzte, Generika zu verschreiben, Beseitigung der Hindernisse bei der Verschreibung von Generika und Anreiz für Patienten, Generika zu verlangen. Die Forscher zogen ihre Schlüsse aus einer systematischen Übersicht über die Politiken und Herangehensweisen in Europa. Professor Simoens hofft, dass der Bericht "Politikern helfen wird, besser zu verstehen, wie Pharmaunternehmen, Ärzte, Apotheker und Patienten auf Anreize durch Generikapolitik reagieren, und [...] Instrumente vorschlagen wird, die Politiker zur Weiterentwicklung inländischer Einzelhandelsmärkte für Generika einsetzen können".

Länder

Belgien