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Computerinfrastrukturen für Europa

Die Europäische Wissenschaftsstiftung hat eine Initiative gestartet, die die Spitzenposition Europas in der Computerwissenschaft erhalten soll. Das Programm, das den Titel "Ausblick" trägt, wird es Forschern ermöglichen, gemeinsam im Rahmen einer Infrastruktur Codes und Progra...

Die Europäische Wissenschaftsstiftung hat eine Initiative gestartet, die die Spitzenposition Europas in der Computerwissenschaft erhalten soll. Das Programm, das den Titel "Ausblick" trägt, wird es Forschern ermöglichen, gemeinsam im Rahmen einer Infrastruktur Codes und Programme zu entwickeln. Dadurch müssen die Wissenschaftler nicht immer wieder neue Computertools lernen, sondern können neue Systeme und Tools Hand in Hand mit Entwicklungen im Hardware-Bereich bauen. Derzeit gibt es mehrere Hochleistungsdatenverarbeitungszentren (High Performance Computing Centres - HPCs), die ausgezeichnete Unterstützung für die Entwicklung von Wissenschaftssoftware liefern. Es mangelt jedoch an EU-weiter Unterstützung und an Koordination. Dies bedeutet, dass Ressourcen durch Doppelarbeit und doppelte Kompetenzen vergeudet werden. Der Ausblick soll Software-Entwickler miteinander in Kontakt bringen und die Zusammenarbeit fördern und so die für die Entwicklung neuer Softwaretypen aufgewendete Zeit minimieren, damit sich die Forscher auf das konzentrieren können, was sie am besten können - forschen. Die Initiative entspringt einer Idee von Professor Berend Smit vom Centre Européen de Calcul Atomique Moléculaire (CECAM) in Lyon, Frankreich, der mit CORDIS-Nachrichten sprach. "Wenn Sie Forschungsunterstützung brauchen, muss ein Doktorand unter Umständen 50 Prozent seiner Zeit für die Arbeit an Forschungscodes aufwenden und kann sich daher nicht auf die Forschung selbst konzentrieren." Professor Smit verglich seine Vision mit der Synchrotron-Einrichtung in Grenoble, wo Forscher hinkommen, ihre Forschung durchführen und wieder gehen können - die Einrichtung und die Infrastruktur unterstützt alle Forscher und ist für alle vorteilhaft. Professor Smit ist der Meinung, seine Vision sei wesentlich für die Entwicklung der Forschung und Computerwissenschaft in den kommenden zehn bis 20 Jahren. "Wir müssen sicherstellen, dass die Programme beispielsweise zwischen Computern und Supercomputern übertragbar sind. Wenn wir einen Mechanismus haben, können wir gewährleisten, dass ein neues Release auf allen relevanten Rechnern funktionieren wird, und nicht nur auf einem. Um dazu in der Lage zu sein, brauchen wir eine gute Infrastruktur und eine gute Ausbildung", sagte er. "Wir müssen kein Gebäude haben - wir brauchen eine Cyber-Infrastruktur, aber der Schwerpunkt liegt auf der Software, die wichtiger ist als die Hardware. Ich denke hierbei an Computersimulatoren, die über Spezialisierungsniveaus verfügen und ihre Daten und Programminfrastrukturen austauschen können. Professor Smit beschäftigt sich jetzt schon mit der nächsten Stufe. "Wir müssen das Thema auf die Tagesordnung bringen und sicherstellen, dass die Finanzierungseinrichtungen erkennen, dass hier eine Lücke besteht. Wir müssen die Forscher ansprechen und herausfinden, wie die Infrastruktur genau aussehen sollte und welche Arten von Dienstleistungen sie nutzen würden." "Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Entwicklung dieser Infrastruktur auf europäischer Ebene erfolgt, sodass alle Unterstützungssysteme in ganz Europa effektiv sind, um allen Wissenschaftlern eine effektivere Arbeit sowie eine Zusammenarbeit zu ermöglichen", sagte er. "Falls diese Infrastruktur erfolgreich entwickelt wird, sollten wir in Zukunft wissenschaftliche Fortschritte sehen, die im derzeitigen Klima nicht möglich sind. Die Wissenschaftler werden hiermit die Initiative ergreifen", sagte Professor Smit. "Wir werden eine klare Argumentationslinie aufbauen, sodass die notwendigen politischen Maßnahmen ergriffen werden können, damit sich die europäische Computerwissenschaft weiterhin in die richtige Richtung bewegt."

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Frankreich